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Top-Studie: Deutschlands Fußballfans sind digital öfter und schneller am Ball

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Top 1: Carat legt Fantypologie der Fußball-Bundesliga vor

In Deutschland gibt es mehr als 20 Millionen Fußball-Fans und die erreicht man sehr gut über digitale Kanäle. Ob Streaming-Angebote, zeitversetztes Fernsehen oder Social Media-Plattformen, Deutschlands Fußball-Anhänger sind – verglichen mit Nicht-Fans – bei der Nutzung digitaler Angebote öfter und schneller am Ball. Parallel spielt aber auch die „gute alte“ Tageszeitung noch eine wichtige Rolle bei den Fußballfans. Dies sind zwei zentrale Ergebnisse der Fantypologie-Studie von Carat, der Media-Agentur des Dentsu Aegis Network. Für die repräsentative Studie befragten die Kommunikationsexperten 10.000 Deutsche im Rahmen ihrer internationalen Markt-/Media-Studie „Consumer Connection Study“ (CCS). Die Befragung der als Fußballfans klassifizierten Menschen legt offen: Fans und Nicht-Fans unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Mediennutzung und ihrer Markenvorlieben. Und zwischen den Anhängern der Vereine gibt es deutliche Unterschiede.

Fußballfans: Nicht nur am Spieltag immer am Screen

Video-on-Demand (VoD), Instant-Messaging und Social Media – diese Trends sind hierzulande vor allem den Fußballfans ein Begriff. Denn Anhänger des runden Leders zeigen im Vergleich zu Nicht-Fans generell ein gesteigertes Informationsinteresse – und das sowohl über analoge als auch digitale Kanäle. 64 Prozent der Fans lesen täglich eine Tageszeitung, bei den Nicht-Fans greift nur knapp die Hälfte (49 Prozent) dazu. Ein genauerer Blick auf das Mediennutzungsverhalten verrät außerdem: Während leidenschaftliche Fans beim Thema „Mobile First“ ganz vorne mit dabei sind, bleiben die Sympathisanten eher noch beim linearen TV oder bei Printmedien (49 Prozent).

Bayer 04: Amazon Video, Netflix, wir stehen zu Dir

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesligavereinen gibt es auch beim Fanpotential und den Interessen der Fans: Spitzenreiter in Sachen VoD und Streaming-Angebote sind die Leverkusener. Ganze 56 Prozent der Bayer 04-Fans konsumieren Inhalte eher über Netflix, Amazon Video und Co. als über das klassische Fernsehen. In die Verlängerung gehen sie gerne mal auf YouTube: 83 Prozent von ihnen surfen regelmäßig auf der beliebten Video-Plattform. Ein grundsätzlicher Blick auf die Social Media-Kanäle zeigt zudem: Verglichen mit den Fans der anderen Vereine ist man in Leverkusen besonders Social Media-affin: 85 Prozent der Fans sind regelmäßig auf Facebook, Instagram und Co. unterwegs. In München liegt dieser Wert beispielsweise nur bei 69 Prozent. Auch im Hinblick auf die neuesten Streaming-Angebote ist man in der Stadt des Rekordmeisters noch zurückhaltender: Nur 34 Prozent der Bayern-Fans bevorzugen neueste Streaming-Dienste gegenüber dem klassischen, linearen Fernsehen.

Sportsponsoring zahlt sich aus

Fußball-Fans lassen sich hierzulande auch eher von Testimonial-Werbung beeinflussen. So wirkt sie verglichen mit Nicht-Fans − insbesondere bei den Fußball-Begeisterten: Fußballfans nehmen Produkte, die von einem Sport-Promi beworben werden, nicht nur viel eher wahr (32 Prozent) – bei 16 Prozent der befragten Fans genügt sogar schon das Gesicht eines bekannten Fußballers als Kaufargument. Sportsponsoring und Werbung mit prominenten Gesichtern zahlt sich für Marken also durchaus aus. Besonders deutlich wird dies bei einem Blick auf die einzelnen Vereine: Während Bayern-Fans beim Autokauf bevorzugt zum Vereinssponsor Audi (13 Prozent) greifen, entscheidet sich die Gesamtzahl der Fußballinteressierten in Deutschland nur zu sieben Prozent für die vier Ringe. Ein ähnliches Bild zeigt sich beispielsweise beim HSV und seinem Ausrüster adidas: 57 Prozent der Hamburg-Fans tragen die Marke, während dieser Anteil bei den Fußballinteressierten insgesamt nur 39 Prozent ausmacht.

Top 2: Durchwachsene Start-up-Bilanz der Bundesregierung

Keine Bundesregierung hat so viele Maßnahmen zur Förderung von Start-ups angekündigt, wie die noch bis September regierende gr0ße Koalition. Doch im Hinblick auf die Umsetzung der Maßnahmen fällt die Bilanz durchwachsen aus: Von insgesamt 28 Einzelmaßnahmen, die im Koalitionsvertrag und im Laufe der Legislaturperiode angekündigt wurden, wurden 10 und damit gut jede Dritte vollständig umgesetzt. 13 Projekte wurden teilweise umgesetzt oder zumindest teilweise angegangen, in 5 Fällen ist hingegen überhaupt nichts passiert. Das ist das Ergebnis einer Bitkom-Analyse der deutschen Start-up-Politik. Seit der Halbzeit-Bilanz Ende 2015 ist damit eine weitere Maßnahme angegangen worden, vier weitere wurden vollständig umgesetzt. Dazu gehört etwa die Einführung eines neuen Börsensegments „Neuer Markt 2.0“, das unter dem Namen Scale zum 1. März 2017 von der Deutschen Börse gestartet wurde. Das Invest-Programm wurde wie angekündigt fortgeführt und ab 1. Januar 2017 ausgebaut, ein Wachstumsfonds mit dem Europäischen Investitionsfonds wurde ebenfalls eingerichtet. „Diese Bundesregierung hatte sich in der Digitalpolitik viel vorgenommen und enorm viel erreicht, gerade in puncto Start-ups aber blieb sie hinter ihren Ankündigungen zurück. Die Bedeutung von jungen, innovativen Unternehmen für unsere Wirtschaft hat sie erkannt. Sie pflegt einen aktiven Austausch mit der Gründerszene und kennt die Probleme in der Gründungs- und Wachstumsphase. Zudem hat die Bundesregierung eine ganze Reihe von Einzelmaßnahmen beschlossen, von denen Start-ups profitieren. Aber: Oft bleiben die konkreten Schritte hinter den Möglichkeiten und Erfordernissen zurück“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

So hat das Bundeskabinett zwar bereits im September 2015 ein „Eckpunktepapier Wagniskapital“ beschlossen und einige steuerrechtliche Probleme gelöst, das versprochene Venture-Capital-Gesetz, mit dem Deutschland international wettbewerbsfähig bei der Wachstumsfinanzierung von Start-ups werden sollte, ist aber ausgeblieben. Auch weitere sehr konkrete und von Start-ups begrüßte Ankündigungen wurden im Laufe der Legislaturperiode nicht angegangen. So wurde im Koalitionsvertrag eine „Gründungszeit“ analog dem Modell der Familienpflegezeit versprochen, es wurden aber keinerlei Maßnahmen getroffen, diese umzusetzen.

Die vollständige Bitkom-Analyse zur Start-up-Politik der Bundesregierung gibt es hier

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