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Storytelling im Online-Shop: So funktioniert Emotional-Commerce

Der stationäre Handel hat im Vergleich zum Onlinehandel enorme Vorteile: Besucher eines Ladengeschäftes können durch zahlreiche Sinnesreize beeinflusst werden. Um als E-Commerce-Betreiber diese Nachteile zu kompensieren, müssen Online-Shops mit ihrem visuellen Auftreten Emotionen hervorrufen.

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Gastbeitrag von Juliane Kersting, Product Marketing Specialist bei der shopware AG

Eine Musterküche  wird nicht nur einfach aufgestellt. Stattdessen überzeugt sie in toller Atmosphäre, in einem schönen Licht und ist mit stilvollen Dekoartikeln ausgestattet. Der Besucher kann Auszüge, Arbeitsflächen etc. anfassen, testen und sich von der Qualität überzeugen.

Mit Storytelling den Shop-Besucher in eine Bilderwelt eintauchen lassen

Trotz vieler Vorzüge, wie der 24-stündigen Erreichbarkeit, einem (oft kostenlosen) Lieferservice und dem nahezu unbegrenzten Angebot, ist es im Onlinehandel nicht möglich, all diese Sinne anzusprechen. Um als Onlinehändler aber dennoch diesen Nachteil zu kompensieren, sollte der Fokus auf dem Visuellen liegen. Um seine Besucher von der ersten Minute an zu begeistern, ist es sinnvoll, auf Storytelling zu setzen.

Besucher sollten nicht mit simpel aufgelisteten Produkten und gleichförmig gestalteten Onlineshops konfrontiert und gelangweilt werden. Stattdessen ist es ratsam, Geschichten zu erzählen, die das Interesse fördern. Schon im Kindesalter haben uns Geschichten fasziniert. Sie erzeugen Bilder, Gedanken, Assoziationen und lösen Emotionen aus. Genau diese Emotionen sind für den Handel so bedeutend.

Denn wissenschaftlich bewiesen, werden über 90 Prozent der Kaufentscheidungen im Unterbewusstsein, gesteuert durch Emotionen, getroffen. Das „Limbische System“, eine neuronale Funktionseinheit im menschlichen Gehirn, ist für die Entstehung und Verarbeitung von Emotionen zuständig. Mit einer Aktivierung des limbischen Systems durch äußere Reize, können bekannte Muster im Gehirn aktiviert, Bedürfnisse geweckt und Kaufentscheidungen dadurch maßgeblich beeinflusst werden.

HowTo – So funktioniert Emotional-Commerce

Schon auf der Startseite eines Onlineshops sollten die Besucher mit ganzflächigen Bannern, die für das jeweilige Endgerät optimiert sind, empfangen werden. Denn in den meisten Fällen entscheiden die ersten Sekunden darüber, ob ein Besucher sich angesprochen fühlt oder die Seite verlässt. Aussagekräftige und qualitativ hochwertige Fotos können verschiedene Einkaufswelten anteasern oder Informationen zum Unternehmen und dessen Werten transportieren. Auf diese Weise kann auch die Marke stärker positioniert werden. In den einzelnen Storytelling-Einkaufswelten wird der Kunde dann abschnittsweise mit auf eine Reise durch die Produktwelt genommen.

Hat ein Onlinehändler beispielsweise Lebensmittel in seinem Sortiment, kann er dessen vielfältigen Einsatz durch stimmungsvolle Bilder unter Beweis stellen. So stellte beispielsweise die Berliner Agentur Neofonie bei der Umsetzung des neuen Webauftritts von Rausch Schokolade, die Produktwelt des Edelkakaos in den Vordergrund. Über zahlreiche Videos kann der Besucher in den gesamten Herstellungsprozess der Pralinées eintauchen. Er kann schauen, wie der Edelkakao auf den Plantagen abgebaut und in der Rausch-Manufaktur weiterverarbeitet wird. Über einen besonders anschaulichen Produktkonfigurator können schließlich Kreationen ausgewählt und bestellt werden.

Rausch-Responsive-print

Responsive Design ist Pflicht im E-Commerce. Foto: Shopware

Geschichten bilden den Rahmen für Produktdarstellung

Mit verschiedenen Side-View- und Quick-View-Elementen lassen sich thematisch passende Produkte noch innerhalb der Storytelling-Einkaufswelt einbinden. Damit erhalten Besucher erste Informationen über die Produkte, können diese auf ihren Wunschzettel vermerken und ihre Erlebnisreise fortsetzen. Auch Cross-Selling-Produkte können hierüber optimal eingebunden werden. Hat der Besucher seinen virtuellen Einkaufskorb mit einem Produkt gefüllt, kann ein weiteres dazu passendes Produkt vorgeschlagen werden. Jederzeit kann der Besucher natürlich in seinen Wunschzettel springen, sich detaillierter über die Produkte informieren und den Kaufprozess starten. Mit ein bisschen Fantasie lassen sich so branchenübergreifend Produkte, dessen Entstehung oder eben auch die Markenwerte ideal in Szene setzen bzw. transportieren.

Wichtig ist es bei der Umsetzung, die anvisierte Zielgruppe im Auge zu behalten und ihre Interessen zu hinterfragen. Der Online-Shopper sollte außerdem interaktiv eingebunden werden und über stimmungsvolle Bilder und Videos vollkommen in die Shopwelt abtauchen können. Dazu gehört natürlich auch, bei der Umsetzung auf Full Responsive zu setzen, denn bereits über die Hälfte aller Inhalte werden über mobile Endgeräte aufgerufen. Die langfristige Vision bei der Umsetzung eines Shops sollte außerdem nicht nur sein, den Kunden zum Kauf zu animieren, sondern diesen auch zu inspirieren und Mehrwerte zu liefern, die dafür sorgen, dass dieser immer wieder in die digitale Shopwelt eintauchen möchte. Auch persönliche Betreuung und das Eingehen auf individuelle Wünsche gewinnt zunehmend an Bedeutung und kann über das Einbinden einer Live-Chat-Anwendung realisiert werden.

Über die Autorin: Juliane Kersting ist Product Marketing Specialist bei der shopware AG im westfälischen Schöppingen. Das Unternehmen erstellt E-Commerce-Software für Online-Shops jeder Größe und zählt derzeit mehr als 48000 Kunden.

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