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RTL-Restauranttester Rach über die Prinzipien erfolgreicher Führung

Christian Rach, heute vor allem bekannt als RTL-Restauranttester und mit seiner Sendung in Spitzenzeiten mit fast acht Millionen Zuschauern der erfolgreichste Fernsehkoch in Deutschland, ist nicht nur Meister der Küche und Köche. Der Krisenhelfer gilt mittlerweile auch als Berater in Führungsfragen für Unternehmen. Schließlich könne Wirtschaft von Wirtschaften lernen, betonte der einstige Philosophiestudent jüngst im großen absatzwirtschaft-Interview. „Modernes Management ist untrennbar vom Teamgedanken. Die Gastronomie kann hier Vorbild sein, denn dort muss ein Zahnrad ins andere greifen“, sagte er darin. Seine „Erkenntnisse und Führungsprinzipien“ verdichtet zu Papier gebracht hat der Sternekoch und Spitzengastronom jetzt im Buch „Leadership – Best Practices und Trends“ (Verlag Springer Gabler).

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Von Thorsten Garber

Mit den Herausgebern Stefan Krummaker und Bernd Vogel widmet sich Christian Rach darin dem Führen und den Führungskräften, konstatiert als Kernproblem des Scheiterns „die führungsloses Geschäftsidee“ und stellt die vier aus seiner Sicht wichtigsten W-Fragen an Unternehmer: Was kann ich wirklich gut? Was will ich mit dem, was ich kann, erreichen? Wo möchte ich das, was ich kann und will, erreichen? Mit wem möchte ich das, was ich kann und will, erreichen?

In vielen von Pleiten bedrohten Restaurants schwebe „ein Grauschleier des Nicht-wissen-Wollens“, berichtet der Krisenberater. Probleme und Defizite blieben ausgeblendet. Zum Schluss würden nicht mal mehr die Rechnungen geöffnet, um die Realität zu verdrängen. Ein sicheres Zeichen für ein Endstadium in „Führungsapathie und -lähmung“.

Seine Aufgabe und die guter Wirtschaftskapitäne sieht Rach darin, dieses Führungsvakuum wieder zu füllen und Führungskräfte zurück in Führung zu bringen. Seine „Interventionsphilosphie“ umfasst klare Prinzipien in fünf Punkten:

1. Der Wunsch, etwas zu bewegen.
2. Klare Worte zu wählen, die aber nicht die Person vernichten.
3. Anschubenergie für anstehende Veränderungen geben.
4. Handeln, entscheiden und Vorschläge machen, als wäre es das eigene Geschäft im Sinne des Kant’schen Imperativs.
5. Die Führungskräfte und Inhaber befähigen und nicht von sich abhängig machen.

Der Beitrag hält zudem sechs Prozessschritte für die Veränderung bereit – von der Analyse der erfolgsentscheidenden Leistungsparameter wie dem Kundenerlebnis (im Restaurant das Essengehen) bis hin zur Überprüfung der Nachhaltigkeit der umgesetzten Veränderungen. Seine Prinzipien erfolgreicher Führung „im Restaurant und darüber hinaus“ umfassen „eine langfristige hochqualitative Arbeitsbeziehung“ zwischen Führungskräften und Mitarbeitern auf „ehrlicher Augenhöhe“. Dazu gehört für den Sternekoch, den Mitarbeitern nicht nur das Gefühl zu vermitteln, sondern sie erleben zu lassen, wie wichtig sie sind. So gebe er Mitarbeitern die Freiheit und ein Budget, um eigenständig neue Ideen für Gerichte zu entwickeln.

Abläufe nicht nur in der Küche beim Kochen und Bedienen unter Hochdruck seien wie in einem „disziplinierten Uhrwerk“ zu gestalten oder wie bei einem Team im Formel 1-Motorsport. Zur Führung auf Augenhöhe und in Partnerschaft gehöre, dass sich auch ein erfolgreicher Restaurantchef (oder Unternehmensboss) von seinen Mitarbeitern stimulieren und beeinflussen lasse. Gerade Mitarbeiter in Schlüsselpositionen seien als Partner zu behandeln. Ergänzend fordert Christian Rach: „Wirkliche Talente lassen sich nicht langfristig binden.“ Sie solle man rechtzeitig „loslassen“. Im bestehenden Team aus Führung und Mitarbeiterschaft tragen nach seiner Auffassung alle Beteiligten durch Fokussierung, Inspiration und Engagement zum Gelingen eines guten Unternehmens bei.

Lesen Sie hier das Interview mit Christian Rach. In dem Gespräch erläutert er unter anderem die Leistungsfähigkeit der Gastronomiebranche und gibt zahlreiche Tipps für Mitarbeiterführung und Marketing.

www.springer.com

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