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US-Datenschutzbemühungen mindern Online-Werbung

Während die Werbetreibenden die Bedenken von Datenschutzgruppen oft als überzogen hinstellen und sich bei ihren Marketingaktivitäten eingeschränkt fühlen, scheinen die Datenschutzbestrebungen Spuren zu hinterlassen. Ein Bericht des amerikanischen Ponemon Institute zeigt zumindest, dass das viel kritisierte „Behavioral Advertising", also die maßgeschneiderte Werbung nach dem Surfverhalten, durch Datenschutzbemühungen um 75 Prozent vermindert wird.

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„Datenschutzbedenken hinterlassen definitiv wirtschaftliche Spuren“, räumte Larry Poneman, Chairman der Sicherheits- und Datenschutzforschungsgruppe, gegenüber der New York Times ein. Die Märkte würden sich verhalten entwickeln, weil die rechtliche Situation nicht genau geregelt sei. Zudem würden die Federal Trade Commission und der US-Kongress die Vorgaben bezüglich des Online-Datensammelns zunehmend verschärfen.

Die Werbeindustrie hat der Studie zufolge ein immer stärkeres Interesse daran, die Datenschutzängste der Konsumenten selbst zu adressieren. „Wenn man die Bedenken zerstreuen kann, dann wird auch das Geld in die maßgeschneiderte Online-Werbung fließen“, glaubt Michael S. Zaneis, Vizepräsident Public Policy beim Interactive Advertising Bureau. Dies bedeute einen Auftrieb für die gesamte Industrie. In der Branche werde auf ernstzunehmende Selbstregulierung gedrängt. Dabei bemühten sich die Werbetreibenden laut der New York Times sowohl um eine bessere Aufklärung in der Öffentlichkeit als auch um entsprechende Technologien, die Konsumenten mehr Transparenz bringen sollen. Ab dem Sommer sollen Behavioral Ads mit einem eigenen Icon gekennzeichnet werden.

„In Deutschland muss Werbung im Rahmen der Gesetzgebung stattfinden, um widerspruchsfrei agieren zu können. Die rechtlich eingeräumte Klagebefugnis unmittelbar betroffener Konkurrenten sowie Organisationen des Wettbewerbs- und Verbraucherschutzes sind ausreichende Korrektive gegen Missbrauch“, meint Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Konfrontationen zwischen Werbetreibenden und Datenschützern seien hierzulande zwar selten, kämen jedoch vor. „Das geschieht vereinzelt bei Firmen, die glauben, Konsumenten austricksen zu können und bei Datenschutzideologen, die meinen, Menschen im Internet unter eine Panzerglocke stellen zu müssen“, betont Nickel. Dass der Datenschutz die Online-Werbung in ihrer Entwicklung behindert, sei in Deutschland bisher nicht der Fall. pte

www.ponemon.org,
www.zaw.de

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