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Unternehmen spenden mehr als elf Milliarden Euro

Fast zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland engagieren sich für die Gesellschaft, wie eine Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Der erste Engagementbericht der Bundesregierung „Für eine Kultur der Mitverantwortung“ wurde von einer Sachverständigenkommission der Bundesregierung unter dem Vorsitz von IW-Direktor Prof. Dr. Michael Hüther erstellt. Im Jahr 2011 haben die Unternehmen mindestens 11,2 Milliarden Euro für gute Zwecke ausgegeben.

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Das Gros der Gesamtsumme machen Geldspenden (8,5 Milliarden) oder Sachspenden (1,5 Milliarden) aus. Auf die kostenfreie Überlassung betrieblicher Infrastruktur entfallen 900 Millionen Euro. Die Arbeitszeit, die Mitarbeiter für das bürgerschaftliche Engagement aufbringen, entspricht einem Gegenwert von rund 22 Millionen Euro. Die 4.400 befragten Unternehmen fördern vor allem ihr direktes lokales Umfeld und dort am intensivsten Kindergärten und Schulen, Freizeit und Sport. Auch Soziales und Integration oder Kunst und Kultur zählen zu den Bereichen, für die sich die Unternehmen aktiv einsetzen. Sie arbeiten dabei in erster Linie mit Vereinen und Freiwilligenorganisationen zusammen. Wichtige Kooperationspartner sind zudem soziale Einrichtungen, Verbände, religiöse Einrichtungen oder Stiftungen.

Große Unternehmen engagieren sich häufiger

Der Bericht zeigt weiter, dass die Unternehmensgröße dabei eine zentrale Rolle spielt: Je größer das Unternehmen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich engagiert. Von den kleinen Unternehmen mit einer Betriebsgröße von bis zu 49 Beschäftigten engagieren sich rund 63 Prozent. Unternehmen mit 50 bis 499 Beschäftigten fördern das Gemeinwohl zu 71 Prozent. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt die Engagementquote bei 96 Prozent.

Die hohe Quote der Großunternehmen lässt sich erstens darauf zurückführen, dass einschlägige Aktivitäten eine kritische Mindestgröße an finanzieller und personeller Ressourcenausstattung benötigen. Dies erlaubt es größeren Unternehmen eher, entsprechende Leistungen für die Gemeinschaft bereitzustellen. Zweitens verfügen viele Großunternehmen über speziell für den betreffenden Bereich des Engagements geschultes Personal, das unterschiedliche Maßnahmen und Strategien für das Engagement des Unternehmens erarbeitet. Anders sieht dies bei den meist eigentümergeführten Kleinunternehmen aus, bei denen auch die Verantwortung für bürgerschaftliches Engagement häufig bei der Eigentümerin oder dem Eigentümer selbst liegt. Und drittens mag es größeren Unternehmen eher gelingen, die Gesellschaft zu informieren, dass sie etwas Gutes für sie tun, da ihr Handeln von den Medien eher aufgegriffen wird.

Kleine Unternehmen mit hohem Umsatzanteil

Betrachtet man die Ausgaben gemessen am Unternehmensumsatz, lässt sich hingegen feststellen, dass kleine Unternehmen prozentual einen höheren Anteil für bürgerschaftliches Engagement ausgeben als Großunternehmen. 45 Prozent der Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten verwenden mehr als 0,3 Prozent ihres Umsatzes für bürgerschaftliches Engagement, aber nur 16 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Aktivitäten sind in der Regel zeitlich befristet. Viele Unternehmen engagieren sich eher kurz- und mittelfristig. 45 Prozent der Unternehmen in der Größenklasse bis zu 49 Beschäftigten geben an, dass sie kurzfristige Aktivitäten durchführen, nur 30 Prozent engagieren sich auch in langfristig angelegten Projekten. Bei Unternehmen mit einer Belegschaft von über 500 Angestellten hingegen lässt sich eher eine Tendenz zu langfristigem Engagement erkennen.

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