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Spendenwarnung zur Weihnachtszeit

Der Spendenmarkt wird immer größer und somit auch unübersichtlicher. Spender sollten sich ausführlich über Spenden-Organisationen informieren © Fotolia 2014

Korruption, Spendengeldverschwendung, mangelnde Transparenz – Weihnachtszeit ist Spenden-Hochsaison und trotzdem sollten Spender erkennen, wenn es sich bei Organisationen um unseriöse Trittbrettfahrer handelt. Die Aufklärungsinitiative Spendenskandal.com rät zum Beispiel von Spenden an die Karlheinz-Böhm-Stiftung ab

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Der Ebola-Ausbruch in West-Afrika, der Terror des Islamischen Staats im Irak und in Syrien, die Krise in der Ukraine, der Bürgerkrieg im Südsudan – es gibt viele Gründe, in der Weihnachtszeit wieder etwas zu spenden. „Besonders im wichtigsten Spendenmonat Dezember lassen sich viele Menschen zum Geben motivieren“, sagt Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats. Doch Vorsicht ist geboten: Bevor man Gutes tun will, sollte man sich genau über die Organisation informieren, die man unterstützen will, raten Verbraucherschützer.

Deutsche sind in Spender-Laune

Laut Statista spendeten die Spender in Deutschland 2011 im Durchschnitt einen Betrag von 128 Euro im Jahr. Damit liegt die durchschnittliche Spendenhöhe in Deutschland laut Quelle so hoch wie nie zuvor – Tendenz steigend.

Statista 2014

Statista 2014

Skandal um „Menschen für Menschen“

Doch der Spendenmarkt wird immer größer und somit auch unübersichtlicher. Nach Angaben der Stiftung Warentest gibt es in Deutschland mehr 500.000 eingetragene Vereine und über 18.000 private Stiftungen. Da den Überblick zu bewahren, ist schwierig. Auch im Fall der Karlheinz Böhm Stiftung „Menschen für Menschen“ rät die Aufklärungs- und Informationsinitiative Spendenskandal.com davon ab, zur Advents- und Weihnachtszeit für die Äthiopienhilfe zu spenden. Gründe für die Initiative sind vor allem die mangelnde Konsequenz bei der Aufarbeitung des Spendenkandals 2013, aufgrund dessen bis heute zahlreiche Führungskräfte der Organisation gehen mussten, sowie Erbschafts- und Steuerbetrugsvorwürfe gegen Almaz Böhm.

Jürgen Wagentrotz, Unternehmer und langjähriger Unterstützer von „Menschen für Menschen“ und Sprecher von Spendenskandal.com: „Spendenwillige sollten sich ganz genau überlegen, ob sie in der Weihnachtszeit und in Zukunft für ‚Menschen für Menschen’ Deutschland spenden. Gelder werden hier leider in zweifelhafte Projekte wie den Bau viel zu teurer Schulen gepumpt und wohl sogar für private Investitionen, wie den Bau einer Luxusvilla der funktionslosen Schirmherrin, verwendet. Potenzielle Spender sollten sich nach anderen Organisationen umsehen, die seriös und nachhaltig wirtschaften, oder akute Hilfsprojekte, zum Beispiel den Kampf gegen Ebola, unterstützen.“

Mehrere Monate nach dem Tod von Gründer Karlheinz Böhm befindet sich die Stiftung immer noch inmitten einer Krise. Als Marke mit einer 33-jährigen Geschichte hat es die Stiftung nicht geschafft, erneut Vertrauen aufzubauen.

DZI bietet Orientierung

Aber auch wenn Spendensammler an der Haustür klingeln, sollten Verbraucher vorsichtig sein. Bei Bargeldsammlungen sollte man sich immer erst den Personal- sowie den Sammlerausweis zeigen lassen. Auch die Sammelbüchse muss ordnungsgemäß verplombt sein und die entsprechende Bezeichnung der Organisation tragen.

Ansonsten bietet das Spenden-Siegel des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) Orientierungshilfe. Sie hatten 2013 auch „Menschen für Menschen unter die Lupe genommen und im Statement Folgendes verfasst: „Wir sehen im Ergebnis der Prüfung keine Veranlassung, der Stiftung das DZI Spenden-Siegel abzuerkennen, halten aber in einigen Punkten Verbesserungen hinsichtlich der Organisationsstruktur und der Arbeitsweise für erforderlich, deren Umsetzung wir bei unseren jährlichen turnusmäßigen Prüfungen kontrollieren werden.“

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