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Streaming-Dreikampf: Wie gefährlich können Disney und Apple Branchenprimus Netflix werden?

© ©Foto: unsplash/ Austris Augusts/ Montage:absatzwirtschaft

Netflix ist der unangefochtene Streaming-Platzhirsch – doch das könnte sich bald ändern. Apple dürfte in zwei Wochen seinen Streaming-Dienst vorstellen, während Disney wiederum mit seinem Angebot Disney+ spätestens Ende des Jahres nachzieht. Nach Analystenschätzungen könnten sowohl Apple als auch Disney mittelfristig die 100-Millionen-Abonnentenmarke knacken und Netflix damit attackieren.

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Es ist seit einer gefühlten Dekade der Goldstandard des Streamings: Netflix. Wer Serien und Filme zu Hause genießt, steuert in erster Linie das Angebot des US-Konzerns an. 139 Millionen Menschen rund um den Erdball bezahlen jeden Monat bereits für ein Netflix-Abo und bescherten dem im Silicon Valley ansässigen Internetkonzern 2018 bereits Umsätze von fast 16 Milliarden Dollar.

Angesichts von Serien-Hits wie „House of Cards“, „Orange is the New Black“, „Stranger Things“ & Co genießt Netflix Kultstatus und ist nicht nur zum Zeitgeist-Phänomen („Netflix and chill“) geworden, sondern auch mit einem Börsenwert von inzwischen knapp 160 Milliarden Dollar bereits zum zweitwertvollsten Medienkonzern der Welt aufgestiegen.

Apple könnte am 25. März eigenen Streaming-Dienst bekannt geben

Allein: Das hyperbolische Wachstum des US-Streaming-Anbieters von Serien und Filmen, der in den späten 90er-Jahren noch als Versender von DVDs begonnen hatte, könnte in den kommenden Monaten möglicherweise an seine Grenzen stoßen, denn gleich zwei große Rivalen aus der Tech- und Medienindustrie schicken sich an, eigene Streaming-Angebote zu starten.

So scheint auch iPhone-Hersteller Apple das umkämpfte Geschäft mit Serien- und Filminhalten als nächsten großen Wachstumsmarkt für sich entdeckt zu haben. Anfang der Woche verschickte der Techpionier aus Cupertino eine Einladung an Journalisten, die eine eindeutige Botschaft trug: „It’s show time“, verpackt in einem Gif in Hollywood-Ästhetik.

Dass Apple kräftig in das Geschäft mit eigenproduzierten Inhalten investieren will, gilt spätestens seit der Verpflichtung der Top-Manager Jamie Erlicht („Breaking Bad“) und Zack Van Amburg („Better Call Saul“)  als offenes Geheimnis. Rund eine Milliarde Dollar dürfte sich Apple seine Original Content-Bemühungen allein in diesem Jahr kosten lassen. Der zweitwertvollste Konzern der Welt hat sich dafür etwa die Dienste von Star-Regisseur Steven Spielberg (für eine Neuauflage seiner “Unglaublichen Geschichten”), TV-Talkerin Oprah Winfrey und Hollywood-Ikonen Jennifer Aniston und Reese Witherspoon (für eine Serie über das Frühstücksfernsehen) gesichert.

Obwohl Apple den Launch von Eigeninhalten eher schrittweise verfolgen und seinen Video-Streaming-Dienst zunächst mit Serien und Filmen von Pay-TV-Partnern wie HBO, Showtime oder Starz bestücken dürfte, rechnen Analysten wegen Apples einzigartiger Marketingmacht mit einem schnellen Abonnentenwachstum. Wie Daniel Ives von der Investmentbank Wedbush Securities diese Woche in einer Kurzstudie vorrechnete, könnte Apple mit seinem Streaming-Dienst binnen drei bis fünf Jahren die magische Marke von 100 Millionen Abonnenten knacken, für die Netflix fast eine Dekade benötigt hatte.

Streaming-Angebot Disney+ startet Ende des Jahres

Noch schneller gehen könnte es bei Netflix‘ natürlichem Rivalen Disney, der den Launch seines lang erwarteten Streaming-Dienstes Disney+, der auf der Übernahme von BAMTech basiert, für Ende des Jahres angekündigt hat. Der neue Service wird naheliegenderweise die üppigen Eigeninhalte aus fast einem Jahrhundert Filmgeschichte der Walt Disney Company, von Pixar und National Geographic, aber auch der Marken Star Wars und Marvel enthalten, das gerade mit „Captain Marvel“ für den nächsten Megahit an den US-Kinokassen sorgte.

Und mehr noch: Dank des für 71 Milliarden Dollar zugekauften Medienriesen 21st Century Fox verfügt Disney über ein weiteres gigantisches Film- und Serienarchiv. Besonders bitter für Netflix, das bisher dank eines Lizenzdeals erste Anlaufstelle für Filme und Serien des Hollywood-Pioniers war: Disney behält seine neuen Blockbuster künftig für sich und zieht Inhalte sogar ab.

Disney+: JP Morgan sieht Potenzial von 160 Millionen Abonnenten

Nach Einschätzung von der Investmentbank JP Morgan ist der Dow Jones-Konzern deswegen prädestiniert für ein rasantes Abonnentenwachstum. „Wir haben keinen Zweifel, dass Disney+ langfristig zu den Angeboten gehört, die sich durchsetzen“, schrieb Analystin Alexia Quadrani diese Woche in einer Kurzstudie.

„Unser Vertrauen in den Erfolg von Disney+ kommt von der unvergleichlichen Markenwahrnehmung, dem umfangreichen Premiumangebot und dem einzigartigen Ökosystem, mit dem Disney den Dienst vermarkten kann“, erklärt die JP Morgan-Analystin, die langfristig ein Abonnentenpotenzial von 160 Millionen sieht. Den Marketing-Vorteil besitzt fraglos auch Apple dank seines Nutzerstammes von 900 Millionen aktiven iOS-Usern, die der Kultkonzern ohne große Werbeaktionen auf sein neues Streaming-Angebot aufmerksam machen kann.

Relativ gelassen sieht dagegen ein alter Hollywood-Tycoon die neue Attacke der Tech- und Mediengiganten: „Wer versucht, Netflix einzuholen, ist ein Narr”, erklärte der frühere Fox- und Paramount-Chef und heutige Chairman des Internet-Konglomerats IACs, Barry Diller, im Februar im recode-Podcast mit Techreporterin Kara Swisher. Tuna N. Amobi, Analyst beim Center for Financial Research & Analysis (CFRA) ergänzt: „Im Streaming-Markt ist Platz für viele Anbieter.“

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