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Store2be: „Der stationäre Einzelhandel muss zum Erlebnisort werden“

Mit store2be will Ko-Gründer Marlon Braumann zusammen mit seinen Kollegen den stationären Einkauf stärken

Während alle über digitales Marketing sprechen, setzt ein Karlsruher Startup auf analoge Erlebnisse. "store2be" will stationären Einzelhändlern ermöglichen, ihre Offline-Flächen an werbetreibende Unternehmen zu vermieten – und damit die Innenstädte retten. Im Interview erklärt Ko-Gründer Marlon Braumann die Idee dahinter.

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Herr Braumann, heute reden alle über Online-Marketing. Der stationäre Handel, heißt es, müsse digitaler werden. Irrt die Branche sich?

Im Gegenteil. Ich glaube stark an digitales Marketing. Ich glaube nur nicht, dass es ausreicht, um eine Marke aufzubauen. Online Marketing ist sehr Performance-orientiert. Irgendwann aber kommt in jedem Unternehmen der Moment, in dem es nicht ausschließlich um Conversions geht. Dann geht es um Markenaufbau und darum, Kundenerlebnisse zu schaffen. Die digitale Welt ist dafür in unseren Augen nicht so gut geeignet – allein schon, weil der Online-Werbemarkt vollkommen überreizt ist. Als Nutzer haben wir gelernt, nicht mehr auf Werbung im Browser-Fenster zu achten. In meinen Augen ist die Budgetverteilung zwischen Online- und Offline-Kampagnen außerdem keine „Entweder-Oder-Entscheidung“. Wir glauben, dass vor allem solche Unternehmen langfristig erfolgreich sein werden, die mehrere Kanäle und Touchpoints nutzen.

Ihre Plattform „store2be“ soll stationäre Flächen in Marketingkanäle verwandeln. Wie kommen Sie darauf?

Während der Arbeit bei werbetreibenden Unternehmen ist uns aufgefallen, wie komplex das Thema Out-of-Home Marketing ist. Besonders das Finden und Buchen der richtigen Flächen war bislang mit hohem Aufwand verbunden und der Erfolg der Aktionen schwer messbar. Genau da soll store2be ansetzen.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Im Prinzip jedes Unternehmen, dass sich stärkere reale Interaktion mit den Konsumenten wünscht. Vor allem reinen Online-Firmen kann das nützlich sein: Sie vermitteln ihre Dienste ausschließlich über das Netz, in der realen Welt und außerhalb der Netzgemeinde aber sind sie kaum sichtbar. Der stationäre Handel wiederum punktet mit einer persönlichen Beratung, mit dem Erlebnis eine Marke. Bier etwa oder handgefertigte Lederprodukte – das sind Produkte, die man erleben muss.

Außerdem arbeiten wir mit vielen Agenturen zusammen, die über store2be Flächen für ihre Kunden finden und buchen. Mehr durch Zufall haben wir in einigen Gesprächen gemerkt, dass wir hier ein echtes Problem für Agenturen lösen und sie unterstützen können.

„store2be“ ging im September 2015 online. Wie genau funktioniert die Plattform?

Stationäre Einzelhändler aber auch Einkaufzentren, Fitnessstudios oder Kinos können ihre Flächen bei uns registrieren. Werbetreibende und Agenturen bekommen diese dann nach Städten – und bald auch nach Zielgruppen – sortiert angezeigt. Sie wählen passende Angebote aus und geben den Zeitraum für die Aktion an. Wir übermitteln die Anfrage dann an den Flächeninhaber. Der wiederum kann das Markenprofil des Interessenten einsehen und entscheiden, ob es zum eignen Image passt.

Das bedeutet, Sie treten ausschließlich als Vermittler auf: zwischen Ladenbesitzern und Werbetreibenden?

Nicht ganz. Gerade Digitalunternehmen haben häufig nur wenig Erfahrungen im Out-of-Home-Marketing, weshalb wir dabei sind, eine „Onestop-Lösung“ aufzubauen. Das heißt: Neben der richtigen Fläche bieten wir unseren Kunden auf Wunsch auch die entsprechenden Zusatzleistungen wie Standbau, Logistik und Personal. Auf der Fläche selbst sind wir dann nicht mehr involviert.

Wie viele Einzelhändler sind derzeit bei euch registriert und welches Potenzial seht ihr im Markt?

Im Moment haben wir Zugriff auf etwa 1000 Flächen. Insgesamt gehen wir von einem Markt von 100 000 Läden aus, für die unser Modell in Frage kommt. Wir wollen versuchen, in jeder Branche mindestens einen Vertreter zu finden.

Ihr habt das Unternehmen erst vergangenes Jahr gegründet und wurdet dabei von dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit dem so genannten „EXIST“-Stipendium gefördert. Eine Bedingung für diese Förderung ist, dass die Idee einen gesellschaftlichen Mehrwert bietet. Wie sieht der bei euch aus?

Wir denken, dass store2be einen wertvollen Beitrag zur digitalen Weiterentwicklung des stationären Einzelhandels leisten kann. In unserer Vision sind Innenstädte künftig Orte realer Begegnungen mit Marken. Dazu muss der stationäre Einzelhandel aber mehr sein als ein reiner Produktverteiler: Er muss zum Erlebnisort werden.

Ansonsten haben Menschen keinen Grund mehr, in Geschäfte zu gehen oder Zeit in den Innenstädten zu verbringen – sie können ja alles online bestellen. Store2be wirkt also nicht unmittelbar, definitiv aber mittelbar, dem Aussterben der Innenstädte entgegen, weil wir den stationären Handel durch Abwechslung und Erlebnisse attraktiv halten.

 

Pressefoto Gründerteam store2be 600x400Über das Unternehmen: store2be wurde 2015 von Peter Gundel, Marlon Braumann, Sven Wissebach und Emil Kubisch gegründet (v.l.)Die Online-Buchungsplattform vermittelt stationäre Aktions- und Verkaufsflächen in Einzelhandelsgeschäften und Einkaufszentren, aber auch an außergewöhnlichen Orten wie Fitnessstudios oder Kinos. Auf store2be.com können Unternehmen Flächen für ihre Marken und Produkte mit wenigen Klicks buchen.

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