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Starbucks hasst Jesus? Nein, aber Konflikte

Ein konservativer Christ macht Stimmung gegen Starbucks. Warum?

Einmal in der Woche nimmt die Redaktion kritisch Stellung zu einem Moment aus der Markenwelt. In dieser Woche fragt sich die Redaktion: Führt Starbucks wirklich einen Feldzug gegen Christen?

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Ein Kommentar

Joshua Feuerstein ist sich sicher: Starbucks hasst Jesus. Bitte? Ja, genau: Die Kette vertreibt nicht nur überteuerte Kaffeespezialitäten, sondern führt auch einen „Krieg gegen Christen“. Davon ist der US-Amerikaner und Fundamentalchrist Feuerstein überzeugt. Denn Starbucks hat die Weihnachtsdekoration von seinen Bechern entfernt.

Wo früher einmal Schneemänner, Rentiere und Christbaumkugeln prangten, herrscht jetzt gähnende Leere. Zu Weihnachten gibt es den Kaffee immer in eigens gestalteten Bechern. In diesem Jahr ohne Schnickschnack, der Becher wird nur rot. Joshua Feuerstein macht das wütend. Er tut seinen Ärger in einem Video auf Facebook kund und ruft dazu auf, „Merry Christmas“ als Namen anzugeben. So wäre der Konzern dann doch noch gezwungen, frohe Weihnachten zu wünschen. In den USA ist es im öffentlichen Sprachgebrauch seit längerem verbreitet, statt den „Fröhlichen Weihnachten“, „Happy Holidays“ zu wünschen. Dadurch wird keiner benachteiligt.

Die kruden Thesen von Feuerstein

Feuerstein liefert mit seiner Fundamentalisten-Ansage den Aufregestoff, den die sozialen Netzwerke so gerne aufnehmen. Mittlerweile hat der #StarbucksRedCup sogar seinen eigenen Twitter-Account. Dass seine These ziemlich albern ist – geschenkt. Der Großteil der Kritik an Feuerstein ist berechtigt. Gleichzeitig offenbart sie aber auch eine Entwicklung in der Welt der Marken, über die sich diskutieren lässt. Denn mit Twitter und Co. ist die Erregungsschwelle gesunken und die Reichweite von Kritik gestiegen. Das bedeutet wiederum für Markenverantwortliche, dass sie genau überlegen müssen, wie sie Werbespots konzipieren, Kommunikation gestalten oder aber Verpackungen bedrucken. Auf der einen Seite ist diese Öffentlichkeit ein hilfreiches Korrektiv. Auf der anderen Seite führt es dazu, dass sich Marken immer mehr Ecken und Kanten abschleifen. Bloß nicht zu viel Angriffsfläche bieten.

Die neue Verpackung solle Einfachheit und Stille betonen, sagt Starbucks. Oder einfach nur keine Möglichkeit zur Kritik bieten. Feuerstein beweist: Irgendwem kann man es bestimmt dann doch nicht recht machen. Auch ganz ohne Deko.

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