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Toilettenpapierhersteller Hakle ist das H geklaut worden

Wo ist Hakles "H"?

Man erinnere sich an das Krümelmonster, das Bahlsen den „goldenen Keks“ mopste. Nun erwischte es das Unternehmen Hakle. Ihm stahlen dreiste Diebe den ersten Buchstaben des Schriftzugs am Firmensitz.

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Von Thomas Schmoll

Mehr als zwei Jahre ist es her, da erlebte die Bundesrepublik einen Kriminalfall, über den fast das ganze Land schmunzelte, aber eben nur fast: Den Inhabern der Firma Bahlsen war gar nicht nach Lachen zumute. Bis heute unbekannte Diebe mopsten den mehr als 100 Jahre alten „goldenen Leibnizkeks“ von der Fassade des Stammsitzes des Unternehmens in Hannover. Der oder die Entführer des 20 Kilo schweren Logos nannten sich – passend zum Objekt ihrer Begierde – Krümelmonster. In einem Erpresserschreiben wurden Kekse für ein Kinderkrankenhaus und 1.000 Euro für ein Tierheim verlangt. Andernfalls komme das Messingteil „zu Oskar in die Mülltonne“. „Wir lassen uns nicht erpressen“, teilte Bahlsen mit, spendete aber später Zehntausende Packungen Kekse an Dutzende soziale Einrichtungen. Schließlich gaben die Diebe den Keks zurück.

Das H des Logos ist futsch

Nun haben dreiste Ganoven – entweder abermals Scherzkekse oder professionelle Metalldiebe – das Logo das Toilettenpapierherstellers Hakle verschandelt. Sie klauten das „H“ des Firmenschriftzugs am Hauptsitz in Düsseldorf-Reisholz. Jetzt steht an der Wand zum Betriebsgelände nur noch „…akle“. Die Täter hatten genauso schwer zu schleppen wie die Keksdiebe von Hannover. Das „H“, das zwischen Freitagnachmittag (14.8.) und Montagmorgen (17.8.) abmontiert worden sein muss, ist dem Unternehmen zufolge 1,66 Meter hoch und knapp einen Meter breit.

Wer von Euch hat ein H für uns?

„Es ist keine Erpressung. Bisher hat sich jedenfalls niemand bei Hakle gemeldet“, berichtete eine Sprecherin der Firma auf Anfrage. Zunächst versuchte es das Unternehmen mit einem Appell bei Facebook: „GESUCHT: Kaum zu glauben, aber wahr, wir sind auf der Suche nach unserem H. Und dafür brauchen wir Eure Hilfe. Wer von Euch hat ein H für uns?“ Natürlich meldete sich der eine oder andere und erklärte etwa: „Ich habe das H gestohlen. Ich fordere dafür einen Jahresvorrat an Hakle-Produkten. Übergabe erfolgt mit der Post.“ Oder auch: „Oh, Ihr Armen, schaut mal, ich habe ein tolles H für Euch.“ Dazu ein Bild mit einem H, das dem Anschein nach einen Schokokuchen schmückt.

Etwas mehr als eine Woche nach dem unerlaubten Entfernen des Buchstabens entschied sich Hakle nach eigenen Angaben, mit dem Fall an die breitere Öffentlichkeit zu gehen. Nach Worten von Geschäftsführer Bernd Schell wurde zuvor Strafanzeige erstattet. Die Düsseldorfer Polizei bestätigte den Eingang und erklärte, wegen „besonders schweren Fall des Diebstahls“ zu ermitteln. „Wer hat ein H gesehen? Bitte melden“, sagte ein Sprecher und will das nicht nur witzig verstanden wissen. Der H-Klau sei schließlich eine Straftat.

Guerilla-Marketing?

„Es steckt kein PR-Gag dahinter“, erklärte die Firmensprecherin. Bahlsen musste sich vor zwei Jahren gegen die Anschuldigung verwahren, der Keksdiebstahl sei cleveres Guerilla-Marketing gewesen. Als Beleg für die steile These nannten kritische Geister den Umstand, dass die Sesamstraße im selben Jahr ihr 40. Jubiläum feierte. Schlaumeier stellten im Stile von Verschwörungstheoretikern fest, dass Täter und Unternehmen angeblich Bahlsen-Symbolik nutzten. Schließlich hatte die Firma angekündigt, 52.000 Kekspackungen an 52 Einrichtungen zu verschenken.

Zweiundfünzig? Da war doch was? Genau, die Kekse haben 52 Zähne. Die Diebe hängten den geklauten Keks um den Hals einer Pferdestatue der Leibniz-Universität Hannover. Leibnitz ist der Namensgeber des Kekses. Entdeckt wurde der Keks am 5. Februar 2013, also am 5.2.. Na wenn das kein Guerilla-Marketing ist? Da stört es auch nicht, dass der goldene Keks nur 34 Zähne hat. Tatsächlich gab der Chef der Agentur Kolle Rebbe, die für Bahlsen Werbung macht, zu: „Mein erster Gedanke war: Großartig! Was für eine Steilvorlage! Besser geht es gar nicht!“ Doch unter Verweis auf den kriminellen Hintergrund sagte Stephan Rebbe zugleich im Fachmagazin „Horizont“:  „Uns und dem Kunden waren die Hände gebunden.“

Jahresvorrat an Hakle-Produkten

So befindet sich nun auch Hakle in der Zwickmühle, eine Straftat für PR in eigener Sache zu nutzen. Die Verlockung ist groß. „Unter allen, die ein H gefunden haben, verlosen wir einen Jahresvorrat an Hakle-Produkten. Also, schnell suchen, Bild posten und mitmachen“, heißt es auf der Facebook-Seite. Das Unternehmen verspricht „für sachdienliche Hinweise, die zur Wiederbeschaffung des Aluminium-Buchstabens führen“, 1.000 Euro oder alternativ 2.675 Rollen Toilettenpapier. „Dies entspricht insgesamt 334 Paketen Toilettenpapier je 8 Rollen, was für ein paar Jahre reichen dürfte.“ Dazu passt auch, dass der „Tag des Toilettenpapiers 2015“ auf den 26. August fällt.  „Das ist wirklich nur Zufall“, sagte die Firmensprecherin.

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