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Stadtkreise attraktivste Standorte für Einzelhändler

Zwischen 4.500 und 7.100 Euro stehen deutschen Verbrauchern nach Berechnungen der Gesellschaft für Konsumforschung im Jahr 2012 für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Dem steht ein nominaler Einzelhandelsumsatz von rund 410 Milliarden Euro für den gesamten deutschen stationären Einzelhandel gegenüber. Dieser Umsatz verteilt sich ebenfalls höchst ungleich – aber ganz anders als die Kaufkraft in den Städten und Regionen. Die Menschen kaufen demzufolge oft nicht am Wohnort ein.

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Die Studie „GfK Einzelhandelszentralität 2012“ schlüsselt das Potenzial für den Einzelhandel für alle Regionen Deutschlands auf – von der Bundeslandebene bis zu Kreisen und Gemeinden ab 10.000 Einwohnern. Sie enthält die Kennziffer Einzelhandelskaufkraft und vergleicht sie mit den regionalen Einzelhandelsumsätzen. Daraus ergibt sich die Einzelhandelszentralität, eine Kennziffer, die die Anziehungskraft des regionalen Einzelhandels misst. Auf Kreisebene liegt hier der Stadtkreis Straubing bundesweit ganz vorn. Schlusslicht ist der Landkreis Würzburg. Der Stadtkreis Würzburg kommt laut Studie hingegen auf einen deutlich höheren Zentralitätswert. Das bringt ihn bundesweit auf Rang 7. Naturgemäß liegen überwiegend Stadtkreise vorn, denn hier ballt sich der Einzelhandel und verstärkt somit die Sogkraft auf das Umland.

Magnetwirkung großer Shopping-Zentren

Auffällig ist, dass die Spitzenplätze im Zentralitätsranking nicht von den großen Einkaufsmetropolen wie Berlin, München oder Düsseldorf belegt werden: Städte wie Straubing, Weiden oder Passau fungieren als Mittelzentren für ein ländlich geprägtes Umfeld. Außerhalb der Stadtgrenzen, also auf dem Land, sind meist nur wenige und dünn gestreute Einzelhandelsangebote zu finden. Diese Städte haben also gemeinsam, dass sie ein großes Einzugsgebiet bedienen, in dem relativ viel Kaufkraft steckt. Gleichzeitig haben die Städte selbst eine eher geringe Einwohnerzahl, so dass der Kaufkraftzufluss vom Umland die in der Stadt an sich existierende Kaufkraft in der Summe noch deutlich übertrifft. Die Ausnahme, die diese Regel bestätigt, sind große Einzelhandelsobjekte auf der „grünen Wiese“, etwa dezentrale Shopping Center oder Factory Outlet Center, die ihre Magnetwirkung oft weit über die regionalen Grenzen hinweg entfalten. Ein solcher Effekt ist etwa im zehntplatzierten Kreis Zweibrücken erkennbar, dessen hohe Zentralität auf das Factory Outlet Center zurückzuführen ist.

Nürnberg mit stärkerer Zentralität als Berlin

Einzelhändler tun also gut daran, Standortentwicklung in Mittelstädten nicht zu vernachlässigen. Zugleich zeigt der Blick auf die Kennziffer Einzelhandelsumsatz als Summe in Euro, wo die Masse an Umsatzpotenzial zu finden ist. Die Top 10 Kreise machen ein knappes Fünftel (18 Prozent) des gesamten stationären Einzelhandelsumsatzes von rund 410 Milliarden Euro in Deutschland aus. Die Einwohner dieser Großstädte lassen einen beträchtlichen Teil ihrer Kaufkraft in der Heimatstadt. Die Summe, die außerhalb der Stadtgrenzen ausgegeben wird, wird überkompensiert durch Shoppingbesucher und Touristen aus anderen Städten. Die Zentralität schwankt dabei von mittelmäßigen Werten wie in Berlin bis zu sehr guten Werten wie in Nürnberg. Die Nürnberger Einzelhändler ziehen demnach gut 30 Prozent zusätzlicher Kaufkraft von außerhalb an.

Mit Ausnahme der einwohnerstärksten Städte kaufen die Verbraucher also oft nicht da ein, wo sie wohnen. Die Menschen tragen ihre Kaufkraft sogar nicht selten über die Kreisgrenze hinaus – in das nächste städtische Mittelzentrum, in ein Einkaufszentrum oder gar auf Event-Shoppingtour in eine Großstadt weitab des Wohnorts. Dennoch ist die Information, wo die kaufkräftigen Konsumenten wohnen, für Einzelhändler höchst relevant – nämlich um wohnortnahe Standorte überhaupt planen zu können oder zur zielgerichteten regionalen Schaltung von Werbung.

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