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Umsatz mit Zeitungsanzeigen geringer als mit Onlinewerbung

In der deutschen Werbebranche ist ein historischer Wandel vollzogen. Onlinewerbung hat erstmals die Einnahmen durch Zeitungsanzeigen überholt. Das offenbaren Zahlen des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die im Zuge der Jahrespressekonferenz des Verbandes präsentiert wurden. Während laut jüngsten Zahlen des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft im vergangenen Jahr 4,1 Milliarden Euro umgesetzt wurden, konnten die Zeitungen mit Anzeigen nur 3,9 Milliarden Euro erwirtschaften.

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Das Minus bei den Zeitungsanzeigen betrug laut BDZV 15,7 Prozent bzw. 700 Millionen Euro. Neben dem Anzeigengeschäft hätten Supplements im Jahr 2009 rund 82 Millionen Euro eingebracht, 4,47 Milliarden Euro seien auf Vertriebserlöse zurückgegangen. Auch bei den Auflagen habe es weitere Einbußen gegeben. Die Zahlen seien im Schnitt um 2,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 geschrumpft. Die Entwicklung setzte sich auch im ersten Quartal dieses Jahres fort (minus 2,7 Prozent). Am stärksten verloren die Kaufzeitungen (minus 4,1 Prozent). Abozeitungen büßten um 2,2 Prozent, Wochenzeitungen um 2,6 Prozent an Auflage ein.

Angesichts der mageren Refinanzierung der Onlineaktivitäten durch Werbung klammern sich die Verleger immer stärker an Bezahlinhalte. iPad und Co. werden – ähnlich wie in den USA – auch hierzulande zum zentralen Punkt der digitalen Strategie. Das betonte auch BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Paid Content sei von „existenzieller Bedeutung“ für die Verlage. Durch die Einführung des iPads habe das Publizieren auf elektronischen Displays eine neue Dimension erreicht. In den Verlagen werde intensiv an Inhalten, Design und Vermarktungsmodellen gearbeitet.

Dabei wollen die Zeitungsverlage aber unbedingt mehr sein als reine Inhalteanbieter. „Sie wollen auf den neuen digitalen Plattformen die Beziehung zu ihren Kunden behalten und die Verkaufspreise für ihre Produkte ebenso selbst bestimmen wie die Entwicklung des Anzeigengeschäfts“, ergänzt Hans-Joachim Fuhrmann, Leiter Kommunikation und Multimedia beim BDZV. Mit externen Plattformbetreibern sollte darüber verhandelt werden. Wichtig sei, dass die Verlagsangebot ohne technische Hindernisse möglichst auf allen attraktiven Plattformen und Endgeräten präsentiert werden könnten. Zur Zahlungsbereitschaft der Konsumenten gibt es unterschiedliche Erhebungen. Laut BDZV sind Nutzer durchaus bereit, für gute und exklusive Inhalte in die Tasche zu greifen. Befragungen wie unlängst von Fittkau und Maaß ergaben aber, dass kaum ein Viertel für Onlineinhalte bezahlen will. pte

www.bdzv.de

www.bvdw.org

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