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Rügenwalder-Marketingchef Godo Röben ist CMO of the Year

„Jegliche einschlägige Markenberater, die ich gefragte hatte, haben mir abgeraten mit der Marke „Rügenwalder Mühle“ ins vegetarische Segment einzusteigen“, so Röben

Das war eine handfeste Überraschung bei der Preisverleihung in der Münchner Residenz gestern Abend: Ausgerechnet der CMO aus einem sehr boden- und mittelständischen Unternehmen hat sich gestern gegen Marketingentscheider von Hornbach, Lufthansa, Ikea und  Edeka durchgesetzt. Godo Röben von Rügenwalder ist der Marketer des Jahres

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Wesentlicher Grund für die Auszeichnung, die die Münchener Agenturgruppe Serviceplan mit weiteren Partnern vergibt,  ist dabei die Vegetarier-Produktrange, die Röben bei Rügenwalder eingeführt hat – und das bei einem im wahrsten Sinne des Wortes eingefleischten Wurstfabrikanten mit 180-jähriger Tradition. Rund drei Jahre arbeitete der Marketinggeschäftsführer am Einstieg ins neue Sortiment – gegen alle Widerstände. „Jegliche einschlägige Markenberater, die ich gefragte hatte, haben mir abgeraten mit der Marke „Rügenwalder Mühle“ ins vegetarische Segment einzusteigen“, sagte er gestern in seiner Dankesrede. Aber auch im Unternehmen waren die Zweifel groß. Jahrelang habe er sich nicht getraut, in den Urlaub zu fahren, da nach zwei Wochen meistens alle Projekte hinsichtlich der Neuproduktentwicklung wieder auf Null standen.

Röben hat kein Marketing studiert

Godo Röben ist tatsächlich eine Ausnahmeerscheinung im häufig hektischen Marketingbusiness: Im beschaulichen Bad Zwischenahn nahe bei Oldenburg macht er unbeeindruckt von aufgeregten Marketing-Hypes seit rund 20 Jahren seinen Job. Vom Studium stieg er direkt als Marketingleiter bei der Rügenwalder Mühle ein. Marketing als Funktion gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Völlig untypisch für die das Metier wechselte er danach nicht ein einziges Mal. In seiner Dankesrede sagte er augenzwinkernd: „Ich arbeite bereits an meinem Rentenplänen bei Rügenwalder.“  Damit straft er alle Karriereempfehlungen Lügen. Nicht einmal Marketing hat er wirklich studiert, wie er gestern Abend der verblüfften Gästeschar gestand. Das zeigt deutlich, dass Röben den ursprünglichen Marketing–Gedanken inhaliert haben muss, der nämlich eine Geisteshaltung („marktorientierte Unternehmensführung“) demonstriert, die zunächst nichts mit Instrumenten oder Kommunikationstools zu tun hat.

Durchhaltevermögen wird belohnt

Godo Röben, der bereits vor zwei Jahren mit seinem Team den Marken-Award der absatzwirtschaft gewann, krönt damit eine Erfolgsserie, die beispielgebend ist: Derzeit kauft das Unternehmen alle Flächen rund um den Unternehmenssitz, um weitere Produktionen aufzubauen. 100 Mitarbeiter werden in den nächsten Monaten eingestellt,  und das bei derzeit 400 Mitarbeitern Stammbesetzung. Fünf Millionen Euro wollte Rügenwalder im ersten Jahr mit der neuen Produktrange erlösen. Rund 60 bis 70 Millionen werden es in diesem Jahr sein. 30 Prozent vom Umsatz sollte vegetarische Produkte in fünf Jahren ausmachen, 25 Prozent sind es bereits nach dem ersten Jahr. Das zeigt: Mut und Durchhaltevermögen werden auch heute noch belohnt. Unter diesem Motto stand im übrigen auch die Veranstaltung über Tag: Zum elften Mal kamen mehr als 400 geladene Gäste ins Haus der Kommunikation in München, um beim Innovationstag 2015 aktuelle Trends und Entwicklungen der Medienbranche zu diskutieren. Als Referenten standen unter anderem Dr. Eckart von Hirschhausen, Michael Pasch, Director Prime EU bei Amazon, Silicon Valley Marketing Innovator Satjiv S. Chahil, Moderatorin Barbara Schöneberger sowie Sänger und Persönlichkeitsmarke Heino auf der Bühne.

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Kommentare

  1. Wenn die von Rügenwalder jetzt noch jemanden Vergleichbaren für das Qualitätsmanagement (also keine Rückruftaktion mehr) hätten könnte es noch ein angesehener Betrieb werden.

  2. Klasse, dass mit Herrn Röben ein Mann augezeichnet wurde, der, anstatt Hypes zu bedienen und „megawichtig“ aufzutreten, offenbar sehr gelassen, aber zielstrebig neue Ideen entwickelt und in
    die Umsetzung bringt. Sicher gehört dazu auch ein Unternehmen, dass diese Haltung mitträgt und Vertrauen in die eigene Mannschaft hat. In vielen anderen Betrieben läuft man häufig lieber den „Megatrends“ der „Insider und Gurus“ hinterher, anstatt auf eigene Erfahrung, Kreativität und Urteilsfähigkeit zu setzen.

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