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Verkehrschaos vor Sylt: Initiative für zweigleisige Bahnstrecke sorgt mit Kurzfilm “Catapult Air” für Netzhit

„Anstehen für den Flug deines Lebens“. Mit einem Katapult sollen die Gäste nach Sylt gelangen

Zwei Minuten brauchen die Urlauber in dem Video vom Festland bis nach Sylt – dank "Catapult Air". So heißt das fiktive Verkehrsunternehmen in einem lustig-skurrilen Spot, in dem das Sylt Marketing auf das Verkehrschaos auf der Insel aufmerksam machen möchte. In der Petition fordern sie das Ende des "Nadelöhrs Nord" und einen zweigleisigen Ausbau.

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„Wahnsinnsangst, klar“, versichert ein Gast. Seine Frau sekundiert: „Aber es ist immer noch besser, als am Bahnhof zu versauern.“ Beide wurden mit der Fluggesellschaft „Catapult Air“ auf die Insel Sylt katapultiert. Währenddessen stehen die Urlauber auf dem Festland Schlange, um im hohen Bogen nach Sylt geschleudert zu werden. Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft stempelt die Karten, wünscht einen guten Flug und selbstverständlich einen schönen Urlaub. Unterlegt ist der Clip mit klassischer Fahrstuhlmusik. Das fiktive Verkehrsmittel sei die letzte Rettung, heißt es im Video des Inselmarketings und der Pendlerinitiative. „Die Sylter haben sich zusammengetan und eine Alternative zum Hindenburgdamm geschaffen.“

Nach Sylt katapultiert

Das rund dreiminütige Witz-Video hat allerdings einen ernsten Hintergrund, wie in der dazugehörigen Beschreibung auf YouTube zu lesen ist.  Denn – und das ist Fakt – 22 Kilometer der Strecke von Niebüll nach Sylt sind seit 1927 eingleisig. „Alle 5 bis 10 Minuten fährt ein Zug über dieses Nadelöhr. Kein Wunder, dass jede kleinste Störung zu weitreichenden Verspätungen führen kann. Allein im Mai und Juni sind über 150 Züge ausgefallen, die Pünktlichkeit der Personenzüge bei Ankunft auf Sylt lag bei unter 40 Prozent.“ Das „Nadelöhr Nord“ muss ein Ende haben, sagen die Verantwortlichen der Protestaktion.

Die dazu gehörende Petition stellt mehrere Forderungen auf: Zum einen verlangen die Initiatoren den schnellstmöglichen zweigleisigen Ausbau der 13 Kilometer langen Bahnstrecke Niebüll-Klanxbüll und zum anderen die Priorität für das Projekt sowie die entsprechende Einstufung des Ausbaus im Bundesverkehrswegeplan mit „vordringlichem Bedarf“. Im September wird ein entsprechender Antrag vom Bundesverkehrsministerium des Landes Schleswig-Holstein geprüft. „Er braucht den energischen Rückenwind aller Syltliebhaber, Syltgäste, Syltpendler, Sylter, Nordfriesen, Nachbarinsulaner und der gesamten Westküste“, lautet der Schlussappell.

Die Idee für den kurzen Clip hatte Sylt-Marketing-Chef Moritz Luft, der sich Ende Mai mit einer Hamburger Agentur an die Konzeption machte. Dies berichtet die Sylter Rundschau. Das Protest-Video ist Montagabend angelaufen und hat am Dienstagmittag bei YouTube bislang über 10.500 Aufrufe. Die Petition, gestartet am 20. Juli, haben seitdem über 2.300 Menschen unterzeichnet.

Um dem Protest Nachdruck zu verleihen, haben sich die Organisatoren um Moritz Luft ein Ziel gesetzt: 20.000 Unterschriften.

tb

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