Suche

Anzeige

US-Website enthüllt, warum Apples KI-Assistent Siri so eine dumme Nuss ist

Apple war eine der ersten Tech-Firmen, die 2011 mit Siri einen intelligenten Sprach-Assistenten im damaligen iPhone 4s vorstellte. Amazons Alexa und Googles Assistant kamen später. Apple hat den Vorsprung mittlerweile verspielt, Siri macht im Vergleich zur Konkurrenz eine schlechte Figur und enttäuscht auf dem Apple-Lautsprecher HomePod komplett. Die US-Website "The Information" legt die Gründe offen, warum Siri so sehr ins Hintertreffen geriet.

Anzeige

Dazu muss man zunächst wissen, dass der legendäre Apple-Gründer Steve Jobs kurz nachdem das iPhone 4s mit Siri vorgestellt wurde verstarb. In der Folge fehlte es offenbar an eine konsistenten Vision, was Apple mit seinem Smart Assistant anstellen wollte. Hinzu kamen zahlreiche Zukäufe von Firmen, die sich mit Suchtechnik und Sprach-Erkennung befassten. Dies führte laut der Schilderung von „The Information“ zu einem Nebeneinander von Zuständigkeiten und Animositäten und Rivalitäten zwischen Teams.

Als ein zentraler Fehler wird von vielen ehemaligen Siri-Mitarbeitern gesehen, dass es Apple lange Zeit versäumt hat, Siri als Plattform für andere Anbieter zu öffnen. Amazon hat mit Alexa vorexerziert, welche Dynamik ein smarter Sprach-Assistent haben kann, wenn die Plattform für weitere Anbieter offen ist.

Alexa verfügt mittlerweile über rund 25.000 so genannte „Skills“ (Apps), viele davon von Drittanbietern. Der Google Assistant kann mittlerweile auf über eine Million so genannter „Actions“ zugreifen, die zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Google Maps steuern aber auch Aktionen bei Drittanbietern auslösen können.

Konflikte hinter den Kulissen

Apple hat Siri für externe Entwickler erst im Jahr 2016 geöffnet. Laut „The Information“ gibt es bislang nur zehn Anwendungen, die auf dem SiriKit (der Schnittstelle für Entwickler) basieren – das wäre ein Witz im Vergleich zum Entwicklungsstand von Alexa und dem Google Assistant. „Als Alexa gestartet wurde, war das grundsolide vom ersten Tag an. Damit Siri dahin kommt, müssten sie fast alles zur Seite legen und neu anfangen“, zitiert „The Information“ ein ehemaliges Siri-Teammitglied. Den Schilderungen zufolge gab es bei Siri von Beginn an massive Probleme. U.a. wurde auch der Nutzer-Ansturm bei Apple unterschätzt. Die Siri-Server seien unter dem Ansturm an Anfragen zusammengebrochen. Erst nach und nach seien Hardware und Software soweit angepasst worden, dass Siri reibungslos funktioniert.

Hinter den Kulissen gab es auch einen Konflikt, ob Siri nun zu einer Suchmaschine werden soll oder nicht. Steve Jobs hatte den Gedanken einer Suchmaschine zu Lebzeiten verworfen. Er sah Siri als Künstliche-Intelligenz-Projekt, die Suche wollte er anderen (Google) überlassen, die seiner Meinung nach besser darin waren. Das Problem war nun aber, das eine KI auch Such-Funktionalitäten braucht dringend braucht, um Nutzer-Anfragen korrekt einordnen zu können. Ein klarer Vorteil für Google.

Verwirrung im Apple-Ökosystem

Mit den Jahren wurden von Apple immer mehr Techfirmen, die sich auf Spracherkennung und -verarbeitung spezialisiert hatten, zugekauft, die Integration klappte allerdings nicht immer gut. 2013 kaufte Apple dann für über 200 Mio. Dollar Topsy, eine Firma, deren Suchtechnik in Spotlight implementiert wurde. Spotlight ist die Suchfunktion auf Apple-Rechnern und iOS-Geräten. Fortan existierten mit Siri und Topsy zwei unterschiedliche Such-Techniken parallel innerhalb des Apple-Ökosystems, was dazu führte, dass Nutzer teilweise auf ein und dieselbe Frage unterschiedliche Antworten bekamen – je nachdem ob sie auf Siri oder Topsy zugriffen. Den Nutzern war das natürlich nicht bewusst, dass hier zwei unterschiedliche Technologien am Werk waren. Sie bemerkten nur, dass die Apple-Geräte schlechte oder verwirrende Ergebnisse ausgaben.

Auch heute wird jedem Nutzer schnell klar, dass Siri hinter der Konkurrenz hinterherhinkt. Während Alexa oder Google Assistant ohne Probleme auch komplexere Fragestellungen korrekt beantworten, spuckt Siri standardmäßig häufig nur eine Wikipedia-Seite aus.

Siri funktioniert auf dem HomePod noch schlechter als auf dem iPhone

Am augenfälligsten wurden die Siri-Probleme von Apple jüngst mit dem Launch des Lautsprechers HomePod. In Rezensionen wurde einhellig die Hardware und die Audio-Qualität des Geräts gelobt – hier zahlt sich aus, dass Apple die Audiofirma Beats übernommen hat. Wie „The Information“ nun schreibt, hatte Apple aber zunächst vor, den HomePod ganz ohne Siri-Funktionen auf den Markt zu bringen. Das Siri-Team erfuhr demnach sogar erst 2015 von dem HomePod-Projekt, als dieses bereits seit Jahren in der Entwicklung war und ein Jahr nachdem Amazon seinen ersten Echo-Lautsprecher mit Alexa auf den Markt gebracht hatte. Schließlich wurden Siri-Funktionen quasi nachträglich implementiert, mit dem Ergebnis, dass Siri auf dem HomePod noch schlechter funktioniert als auf einem iPhone. Der HomePod von Apple mag den Echo-Lautsprechern von Amazon technisch und und in Sachen Sound überlegen sein, seine Smart-Funktionen sind gegenüber der Konkurrenz aber eher lächerlich.

Apple selbst wird in dem „The Information“-Text nur mit den üblichen PR-Phrasen zitiert. Man habe deutliche Fortschritte bei der Performance von Siri erzielt und investiere tief ins Maschinen-Lernen und Künstliche Intelligenz, um die Qualität der Antworten und den Umfang der Fragen, die Siri bearbeiten kann, weiter zu verbessern lässt die Firma ausrichten.

Siri ist offenbar en Lehrstück dafür, wie schwer es selbst einem innovativen Unternehmen wie Apple fällt, sich über einen angestammten Bereich der Expertise hinaus – hier Hardware – weiter zu entwickeln.

Kommunikation

Apple- gegen Android-Nutzer: So sehr turnen alte Smartphones Frauen ab

So geht es tatsächlich zu auf dem Dating-Markt im Jahr 2018: Besitzt man ein altes Smartphone, kann es sein, dass die Frau nie wieder anruft. Das Smartphone hat einen maßgeblichen Anteil an der Begehrlichkeit bei der Partnerwahl. Das will das Tech-Wiederverkaufsportal Decluttr in einer Studie herausgefunden haben: So hätten iPhone-Besitzer die besseren Aussichten, einen Partner zu finden als Android-Nutzer. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Mit Livestreaming Millennials erreichen: Fünf Tipps für einen reibungslosen Livestream

„Bloß nichts verpassen!“ Bei den Vertretern der Millennial-Generation ist die so genannte ‚Fear…

Die Grundbausteine des Marketings: Mehr Kritik wagen!

Frage an Radio Eriwan: „Wäre Kritik am Marketing.“ Antwort: „Ja, aber es wäre…

Amazon hat am Prime Day 2018 mehr als 100 Millionen Produkte verkauft

Prime Day bedeutet 36 Stunden bei Amazon shoppen. Anfang der Woche war es…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige