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Soziale Filter des Netzes entscheiden über Tops und Flops

„Filtersysteme des Netzes müssen sozial werden, um die Datenflut zu bewältigen“, sagte der Blogger Sascha Lobo in seinem Webciety-Vortrag auf der Computermesse Cebit in Hannover. Die Gesellschaft werde anfangen, die gigantischen Datenmengen immer präziser zu durchsuchen. Das Internet könne man sich vorstellen als eine Flut von Sensoren. „Und diese Sensoren produzieren immer mehr, immer schneller, immer echtzeitiger Daten.“ Um davon nicht erschlagen zu werden, komme irgendwann der Punkt, wo Ordnungssysteme vonnöten sind. Vom Jahr 2000 bis 2010 sei das über Anfragen gesteuert worden. Relevant war vor allem Google als Suchmaschine. Mittlerweile dominiere der Drang in soziale Netzwerke. „Da die Daten in Echtzeit verbreitet werden, brauche ich die Ordnungssysteme nicht nur technisch, sondern auch sozial“, erklärte Lobo.

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Von Gunnar Sohn

Man komme deshalb an dem sozialen Betriebssystem für das Internet nicht vorbei. Nur mit den sozialen Filtern könne man die Datenmengen der Zukunft überhaupt bewältigen. Google+ sei dafür ein gutes Beispiel. Nicht nur die Anfrage sei wichtig, sondern auch die sozialen Bedingungen. Dass die massive Digitalisierung über soziale Netzwerke keine Spielerei sei, zeige sich an der Reichweite von Promis. So könne Lady Gaga über Facebook, Twitter und Google+ heute viel mehr Menschen erreichen, als es ihr Plattenlabel über die althergebrachten Distributionskanäle schafft. Lobo sieht hier zusätzliche Möglichkeiten, mit der Reichweite des eigenen „Social Hub“ auch Geld verdienen zu können.

Bestätigt werden die Thesen von Lobo durch eine Analyse der Düsseldorfer Unternehmensberatung Mind Business und der Marketing-Fachzeitschrift absatzwirtschaft. „Soziale Filter entscheiden auch im Wirtschaftsleben mittlerweile über Tops und Flops. In unserer internationalen E-Commerce-Studie fanden wir heraus: Jeder zweite Deutsche nutzt Online-Erfahrungsberichte und Produktbeschreibungen von anderen Käufern beim Weihnachtseinkauf. Meinungen und Empfehlungen anderer Käufern werden gezielt genutzt, meistens um sich ein Urteil über Produktqualität (68 Prozent), Preisinformationen (58 Prozent) und Schnäppchen (45 Prozent) zu bilden“, erklärt Mind Business-Studienautor Bernhard Steimel.

Die Veränderung im Kaufverhalten führe zu einem Paradigmenwechsel im E-Commerce: Weg von einem technisch geprägten Onlinehandel hin zu Social Commerce, der den Kaufakt als Erlebnis versteht. „Die hohe Kunst der vernetzten Ökonomie ist dabei der Community-Aufbau: Mit den Fans zu kommunizieren, sie als Produkt-Tester oder Ideengeber zu engagieren, ihnen spezielle Angebote zu unterbreiten und sie damit als Markenbotschafter zu gewinnen, führt dazu, dass beide Seiten des Marktes – Anbieter und Kunden – gleichermaßen profitieren“, resümiert Steimel.

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