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Verbraucher mit Lebensmittel-Kennzeichnung nur mäßig zufrieden

Die jüngsten Lebensmittelskandale verärgern den einen Verbraucher und lassen den anderen unbeeindruckt. Die Tatsache, dass zahlreiche Fertigprodukte Pferdefleisch enthielten, das als Rindfleisch deklariert war, hat 75 Prozent von knapp 2.000 befragten Konsumenten jedoch nicht dazu bewogen, ihr Einkaufsverhalten zu ändern. Nur 14,5 Prozent kaufen seitdem weniger Fleischprodukte.

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Vertrauen in die Produktqualität von Fertiggerichten haben jedoch insgesamt nur 3,9 Prozent der Befragten, bei Wurst und Fleisch sind es knapp 16 Prozent, bei Backwaren 18,7 Prozent, bei Molkereiprodukten 30,4 Prozent und bei Obst und Gemüse rund 31 Prozent. Beim Einkauf frischer Lebensmittel ist den Verbrauchern der „optische Eindruck“ am wichtigsten (48,9 Prozent), es folgen „natürliche Inhaltsstoffe“ (21,6 Prozent), ein „günstiger Preis“ (15,5 Prozent) und „Bio-Qualität“ (9,2 Prozent). Erst am Ende der Nennungen (4,8 Prozent) rangiert das Kaufkriterium „Markenprodukt“.

Befragt wurden die knapp 2.000 Haushalte von der Spectos GmbH über ihr Feedback-Tool „Feedbackstr“. Geschäftsführer Niels Delater ist überzeugt, dass sich der Qualitätsbegriff wandelt: „Transparenz über Herstellung, Logistik und Zutaten von Lebensmitteln ist ein entscheidender Service, den immer mehr Verbraucher erwarten und der ihre Kaufentscheidung wesentlich bestimmt.“ Er belegt dies mit weiteren Umfrageergebnissen: Jeder dritte Käufer im Supermarkt oder Discounter wünscht sich verlässlichere Informationen über die Zutaten der angebotenen Produkte. 27,5 Prozent fordern außerdem genauere Angaben zur Herkunft.

„Herkunft oft nicht nachvollziehbar“

Insgesamt bewerten die Befragten die Kennzeichnung der Lebensmittel auf einer Skala von eins bis fünf mit 2.9, das heißt, sie sind nur mäßig zufrieden. Hier klafft laut Delater eine Lücke zwischen den Erwartungen der Verbraucher einerseits und der Produktkennzeichnung in den Regalen der Supermärkte andererseits. Für den Lebensmitteleinzelhandel wird daher ein kontinuierlicher Dialog mit den Kunden immer wichtiger. Delater betont: „Ist in den Supermärkten ein Kommunikationskanal installiert, über den Verbraucher Wünsche und Kritik regelmäßig äußern können, geraten sie bei Krisen wie dem Pferdefleischskandal oder den falsch deklarierten Bio-Eiern auch nicht ins Hintertreffen.“

Einzelstatements verdeutlichen die Skepsis der deutschen Verbraucher: „Egal, wo oder was ich einkaufe, nirgendwo bin ich sicher, einwandfreie Ware zu bekommen“, gab einer der Befragten an. „Die Herkunft ist oft nur schlecht oder gar nicht nachvollziehbar. Auch der fachgerechte Transport und die fachgerechte Lagerung ist aus meiner Sicht nicht immer gegeben“, so eine weitere Äußerung. Beklagt wird außerdem, dass „die Kontrollen zur Überwachung nicht so stattfinden, wie es sich der Gesetzgeber selbst auferlegt“. Und ein weiterer Konsument befürchtet sogar, „dass die Etikettierung nicht der Wahrheit entspricht“.

Lebensmittel bei Suchanfragen auf Platz 1

Lebensmittel stehen auch an der Spitze eines aktuellen Branchen-Rankings des Angebots- und Informationsportals „Marktjagd“. Demzufolge bezog sich im vergangenen Jahr die Hälfte aller lokalen Suchanfragen unter www.marktjagd.de auf Produkte und Angebote aus dem Lebensmittelbereich – vom Brotaufstrich und Aufschnitt über Getränke bis hin zu Müsli und Brot. Nach Informationen des E-Commerce-Unternehmens hätten die jüngsten Skandale das Bewusstsein der Verbraucher für gute Lebensmittel sowie für Qualitäts- und Preisvergleiche weiter geschärft.

Nach Lebensmitteln stehen bei den Verbrauchern Produkte aus dem Bereich Bauen und Wohnen hoch im Kurs. Fast jede fünfte Suchanfrage bei „Marktjagd“ (19 Prozent) galt Angeboten und Händlern aus diesem Bereich – gefolgt von Elektronik (15 Prozent) sowie Mode und Sport.

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