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Studien der Woche: Made in Germany, Selbstvermessung, Augmented Reality

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Top 1: Das halten die Deutschen von Marken „Made in Germany“

Die Herkunft zählt! Das hat nun das Performance Management Unternehmen Nielsen in einer Studie herausgefunden, die in 61 Ländern weltweit untersucht hat, wie Verbraucher zum Kauf von Produkten von lokalen und globalen Marken stehen. Demnach seien viele deutsche Marken nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland beliebt – mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Verbraucher gibt an, dass sie es vorziehen, lokale (also deutsche) Marken zu kaufen, da sie so die lokale Wirtschaft unterstützen. Nur sieben Prozent würden dieser Aussage nicht zustimmen.

Doch auch wenn die Deutschen lokale Marken schätzen: Ihre Vorliebe für lokale Marken umfasst nicht alle Produkte gleichermaßen. Globale Marken werden z.B. bei technischen Geräten, aber durchaus auch bei Kleidung und Autos bevorzugt. „Bei Technik ziehen die Verbraucher oft globale Marken vor. Hier spielt natürlich auch eine Rolle, ob es lokale Marken überhaupt gibt. Besonders Computer und andere Unterhaltungselektronik kommt ja vorrangig aus asiatischen oder amerikanischen Märkten“, fasst Ingo Schier – Vorsitzender der Geschäftsführung von Nielsen Deutschland – zusammen. „Allerdings darf man auch nicht vergessen: Viele große deutsche Marken sind oft auch globale Marken. Ein Beispiel dafür sind Autos.“ Während die Verbraucher im europäischen Durchschnitt also globale Auto-Marken mit 42 Prozent den lokalen vorziehen würden (Präferenz lokale Auto-Marken 13%), ist das Verhältnis in Deutschland deutlich ausgewogener (Präferenz globale Auto-Marken 23%, lokale Auto-Marken 22%).

Das Hauptargument der Deutschen für den Kauf von Produkten lokaler Marken sei aber das Preis- und Leistungsverhältnis (35 Prozent). Es folgen die Umweltfreundlichkeit (30 Prozent), die bisherige Erfahrung mit dem Produkt (26 Prozent) sowie Angebots-Aktionen (22 Prozent). Die Verpackung hingegen ist für den Kauf von lokalen Marken vergleichsweise unwichtig (5 Prozent). Doch auch Vertrauen spielt eine entscheidende Rolle: 42 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass lokale Marken vertrauenswürdiger als globale Marken sind — fast die Hälfte (47 Prozent) der Deutschen gibt an, dass sie lokale Marken kaufen, da diese am besten auf ihre individuellen Bedürfnisse bzw. auf ihren Geschmack abgestimmt sind. Besonders punkten können lokale Marken bei den Deutschen zudem mit der Sicherheit der Produkte (24 Prozent) und der Natürlichkeit (22 Prozent).

Top 2: Welche Daten die Deutschen sammeln – und wie viel sie ihnen wert sind

Kalorien mit Fitness-Armbändern zählen oder den Finanzstatus per App checken – digitale Selbstvermessung erlebt Konjunktur. Klar, dass besonders Versicherungen oder Banken diese Daten nutzen möchten. Und tatsächlich würde fast jeder zweite Deutsche diese auch für Geld offenlegen. Das ergibt eine aktuelle Studie der Dr. Grieger & Cie. Marktforschung, die das Potenzial für die kommerzielle Nutzung von Quantified Self-Daten unter die Lupe genommen hat.

Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage hat das Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. im Juni 2016 1.011 Verbraucher zwischen 15 und 69 Jahren zum Self Tracking und zur Weitergabebereitschaft ihrer persönlichen Daten befragt. Demnach erheben insgesamt 21 Prozent der Bevölkerung Daten zu ihrem eigenen Leben. Den größten Anteil hätten dabei Fitness- und Gesundheitsdaten (18 Prozent), weit abgeschlagen folgen die Bereiche Ernährung (5 Prozent), Finanzen (3 Prozent) sowie Persönliches/Intimes und Energieverbrauch (jeweils 2 Prozent). Dabei würden Frauen häufiger Daten rund um die Themen Fitness und Ernährung erfassen, während die Männer beim Tracking von Finanzen und Energieverbrauch vorne lägen.

Interessant: Die selbsterhobenen Daten zum Bewegungsverhalten würden prinzipiell 54 Prozent der Bevölkerung an ihre Krankenkasse übermitteln – davon 21 Prozent bereits für einen Bonus von 50 Euro im Jahr. Für ein halbes Monatsgehalt mehr würden 44 Prozent der Weitergabe ihrer Daten an den Arbeitgeber zustimmen. Daten zum Fahrverhalten würden ebenfalls 44 Prozent an ihre Kfz-Versicherung senden – hier brauche es einen (durchschnittlichen) Bonus von 160 Euro im Jahr. Skeptisch sind die Deutschen hingegen bei der Übermittlung von Gesundheitsdaten an Banken, um etwa einen günstigeren Kredit zu bekommen – für zwei Drittel der Befragten ist hier die Grenze erreicht. Auf der anderen Seite: Für eine Ermäßigung von rund 550 Euro wäre jeder Dritte dazu bereit.

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Bei Erhebung der Daten würde sich aber eine „klassische Form der Selbsteinschätzung“ aufzeigen, so die Studie. Denn: Besonders Personen mit hoher Risikoneigung, die rund ein Viertel der Bevölkerung ausmachen würden, sind bereit, ihre Daten weiterzugeben. So würden Männer mit mindestens einem Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung die höchste Zustimmungsrate aufweisen, wenn es um die Übermittlung ihrer Daten an Kfz-Versicherungen geht. Obwohl gerade für sie die Versicherung wohl deutlich teurer ausfallen dürfte. „Die Auswertung und der Vergleich von Self Tracking-Daten können vielen Menschen ein realistischeres Bild von sich selbst vermitteln“, analysiert Daniel Althaus von Dr. Grieger & Cie. Marktforschung.

Aber aller Weitergabebereitschaft zum Trotz: Eine überwältigende Mehrheit teilt das Datenschutzverständnis des Grundgesetzes. Satte 96 Prozent sind laut Studie der Ansicht, ohne explizite Zustimmung der Betroffenen sollten keine Daten übermittelt werden dürfen. Im Zweifel sind sie aber selbst an der Verbreitung Schuld: Nur 43 Prozent lesen die Datenschutzerklärungen von Onlineshops, die von Self-Tracking-Anwendungen lesen nur 24 Prozent. Vier von fünf Deutschen ergreifen zwar selbst Maßnahmen zum Datenschutz, dies ginge bei den meisten aber nicht über das Löschen der Browserhistorie hinaus. „Das zeigt, dass privater Datenschutz von weiten Teilen der Bevölkerung praktiziert werden kann, aber er muss dazu einfach und verständlich sein“, sagt Althaus.

Top 3: Hat Pokémon Go den Stein ins Rollen gebracht? Chancen und Auswirkungen durch Augmented Reality

Ein Hype, der seines gleichen sucht: Das Augmented Reality-Handygame Pokémon Go hat die Welt auf den Kopf gestellt – massenhaft Nutzer weltweit haben ihre Umgebung auf Pikachu, Zubat & Co. durchkämmt. Während sich die Public Relations- und Marketing-Experten der Worldcom PR Group die Chancen und Auswirkungen von Augmented Reality ausgelotet und eine Umfrage zu Pokémon Go und Augmented Reality (AR) unter seinen Partnern durchgeführt hat. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der befragten Führungskräfte führten mit ihren Kunden Diskussionen über die Chancen und Auswirkungen von Augmented Reality bereits in der ersten Woche nach der Veröffentlichung des Trend-Spiels.

Demnach gehen fast drei Viertel der Partner weltweit (74 Prozent) gehen davon aus, dass die Tourismusbranche als erstes AR-Technologie als Marketingmittel anwenden wird. Immer noch 48 Prozent der internationalen Führungskräfte sehen die Verbraucherindustrie als Antrieb für AR, um Markenengagement und Verbrauchereinbindung grundlegend zu stärken.

„Jeder PR- und Marketing-Experte sollte in Augmented Reality einen innovativen Kanal sehen, der seinen Kunden neue Chancen und Strategien für wirkungsvolles Markenengagement bietet“, sagt Jonathan Bloom, Marketingvorsitzender der Worldcom PR Group in der amerikanischen Region.

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Kommentare

  1. Wir stimmen den Artikel von und ganz zu. Augmented Reality erfüllt den Begriff „CrossMedia“ im Printbereich. Wie finde ich die richtige Zielgruppe? Die
    Reisebranche ist eine der ersten Branche, aber Augmented Reality ist für alle Branchen einsetzbar.

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