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Twitterdiskussionen liefern Journalisten zunehmend Aufhänger

Die europäische Medienindustrie befindet sich in einer Phase tiefgreifenden Wandels, der durch die Wirtschaftskrise weiter beschleunigt wird. Sinkende Werbebudgets und die Konkurrenz durch Online-Kanäle stellen die Zukunftsfähigkeit vieler traditioneller Medien grundlegend in Frage. Das zeigt eine Studie, für die die Kommunikationsagentur Burson-Marsteller Journalisten führender Medien in 27 Ländern Europas, dem mittleren Osten und Afrika befragte.

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Danach zeichnen Journalisten ein eher düsteres Bild ihrer Zukunftsaussichten. Zum Beispiel befürchte fast ein Drittel in den kommenden zwölf Monaten einen weiteren Job-Kahlschlag in Redaktionen. Dafür werde vor allem der anhaltende Kostendruck verantwortlich gemacht. Für die einzelnen Journalisten wachse damit die Arbeitslast. So hätten 47 Prozent der Befragten angegeben, immer mehr Aufgaben erfüllen und länger arbeiten zu müssen. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass trotz schrumpfender Redaktionen zunehmend digitale Plattformen bestückt werden müssen.

Die steigende Belastung beeinflusse zudem die Qualität der journalistischen Arbeit, denn ein Fünftel der Journalisten beklagte, dass weniger Zeit für Recherche zur Verfügung stehe und gleichzeitig der redaktionelle Platz knapper werde. Die größte Bedrohung für den Qualitätsjournalismus sähen die Befragten jedoch darin, dass erfahrene Journalisten durch jüngere und damit vom Lohnniveau her günstigere Kollegen ersetzt werden. „Die Auswirkungen der Sparmaßnahmen gehen mittlerweile an die Substanz der Redaktionen“, beobachtet Karl-Heinz Heuser, CEO Burson-Marsteller Deutschland. Europaweit werde es für Journalisten immer schwieriger, das gewohnte Qualitätsniveau zu halten.

Zusätzlich zur Wirtschaftskrise würden die digitalen Medien vielen Verlagen zu schaffen machen. Dabei erachteten die Befragten die Auswirkung der digitalen Revolution auf den Journalismus als zwiespältig. Einigkeit herrsche nur darüber, dass die neuen digitalen Werkzeuge einen nie dagewesenen Zugang zu Informationen verschaffen. Während 42 Prozent der Befragten Suchmaschinen schätzten, fänden 15 Prozent Unternehmenswebseiten hilfreich. Viele Journalisten verließen sich bei der Suche nach aktuellen Nachrichten und Aufhängern zunehmend auf die wichtigsten Blogs und Twitterdiskussionen, wohingegen Meldungen von Nachrichtenagenturen für diesen Zweck häufig in den Hintergrund treten. Allerdings empfänden die Befragten die wachsende Konkurrenz durch Online-Kanäle ebenso wie eine mögliche De-Professionalisierung ihres Berufes durch Bürgerreporter als ernsthafte Bedrohung für den Journalismus.

www.burson-marsteller.de/survey

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