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Tauschen, Teilen, Leihen – welche Kaufpraktiken liegen im Trend?

Nach Meinung der Europäer nehmen die Neukäufe im Internet weiter stark zu. Deutsche Verbraucher shoppen besonders gerne online. 78 Prozent tätigen genauso viele oder mehr Neukäufe im Internet wie vor fünf Jahren. Der stationäre Handel verliert dagegen an Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt das Europa Konsumbarometer 2015.

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Für die aktuelle Studie hat die Commerz Finanz GmbH mehr als 8.700 Europäer nach ihren Konsumgewohnheiten gefragt. Als Hauptmotiv für Online-Käufe, Gebrauchtkäufe und kollaborativen Konsum werden vor allem finanzielle Gründe angeführt. 40 bis 60 Prozent der europäischen Verbraucher sehen einen Zusammenhang zwischen ihren Konsumpraktiken und der Wirtschaftslage.

Art des Einkaufens hat sich verändert

Bild von Louis 'Lui' Padberg(37)

Fast jeder dritte Verbraucher (62 %) ist überzeugt, dass sich seine Art des Kaufens in den vergangenen fünf Jahren weiterentwickelt hat. Ein Großteil greift dabei stärker auf das Internet und mobile Technologien zurück (73 %). Lediglich 15 Prozent der Europäer bestellen keine Neuwaren online.

Kaufen die Verbraucher im stationären Handel, möchten sie sich vor Ort von der Qualität des Produkts überzeugen. In diesem Punkt heben sich die Geschäfte von anderen Konsumkanälen ab. Nur sieben Prozent der Europäer shoppen aus Qualitätsgründen im Internet. Hinsichtlich der Komplementarität von Online- und Offline-Handel ist dies eine gute Nachricht. Vor allem die unter 45-Jährigen wollen das Internet künftig stärker für Gebrauchtkäufe, „Click & Collect“, das Ausleihen, Tauschen oder Teilen von Produkten nutzen.

Mit dem Kauf im Geschäft verbinden die Europäer auch Konsumlust. Die Freude am Kauf scheint nach wie vor fest mit dem Shopping im traditionellen Handel verankert zu sein.

Second-Hand wird immer beliebter

Der Secondhand-Markt als Weiterverkaufs- oder Einkaufsmöglichkeit gewinnt deutlich an Reichweite. Drei von fünf Europäern beteiligen sich als Verkäufer, zwei von drei Europäern als Käufer. „Das zunehmende Bedürfnis nach Abwechslung und ein schnell wechselndes Angebot im Handel führen zu immer kürzeren Wiederkaufszyklen. Viele Konsumenten haben daher selbst für hochwertige Produkte in gutem Zustand keine Verwendung mehr“, kommentiert Prof. Dr. Susanne Wigger-Spintig von der Hochschule München mit Fachgebieten Konsumgütermarketing, Konsumentenverhalten und Marktforschung. „Das ist wiederum für diejenigen interessant, die sich mit dem Qualitätsniveau der Secondhand-Ware zufriedengeben und sich entweder nicht mehr leisten können oder wollen.“

Forderungen der Verbraucher

Bild von Louis 'Lui' Padberg(38)

Jedem dritten Europäer würden ein größeres Dienstleistungsangebot auf den Websites (32 %) das Einkaufen erleichtern. Gefragt sind auch eine bessere Erreichbarkeit durch Carsharing-Angebote oder öffentliche Verkehrsmittel (21 %), eine persönliche Betreuung vor Ort (28 %) und eine optimierte Gestaltung des Kundenlaufs im Geschäft/in der Struktur im Internet (23 %). Rund die Hälfte der Verbraucher wünscht sich verlängerte Öffnungszeiten an Sonntagen, abends oder früh am Morgen (49 %). Deutsche Verbraucher sind mit dem Konsumangebot weitestgehend zufrieden. Trotz der Krise assoziieren sie Konsum mit Vergnügen (89 %).

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