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Verkaufen in 140 Zeichen – E-Commerce mit Twitter

Die Viralkraft von Twitter wird im E-Commerce häufig unterschätzt. Wer als Onlineverkäufer auf Twitter setzt und sich ein kreatives Verkaufskonzept überlegt, hat gute Chancen, sich am Markt zu positionieren und seinen Umsatz zu steigern.

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Von Anne-Kathrin Keller

Verkaufen in 140 Zeichen. Als die drei Amerikaner Dorsey, Stone und Williams im Jahr 2006 Twitter erfunden haben, haben sie wohl kaum geahnt, was der Kurznachrichtendienst für Unternehmen bedeuten kann. Die Wahrheit ist: Twitter ist ein Marketingtraum. Der Kanal verursacht kaum Kosten und kann individuell genutzt werden. Dennoch wird Twitter im E-Commerce noch vernachlässigt. Unternehmen preisen ihre Produkte bislang lieber über Facebook und Blogs an.

Über die Hälfte aller Onlineshopbetreiber (51 Prozent) in Deutschland haben ihren eigenen Twitterkanal. Zum Vergleich: Bei Facebook sind es 78 Prozent. Zalando, Hugo Boss, Coca Cola, Ebay und MediaSaturn sind nur einige Namen, die in Deutschland besonders aktiv auf Twitter verkaufen.

Wie E-Commerce bei Twitter funktioniert

Onlinehändler sollten via Twitter nicht nur eigene Produkt- oder Unternehmensnews kommunizieren. Es kommt auf die richtige Mischung an. Wer interessante Informationen, die die Branche betreffen, twittert, erhält wichtige Retweets und kann so auf virale Effekte hoffen. Die Interaktion mit potenziellen Kunden ist ein wichtiger Bestandteil. Wer den Twitter-Kanal sinnvoll nutzen möchte, sollte verschiedene Themen ausprobieren und so sukzessive die richtige Mischung finden.


E-Commerce-Reihe


Die neue E-Commerce-Reihe auf absatzwirtschaft.de. In der vergangenen Woche erschienen:
Wie Facebook mit seiner E-Commerce-Strategie Werbekunden verärgert


Themen können Unternehmensnews, Produktinformationen, Rabattaktionen, Stellenausschreibungen oder Branchentrends sein. Entscheidend ist zu differenzieren, wer welche Informationen sehen soll. Rabatte oder Gutscheine sollten nur für Follower nutzbar sein, während allgemeine Branchenthemen ideal sind, um neue Follower anzulocken.

Die wichtigsten Regeln

Die erste Regel lautet: Vor dem Verkauf muss Interesse geweckt werden. Bei Twitter heißt das: Follower anwerben. Das bedeutet, potenziellen Kunden etwas zu bieten, mit dem sie sich identifizieren können. Am besten funktioniert diese Strategie über Retweets. Auch durch den geschickten Einsatz von Hashtags kann eine neue Gruppe auf die eigene Seite aufmerksam gemacht werden. Sind Follower gewonnen, muss geprüft werden, ob diese auch tatsächlich auf die Website des Unternehmens gehen. Dazu sollte ein Unternehmen die Bounce Rate von über Twitter generiertem Traffic regelmäßig festhalten.

Die nächste Regel: Kenne dein Netzwerk. Onlinekunden „laufen“ nicht einfach so in ein Geschäft. Auf Twitter sind längst nicht nur junge, smartphoneaffine Menschen. Das Netzwerk bietet die Möglichkeit, Marktforschung in Reinform zu machen. Die Profile der Follower sind einsehbar. Es lohnt sich, möglichst viele zu analysieren, um einen Überblick zu bekommen, welche Produkte sich am besten über den Kanal verkaufen lassen. Am einfachsten erreicht ein Unternehmen User über Hashtags. Dazu lohnt es sich zunächst herauszufinden, welche Hashtags mit den eigenen Produkten verbunden werden. Diese sollten dann gezielt benutzt werden. Das Retweeten fremder Inhalte kann dabei sehr lohnend sein, da sich andere Nutzer in der Regel revanchieren werden.

Verkäufer müssen Twitter „sprechen“

Eine der wichtigsten Twitter-Regeln: Wenn Sie etwas verkaufen wollen, müssen Sie die Twittersprache sprechen. Begriffe wie Hashtag, Handle, Direct Message oder Retweet dürfen keine Fremdwörter sein. Nur so werden Sie von potenziellen Kunden gefunden. Twitter selbst bietet mit seinem Glossar Hilfestellung.

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