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Wir fragen Sie: Ist das Tabakwerbeverbot ein Schritt in die falsche Richtung?

Das Tabakwerbeverbot ist da

Der Beschluss steht fest: Zigarettenwerbung auf Plakaten und im Kino soll von Juli 2020 an verboten werden. Der Fachverband Aussenwerbung warnt vor einem Dammbruch in der Werbe- und Informationsfreiheit. Für ein Tabakwerbeverbot spricht sich die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin aus. Was sagen Sie zu dem Thema? Geben Sie uns ihre Stimme in unserem Tacho

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Der Fachverband Aussenwerbung schaltete sich letzte Woche in die Debatte um die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Umsetzung eines Totalverbots für Tabakprodukte ein. Denn: „Jeder Politiker weiß aus dem Wahlkampf aus eigener Erfahrung, wie Werbung wirkt und was sie bewegen kann – und was eben nicht“, betont FAW-Geschäftsführer Jochen C. Gutzeit. „Bei den Überlegungen und Begründungen für ein komplettes Tabakwerbeverbot scheinen allerdings alle Regeln außer Kraft gesetzt.“

Auch der Markenverband nimmt Stellung zur aktuellen Debatte, die heute im Kabinett diskutiert wird: „Als Vorgriff auf eine Schwarz-Grüne Koalition übernehmen Teile der Union nun offensichtlich die Ideologie einer Bevormundungs- und Verbotspolitik. Damit vollführt die Union einen weiteren Schwenk weg von ihrer Basis, die gerade erst auf dem Parteitag im November einen klaren ordnungs- und wirtschaftspolitischen Kurs in Werbefragen gefordert hat“, so der Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes Christian Köhler.

OWM-Vorsitzende Tina Beuchler: „Wer ein generelles Werbeverbot mit der Begründung erlässt, dass es den Gesundheitsschutz fördere, der kann bei anderen Produkten zwangsläufig nicht anders argumentieren. Es besteht die Gefahr, dass weitere Produktgruppen Ziel politischer Überregulierung werden. Aus Sicht der OWM sind Maßnahmen zur Stärkung der Verbraucherkompetenz der bessere Weg zum verantwortungsvollen Konsum.“

Doch es gibt auch Befürworter. „Es ist gut und höchste Zeit, dass die Bundesregierung Zigarettenwerbung im Außenbereich und in Kino verbieten will“, so Prof. Dr. Manfred Gahr, Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) e.V., und weiter: „Wir hoffen allerdings, dass dieses Werbeverbot nicht auf einzelne Plätze eingeschränkt wird und schon deutlich früher erfolgt.“ Die DAKJ und ihre kinder- und jugendmedizinischen Mitgliedsverbände und –gesellschaften fordern solch ein umfassendes Werbeverbot schon lange und hatten auch Bundesminister Schmidt diesbezüglich angeschrieben. Der äußerte sich zu dem Thema so: „Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine allgegenwärtige Werbung in der Öffentlichkeit den Einstieg in das Rauchen aktiv fördert.“ Künftig solle im Kino und auf Plakaten nicht mehr für Tabakprodukte geworben werden dürfen, kündigte Schmidt in der „Bild“-Zeitung an.

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Kommentare

  1. Tabakwerbung macht aus Nichtrauchern zwar nicht plötzlich Raucher, wohl aber auf die Dauer. sich aus einer Sucht zu befreien, ist extrem schwierig und langwierig, wie ich bei einem meiner beiden Söhne festgestellt habe, der glaubte, gern zu rauchen, aber später selbstkritisch feststellte, dass er süchtig rauchte. Diese extrem gesundheitsschädliche Prozedur sollten wir unseren Mitbürgern ersparen und Tabakwerbung verbieten lassen, wohl wissend, dass allein dieses Verbot nicht ausreicht, um den unermesslichen Schaden durch Rauchen abzuschaffen. Vielleicht helfen ja ein bisschen die kommenden Horrorbilder. Vielfach wird aber die Sucht stärker sein als die Einsicht – leider

  2. Ich finde das Handeln des Gesetzgebers schizophren; einerseits wird das Rauchen völlig zu Recht verteufelt, andererseits scheut sich der Fiskus nicht, die Tabaksteuer dem Staatshaushalt zuzuführen. Würde der Staat konsequenterweise auf diese Einnahmen verzichten und die Gelder in Form einer zweckgebundenen Abgabe auf Tabakwaren zur Suchtprävention und zur Behandlung von Folgeschäden bereitstellen (um so rauchende und vor allem nicht rauchende Beitragszahler der Krankenkassen zu entlasten) könnte ich das Werbeverbot als sinnvollen Baustein der Prävention gerne gelten lassen.

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