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TK-Unternehmen können nur vertikal wachsen

Für die Anbieter von Telekommunikations-Diensten in Deutschland verspricht das Bereitstellen von Bandbreite kein bedeutendes Wachstum mehr. Vielmehr könnte sich der Markt für Zugangs- (Access-) Dienstleistungen sogar rückläufig entwickeln, wie eine neue Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt. Die Lösung laute „Beyond Access“: Mit Blick auf die zunehmende Zahl spezieller Industrie-Lösungen mit Connectivity-Funktionen eröffneten neue Anwendungsfelder Perspektiven. Der Weg zum Erfolg führe über Kooperationen.

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Der Titel des aktuellen Reports lautet „Telekommunikationsdienste von morgen – vertikale Wachstumsstrategien auf dem Prüfstand“. Dr. Andreas Gentner, Partner bei Deloitte, präzisiert das Fazit: „Die Umsätze im TK-Segment stagnieren, durch bereichsübergreifende Kooperationen können TK-Anbieter zusätzliche Möglichkeiten erschließen, insbesondere in Wachstumsbereichen wie Gesundheit und Energie.“ Bei den neuen Branchenlösungen stehe die Einbindung intelligenter Konnektivitätsfunktionen im Zentrum, die technologische Kompetenz erforderten. Das mache TK-Unternehmen zu idealen Partnern. Interessant seien neben E-Health und der Energieversorgung vor allem mobile Bezahltechnologien, das „Connected Car“ und die Cloud.

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland liegen bei jährlich rund 280 Milliarden Euro. Gegenwärtig liegt das Marktvolumen für E-Health-Lösungen bei etwa 6,5 Milliarden Euro und soll mittelfristig um zehn Prozent jährlich steigen. Das Zuwachspotenzial in der Telemedizin wird sogar auf 20 Prozent pro Jahr geschätzt. Gefragt sind dem Deloitte-Report zufolge innovative und kostengünstige Lösungen – und damit auch IT- und Kommunikationsstrukturen. Die Kompetenzen und Ressourcen der TK-Anbieter seien hierbei unverzichtbar. Hinzu komme die Erfahrung der Unternehmen mit sicheren Datennetzen. Als Partner oder mit eigenen Telemonitoring- oder Hausnotrufsystemen könnten TK-Anbieter die Gesamtentwicklung maßgeblich beschleunigen.

Die Strategieberater sehen auch im bargeldlosen Bezahlen per Smartphone und NFC-Technik Potenziale für TK-Unternehmen. Experten prognostizierten immerhin ein Wachstum bei Mobile Payment-Diensten bis zum Jahr 2015 um jährlich 50 Prozent. Beispiele wie das mpass-Konsortium oder das niederländische „Six Pack“ zeigten die Richtung. Hier seien neben führenden Banken auch die TK-Anbieter maßgeblich beteiligt – insbesondere bei Diensten, die über eine reine Bezahlfunktion hinausgehen, etwa personalisierte Kaufempfehlungen oder Couponing. Ein weiterer interessanter Wirtschaftsbereich sei die Energiebranche: Die Energiewende und der stetig steigende Bedarf machten eine smarte Energieversorgung notwendig. Dazu gehörten smarte Netze, bidirektionale Stromzähler sowie intelligente Steuersysteme für Hausgeräte. In Deutschland bestehe ein Investitionsbedarf von etwa 400 Milliarden Euro – das größte Potenzial für Kooperationen mit TK-Anbietern. Hier könnten sie ihre Beyond-Access-Kompetenzen optimal einsetzen, etwa beim Monitoring und bei der Steuerung der Netze sowie beim Datenschutz, aber auch bei der Vermarktung neuer Zählersysteme.

Einen weiteren Fokus setzt der Report auf das vernetzte Automobil. Bislang beschränkten sich Connected Car-Angebote häufig auf die automobile Oberklasse, künftig würden sie einen Massenmarkt erobern. Dienste rund um die Sicherheit sowie zur Abrechnung von Mautgebühren würden Angebote wie Infotainment und Routenplanung ergänzen und erweitern. Die TK-Anbieter könnten in diesem Segment über ihre Kernkompetenz hinaus gemeinsam mit Partnern herstellerübergreifende Standards schaffen und universelle Infotainment-Plattformen entwickeln und vermarkten. Und schließlich die Cloud: Mit der Integration cloudbasierter Storage-Dienste in bestehende Consumer-Angebote sicherten TK-Unternehmen ihre Stellung im Content-Bereich. Telekommunikationsanbieter verfügten neben Netzen und Kundenkontakten zudem über Erfahrung bei der professionellen Distribution von Media-Inhalten. Sie könnten mit umfassenden Diensten im Business-to-Business-Bereich ihre Netz- und IT-Infrastruktur als Beyond-Access-Kompetenz nutzen.

Die komplette Studie kann auf der Deloitte-Internetpräsenz kostenlos per Download eingesehen werden.

www.deloitte.com

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