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Vitaminarm: Online-Lebensmittelhandel fehlt die Frische

Der Lebensmittelhandel stellt sich um auf den E-Handel © obs/Helpster GmbH/Machine Headz 2015

Frische Produkte wie Obst und Gemüse sind Mangelware im Angebot deutscher Online-Lebensmittelhändler. Um den typischen Wocheneinkauf ausschließlich vom Sofa aus zu tätigen, reicht das im Netz angebotene Sortiment noch längst nicht aus, so die Ergebnisse der Studie „Lebensmittel E-Commerce 2015“

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Im vergangenen Jahr bestellten rund 15 Millionen Deutsche das erste Mal Lebensmittel im Internet. So richtig in Schwung gekommen ist der Markt bisher aber noch nicht: Nur 1,2 Prozent der Bundesbürger kaufen laut der Gesellschaft für Konsumgüter online Lebensmittel ein. Bis 2025 erwartet die GfK jedoch eine Verdopplung des Online-Geschäfts im Lebensmittel- und Drogeriehandel von zusammen acht auf 16 Prozent.

Vor allem Lebensmittelhändler haben bis dahin noch einiges zu tun. Vor allem in der Lieferung von frischen Waren zeigt das System noch starke Schwächen, wie eine Studie des EHI Retail Institutes nun statuiert. Die Forscher untersuchten dafür 250 deutsche Online-Händler.

Lücken im Sortiment

„Wer seinen Wocheneinkauf online bestellt, erwartet ein breit gefächertes Sortiment ­– schließlich herrscht in Deutschland eine hohe stationäre Abdeckung mit Vollsortimentern“, meint Sascha Berens. Gerade bei frischen Lebensmitteln ist hier allerdings noch viel Luft nach oben. Maximal ein Drittel der untersuchten Onlinehändler hat diese im Angebot.

Logistikpartner

Haltbare Produkte sind dagegen bei einem Großteil der Lebensmittelhändler (63 Prozent) lieferbar. Die Vorteile liegen auf der Hand: Diese Produkte müssen nicht gekühlt werden und sind länger haltbar als frische Ware. Auch das Sortiment Süßwaren und Snacks liegt mit 59 Prozent weit vorne. Getränke spielen mit nahezu 48 Prozent ebenso eine größere Rolle im Onlinesortiment.  Erst danach folgen die frischen Produkte: Käse (35 Prozent), Fleisch und Wurstwaren (33 Prozent), frische Backwaren (24 Prozent), Milchprodukte(23 Prozent) sowie Obst und Gemüse (21 Prozent).  Schlusslichter bilden frischer Fisch (14 Prozent) und Tiefkühlprodukte (10 Prozent). Zum Vergleich: In jedem stationären Supermarkt sind diese Warengruppen zu nahezu 100 Prozent abgedeckt.

Eine große Chance im Onlinegeschäft sieht Online-Experte Sascha Berens für die Nischenhändler. So sind unter den untersuchten Shops auffallend viele Metzger und Käsehändler (7 bzw. 6 Prozent), deren Anteil am stationären Markt stetig abnimmt.

DHL dominiert den Markt

Die von Händlern bevorzugte Lieferung mit externen Logistikpartnern birgt derzeit zusätzliche Hürden für einen reibungslosen Ablauf. „Für den Kunden sollte der Onlinekauf von Lebensmitteln schnell und unkompliziert sein und ihm einen absoluten Mehrwert bieten“, fordert Sascha Berens, E-Commerce-Experte beim EHI.

Warengruppen
Die meisten Onlineshops beauftragen einen Logistikpartner, um die Ware zum Kunden zu bringen. Das ist häufig sinnvoll, vor allem wenn Trockenprodukte oder reine Tiefkühlwaren ausgeliefert werden. „Sobald jedoch mehrere Kühlzonen abgedeckt werden müssen, lohnt es sich, einen eigenen Lieferdienst in Erwägung zu ziehen. Denn bei Testbestellungen mit bundesweiter Paketlieferung wurden teilweise Probleme mit der Frische festgestellt“, meint Sascha Berens. Einen eigenen Lieferdienst haben bei den untersuchten 250 Onlineshops bisher nur 13 Prozent.

Logistikpartner der Wahl ist ganz klar DHL: 77 Prozent haben die Lieferung mit DHL im Angebot. Weit abgeschlagen folgen die Auslieferung mit UPS (13 Prozent) und DPD (10 Prozent). Nur wenige bieten den Versand via Hermes (4 Prozent), Kurier (3 Prozent) oder GLS (2 Prozent) an.

Methodik der Studie: Die 250 untersuchten Onlineshops wurden in die Kategorien Fachhändler, Abohändler und Supermärkte eingeteilt. Der Händlertyp (Feinkosthändler, Süßwarenhändler, Biohändler etc.) wurde für jeden Shop definiert. Des Weiteren wurden die Warengruppen für jeden Shop bestimmt und viele weitere Merkmale zum Thema Lieferung und Kühlung untersucht.

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