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Studien der Woche: Deutsche lieben Cash, Android marschiert voran, Autohersteller kürzen Werbebudgets

Täglich veröffentlichen Forschung und Wirtschaft neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Forschungsergebnisse der vergangenen Woche.

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Fintechs werden es in Deutschland wohl schwer haben, Android hat es dafür umso leichter, die Automobilbranche zahlt weniger für Werbung und die Kauflaune in der Bundesrepublik hält an. Das sind die Studienergebnisse der Woche:

1. Deutsche lieben Cash

Schlechte Nachrichten für Fintechs und Co.: Die deutschen zahlen am liebsten in Bar – und tragen daher rund zwei Mal so viel Bargeld mit sich herum wie etwa Menschen in Australien, den USA, Frankreich oder Holland. Das hat eine aktuelle Studie der US-Notenbank in Boston herausgefunden, wie das US-Magazin Quartz berichtet.

Im Schnitt tragen Deutschen demzufolge Bargeld im Wert von umgerechnet rund 109 Euro mit sich herum. Insgesamt werden hierzulande 80 Prozent aller Transaktionen in Bar gezahlt. Zum Vergleich: In den USA sind es weniger als 50 Prozent.

Eine weitere Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte indes Aufschluss darüber geben, warum Deutsche gerne Cash zahlen: So könnten sie einfacher ihre Ausgaben kontrollieren. In der Studie heißt es: „Ein Blick in die eigene Tasche gibt ein Signal über die Menge der Ausgaben und das übrig gebliebene Budget.“ Andere Untersuchungen vermuten den Stellenwert der eigenen Privatsphäre als ausschlaggebend: Deutsche, schreibt Quartz, schätzten wohlmöglich die Anonymität von Barzahlungen. Wie außerdem die deutsche Geschichte mit der Liebe zu Cash zusammenhängen soll, lesen Sie hier.

Ländervergleich Transaktionsvolumen in Bar:

  • Deutschland: 82 Prozent
  • Australien: 65 Prozent
  • Frankreich: 56 Prozent
  • Kanada: 53 Prozent
  • Niederlande: 52 Prozent
  • US: 46 Prozent

2. Google marschiert mobil voran

Die Analysefirma Netmarketshare hat den von mobilen Geräten aus verursachten Web-Tlaffic analysiert und festgestellt: Das Google-Betriebssystem Android ist für mehr als die Hälfte – 59 Prozent – des mobilen Onlineverkehrs verantwortlich.

Google liegt damit vor Apple, das mit seinem Betriebssystem iOS auf knapp 33 Prozent kommt. Es folgen Java ME, das jedoch eigentlich kein eigenes Betriebssystem ist, sondern eine Umsetzung der Programmiersprache Java für mobile Geräte wie Handys und PDAs,s schreibt das Techportal heise.de. Hierzulande findee man es nur noch auf sehr alten Geräten und einigen preiswerten Feature-Phones. Das Betriebssystem Android hat Apple bereits vor anderthalb Jahren im Traffic überholt. Seitdem baut Google seine Vormachtstellung immer weiter aus.

Netmarketshare hat außerdem Daten zu Mobilbrowsern analysiert. Auch hier hat Google die Nase vorn: 42 Prozent des mobilen Traffics gehe vom Browser Chrome aus, Apples Safari folgt mit 34 Prozent.

3. Werbeausgaben 2015: Autobranche kürzt Budgets

Automobilhersteller haben in Deutschland im vergangenen Jahr weitaus weniger für Werbung ausgegeben als 2014. Das berichtet die „Automobilwoche“ mit Bezug auf eine exklusive Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen.

Laut Bericht sanken die Werbeausgaben im Vergleich zu 2014 um 8,7 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro und erreichten somit das gleiche Niveau wie 2013. Grund dafür waren zum einen deutliche Etatkürzungen der Autohersteller. Der größte Werber der Branche etwa, Volkswagen, kürzte sein Budget um zwölf Prozent auf insgesamt 257,4 Millionen Euro. Der zweitgrößte Werber Daimler gab fast ein Viertel weniger aus als 2014 (176,4 Millionen Euro). Dank Sonderausgaben wie etwa zur Fußballweltmeisterschaft war 2014 allerdings auch ein vergleichsweise werbestarkes Jahr.

Einige Unternehmen steigerten ihre Ausgaben. Audi und Opel zum Beispiel, die jeweils 144,8 Millionen und 138, 7 Millionen Euro in Werbemaßnahmen investierten. Opel gelang der Sprung in die Top fünf der größten Werber vor allem durch seine „Das neue OH!“-Kampagne rund um den neuen Corsa. Am meisten Geld in die Kampagne für einen einzelnen Wagen aber gab Seat aus: Für den Seat Ibiza, der Mitte 2015 mit neuer Außenerscheinung auf den Markt kam, gab der Konzern laut Bericht 47 Millionen Euro aus.

Am meisten pumpten die Autohersteller nach wie vor in Fernsehwerbung. Mit 728 Millionen Euro flossen aber auch hier rund 15 Prozent weniger als 2014. Die Investitionen in Online-Werbung schrumpften um 5,5 Prozent auf 388,4 Millionen Euro.

4. Deutsche in Kauflaune

Und noch eine Studie von Nielsen: Laut aktuellem Verbrauchervertrauensindex blicken die Deutschen optimistisch in die Zukunft. „Insgesamt befindet sich das Verbrauchervertrauen in Deutschland nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Daran ändert auch das etwas rauere weltwirtschaftliche Umfeld grundsätzlich nichts“, sagt Ingo Schier, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nielsen Deutschland.

Fast zwei Drittel (58 Prozent) der Deutschen schätzen ihre Job-Chancen für die nächsten zwölf Monate 2015 als gut oder sehr gut ein. Das sind zwei Prozent mehr als noch im letzten Quartal 2014. Deutschland liegt damit ganze 26 Prozent über dem europäischen Durchschnitt (32 Prozent). 53 Prozent der Deutschen schätzen ihre persönliche finanzielle Situation zudem für die nächsten zwölf Monate als gut oder sogar sehr gut ein. Im Vergleich zum Vorjahresquartal (55 Prozent) ist dieser Wert zwar um zwei Prozentpunkte zurückgegangen. 50 Prozent der Deutschen sind jedoch der Ansicht, dass die nächsten zwölf Monate eine gute Zeit sind, um Geld auszugeben. Diese Ansicht teilen nur 35 Prozent der Europäer.

Und wofür geben Deutsche ihr übrig geblieben Geld am liebsten aus? Laut Nielsen für Kleidung (52 Prozent) oder Urlaub (46 Prozent). An dritter Stelle steht mit 30 Prozent das Abbezahlen von Schulden. Sparen liegt bei deutschen Verbrauchern im vierten Quartal 2015 mit 27 Prozent erst auf Platz vier.

Trotzdem treiben die Verbraucher auch Sorgen um: insbesondere die Themen Immigration, Terrorismus und Gesundheit. „Die Ereignisse des vergangenen Jahres haben natürlich Einfluss auf die Sorgen der Verbraucher“, so Ingo Schier. „Bislang ist aber keine Auswirkung auf das Verbrauchervertrauen erkennbar.“

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