Werbeanzeige

Snapchat rollt neue Werbemöglichkeiten aus: Chance oder Todesurteil?

Snapchat will künftig auch Drittanbietern In-App-Werbung ermöglichen – unter anderem zwischen den einzelnen "Stories" der Nutzerkontakte. Im gleichen Zug setzt das Unternehmen sein Umsatzziel auf eine Milliarden US-Doller in 2017. Der Zielgruppe wird all das nicht gefallen.

Werbeanzeige

Die neue Ads-API ermöglicht es Drittanbietern, Werbeflächen in der App zu erwerben. Wie Adweek berichtet, gehören zu den buchbaren Werbemöglichkeiten einzelne Plätze, ganze Kampagnen sowie so genannete „Ads Between Stories“: Nutzer bekommen zwischen den Snapchat-Stories ihrer Kontakte dann ebenfalls Werbe-Anzeigen ausgespielt.

Erste Werbekunden soll es laut Bericht bereits geben: Hollister, Procter & Gamble, Verizon und Warner Brothers. Zusätzlich seien weitere 20 Snapchat-Partner im Gespräch, die Zugang zu der Ads-API haben.

Einen Teil vom TV-Werbekuchen abgreifen

Snapchat hat laut Bloomberg mittlerweile mehr täglich aktive Nutzer als Twitter. Bei Jugendlichen hat es Facebook längst überholt. 2015 machte das Unternehmen 59 Millionen US-Dollar Umsatz. Mit den neuen Werbemöglichkeiten will das Unternehmen laut Adweek einen Teil der Werbebudgets abgreifen, die ansonsten im TV auf so genannte Millennials abzielen – und damit schon 2017 einen Umsatz zwischen 500 Millionen und einer Milliarde US-Doller erwirtschaften. 2016 liegt das Ziel zwischen 250 und 350 Millionen Dollar.

Bisher verdient das Netzwerk sein Geld vor allem im Bereich „Discover“, in dem Medien-Unternehmen wie BuzzFeed, CNN, MTV, Mashable oder Vice ihre eigenen Schnipsel-Geschichten anbieten, Anzeigen schalten, an denen Snapchat prozentual mitverdient. Eine anderen Erlösquelle sind die Live Stories, die von Werbungtreibenden gesponsert werden können. Auch die US-Wahl hat Evan Spiegel bereits Werbedollars in die Kassen gespült: Bernie Sanders,  Herausforderer von Hillary Clinton bei der demokratischen Präsidentschaftskandidatennominierung, buchte bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire etwa eine neuntägige Snapchat-Kampagne.

„Bitte, liebe Unternehmen, macht uns Snapchat nicht kaputt!“

Mit den neuen Möglichkeiten finden auch Unternehmen außerhalb des digitalen Kosmos‘ Zugang zur Snapchat-Welt. Jeder Werbetreibende, ob Snapchat-Nutzer oder nicht, kann damit in der App auftauchen. Der Werbedruck soll zwar niedrig bleiben und den Nutzer nicht überladen. Trotzdem dürfte diese Änderung Snapchat auf lange Sicht mit verändern. Schon jetzt gilt der Instant-Messanger längst nicht mehr als reine Teenie-App: 38 Prozent der Nutzer, so eine Comscore-Studie, seien mindestens 25 Jahre alt. Vor allem Journalisten und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen entdecken die App und wollen sie zunehmend zu ihren Gunsten nutzen. Wer sich jung verhält, erreicht auch die junge Zielgruppe – oder?

Vielleicht wird es aber auch so enden, wie es ein junger Teilnehmer einer Digital Marketing-Konferenz neulich formulierte: „Bitte, liebe Unternehmen, macht uns Snapchat nicht kaputt! Uns interessieren eure Produkte nicht! Wir wollen einfach nur mit unseren Freunden schreiben.“ Sonst, so die Warnung, habe Snapchat bei jungen Nutzern bald ebenso ausgedient, wie Facebook.

Kommunikation

Die Finalisten des Marken Awards, Trumps Übernahme, Fusion von NIKI und TUIfly und das WEF

In dieser Woche kam die Jury des Marken-Awards 2017 zusammen, um die Gewinner unter 10 großen Marken zu finden. Dazu sorgte Trump bei der Presse wieder einmal für Aufregung, der WEF erhält eine Einführung in Sachen Brexit und NIKI und TUIfly einigen sich auf einen Namen. Unser Wochenrückblick. mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

So werben Perwoll, Adidas und Coca Cola zur Berliner Fashion Week auf Instagram

Mittlerweile ist sie zu einer wahren Institution in der internationalen Modeszene geworden, die…

Online- und Offline-Shopping: Warum das Produkt den Kaufort bestimmt

Auf dem Sofa per Smartphone bestellen und im Laden abholen, im Supermarkt den…

Die Finalisten des Marken Awards, Trumps Übernahme, Fusion von NIKI und TUIfly und das WEF

In dieser Woche kam die Jury des Marken-Awards 2017 zusammen, um die Gewinner…

Werbeanzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige