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US-Wahl: die (zu) lange unterschätzte Medienmagie des Donald Trump

Hat eine große Fanbase: Donald Trump

Es wird ernst: Nach dem deutlichen Sieg in den Vorwahlen in South Carolina scheint klar – die Welt wird Donald Trump nicht so schnell los. Im Gegenteil: Mehr denn je sieht der Immobilien-Milliardär wie der potenzielle Präsidentschaftskandidat der Republikaner aus. Sein zunächst belächelter Aufstieg ist das Ergebnis einer Medienmagie, die der Milliardär aus dem Reality TV mitgebracht hat

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Politik kann so einfach sein. Nicht der Inhalt zählt, sondern wie er vorgetragen wird. Das demonstrieren in eindrucksvoller Weise erneut die Vorwahlen in den USA, in denen sich die große Favoritin der Demokraten, Hillary Clinton, ob ihres steifen Auftretens schwerer als erwartet tut, während auf republikanischer Seite immer mehr ein Kandidat zum Favoriten avanciert, den es eigentlich nicht geben dürfte: Multi-Milliardär und TV-Star Donald Trump.

Nach den Vorwahlerfolgen in South Carolina und Nevada scheint absehbar, dass es bei den Präsidentschaftswahlen auf einen Zweikampf Clinton vs. Trump hinausläuft, der die Medienwelt bis November im Atem halten dürfte. So unwählbar der 69-jährige Immobilienhai mit seinen zahlreichen verbalen Ausfällen nach europäischem  Maßstab scheint, so sehr prasselt an Trump jegliche Form der Kritik ab wie fett von einer Teflon-Pfanne.

Der Grund: Kein Politiker in den letzten Jahrzehnten beherrschte das Spiel mit den Medien besser und effektiver als der Reality TV-Star Trump („The Apprentice“). Wer nach Augenblicken der viel zitierten „TV Magic“ Trumps suchte, fand sie Ende vergangener Woche in den Townhall-Interviews von CNN, in denen die republikanischen Kandidaten die Chance bekamen, auch einmal abseits von politischen Thesen zu punkten.

Reality TV-Star Trump trumpft in den US-Medien auf wie kein zweiter Kandidat 

Doch nur einer nutzt sie: Donald Trump. Auf die Frage, welche Musik sie gerne hören, antworteten Kandidaten wie Jeb Bush (inzwischen ausgestiegen) verschämt mit der Country Band Zac Brown Band, während sich der jüngste Bewerber, Marco Rubio, mit elektronischer Musik (David Guetta) bei potenziellen jungen Wählern beliebt zu machen versuchte – ein, zwei Sätze, die nächste Frage, bitte.

Nicht so Donald Trump. Nicht nur, dass der bekennende Gewinner-Typ gleich die Größten der Popmusik – die Rolling Stones, die Beatles und Elton John – für sich vereinnahmt, er schlägt auch sofort die Brücke zum vermutlich größten Popstar Michael Jackson und damit wiederum zu sich selbst, denn natürlich war Jackson ein Trump-Buddy.

Was Trump aus einer scheinbar nebensächlichen Frage macht, lässt nicht nur den eigentlich beinharten CNN-Moderator Anderson Cooper wie einen faszinierten Fanboy lauschen, sondern nötigt zeitgleich selbst renommierten Journalisten der New York Times, The Atlantic oder Vulture den Respekt ab.

Der begnadetste Storyteller in der US-Politik seit Ronald Reagan

Jeder Satz sitzt, selbst die kurze Atempause baut neue Spannung auf: Donald Trump ist – ob es einem gefällt oder nicht – der begnadetste Storyteller in der US-Politik seit Ronald Reagan. In einer einzigen Minute einer politischen Unterhaltung hat Trump mehr Schlagzeilen produziert als die halbe Unterhaltungspresse über Michael Jackson in den vergangenen Jahren.

Die Ehe mit Lisa Marie Presley wäre kein Fake gewesen, nach seiner Hochzeit hätten sie eine Woche im Trump Tower verbracht, ohne aus dem Hotelzimmer zu kommen, die unzähligen Gesichtsoperationen hätten Jackson ruiniert, denn er habe dadurch sein Selbstbewusstsein verloren –  „und wer sein Selbstbewusstsein verliert, verliert am Ende auch sein Talent.“

Mehr Drama, in einem beiläufigen Ton Tweet-gerecht erzählt, geht in einer Fernsehminute nicht. So sehr der Polit-Outsider mit teilweise unmöglichen Parolen lange Zeit als Reality TV-Clown unterschätzt wurde und sich immer mal wieder mit fragwürdigen Tweets bis auf die Knochen blamiert – seine TV-Magie macht Trump für Hillary Clinton zu einer echten Bedrohung.

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