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SXSW: Inspirations-Kick für ein ganzes Jahr

Ein Wahnsinnsprogramm und jährlich mehr Besucher: Das ist die South by Southwest. Treffpunkt für Start-ups, Agenturen und Unternehmen aus aller Welt – und das trotz langer Schlangen vor den häufig nicht sehr tiefgängigen Sessions. Warum Marketers die SXSW auch in Zukunft fest in den Kalender eintragen sollten.

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Ein Gastbeitrag von Matthias Wesselmann ist Vorstand der Kommunikationsagentur fischerAppelt

Es gibt nicht umsonst die Theorie, dass Menschen dazu neigen, gar nichts zu tun, wenn sie zu viele Optionen haben. Doch SXSW-Programmfülle hin oder her: Wer einen neuen Inspirations-Kick benötigt und frische Perspektiven auf Kultur, (Digital-)Gesellschaft und Technologie gewinnen will, ist in Austin immer noch goldrichtig. Für Marketers ist besonders das Interactive-Festival interessant, da es vor allem digitale, technologiegeprägte Themen aufgreift.

Prominenz für Small Talk im Gepäck

Tesla-Gründer Elon Musk warnt vor Künstlicher Intelligenz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, John Cryan, verkündet den Verzicht auf Vorstandsboni, Ethereum-Gründer Joseph Lubin will mit der Blockchain-Technologie das Web 3.0 bauen und Bernie Sanders fordert jeden einzelnen Amerikaner zum Wählen auf. Bei den vielen Sessions prominenter Speaker – sofern man es denn in den Saal geschafft hat – bleiben dann doch auch einige Botschaften hängen. Allein die Tatsache, dass man die prominenten Meinungsführer gesehen hat, dürfte für einige Small Talks gut sein.

Verantwortungsvollere Designethik: Kritik an sozialen Netzwerken

Natürlich geht es auch mit mehr Tiefgang: So wurden beispielsweise der Einstieg Apples in die News-Distribution und die Schattenseiten sozialer Netzwerke wie Facebook diskutiert. Denn, dass Designentscheidungen, so genannte „design patterns“, einzig dazu dienen, die Nutzer in sozialen Netzwerken unbewusst zu einer Aktion zu bewegen und damit letztlich Umsatz zu machen, ist längst nicht mehr frei von Kritik.

Mit experimentellem Storytelling die Consumer Experience verbessern

Neben aller Theorie wurde es auch anschaulich: So erzählten etwa Claire Tolan (Managing Director, Jameson Brand Homes, Jameson Distillery) und Cynthia Jones (General Manager Innovation Expericences, Henry Ford Museum), wie man mittels experimentellem Storytelling nachhaltige Markenerlebnisse kreiert. Denn damit sind die Jameson Destillerie in Dublin und das Henry Ford Museum in Detroit ziemlich erfolgreich. Angesichts der immer wichtiger werdenden Customer Experiences zwei interessante Praxisbeispiele.

Künstliche Intelligenz: Chance und Risiko zugleich

Unter der technologischen Lupe stand bei der diesjährigen SXSW vor allem das Thema Künstliche Intelligenz – sowohl als Schlüssel für neue Geschäftsmodelle als auch als Treiber von Corporate Transformation. So kann eine AI-zentrierte Denkweise Unternehmen helfen, sich kulturell und strategisch vom Produkt- zum Serviceanbieter zu wandeln und die Bedürfnisse der Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Allerdings werden auch die Risiken der neuen Technologie immer offener benannt. Zukunftsforscherin Amy Webb zeichnete beispielsweise in ihrem auf der SXSW gelaunchten „2018 Emerging Tech Trends Report“ ein recht düsteres Bild der Zukunft. Sie betonte, dass Marketers frühzeitig einzelne Tech-Trends miteinander verbinden müssen, um bessere strategische Entscheidungen treffen zu können.

Bei Markenauftritten geht nichts ohne VR

Viele relevanten Technologie-, Automobil- und Consumer-Marken präsentieren sich nach wie vor auf der SXSW. Die Liste reicht von Dell, Sony, Intel über Mercedes Benz bis hin zu Pinterest, Youtube, Google und vielen Standortmarketing-Präsenzen wie dem German Haus oder das Reeperbahn Hamburgers der Stadt Hamburg. Die deutsche Community ist nicht nur gefühlt, sondern auch nach den Prognosen eine der größten auf der SXSW. Dazu tragen die großen Markenauftritte, etwa die Mercedes me Convention, bei. Fast immer mit von der Partie bei den Markenauftritten: Virtual-Reality-Showcases. Von der Spielerei bis zu in der Praxis erprobten Use Cases ist alles zu finden. Insbesondere Letzteres erweitert Vorstellungsvermögen, wohin die Reise gehen könnte. So präsentierte zum Beispiel Merck KGaA, Darmstadt, Germany im German Haus seine „Virtual Reality Experience“, die den Wandel vom Pharma- und Chemiekonzern hin zu einer „vibrant science and technology company“ für Mitarbeiter erlebbar machte.

Startklar für die Corporate Transformation

Wer auf der SXSW in diesen bunten Mix aus Markenauftritten, Panels und Netzwerk-Veranstaltungen eintaucht, hat nicht nur Inspiration für ein ganzes Jahr gewonnen. Er ist auch gut gerüstet für die digitale Transformation im eigenen Unternehmen. Und genau das sollte für deutsche Unternehmen ein wesentlicher Grund sein, Mitarbeiter auf das Festival zu schicken. Denn es gibt keine sinnvollere Investition, als die eigenen Mitarbeiter für die digitale Transformation zu befähigen.

Über den Autor: Matthias Wesselmann ist Vorstand der fischerAppelt AG, eine Kommunikationsagentur im Bereich Content, Bewegtbild und Digital Marketing.

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