Suche

Anzeige

Rocket Internet-CEO Oliver Samwer: „In fünf oder zehn Jahren müssen wir besser verstanden werden“

Oliver Samwer von Rocket Internet

Markige Worte vom Rocket Internet-Chef: "Ich dusche solange, bis die Zweifel weg sind", erklärte Oliver Samwer der Süddeutschen Zeitung. Dass Aktionäre angesichts der miserablen Börsenperformance der Beteiligungsgesellschaft schon länger am Zweifeln sein dürften, wischt der 43-Jährige mit Verweis auf einen langen Zeithorizont weg

Anzeige

Von

Das Pendel schlägt mal wieder tief ins Minus aus. Um satte 30 Prozent ist die Aktie von Rocket Internet allein in den vergangenen zehn Handelstagen abgeschmiert – schon wieder. Jüngster Anlass: Großinvestor Kinnevik, mit dem die Samwers seit dem verhinderten IPO von HelloFresh über Kreuz liegen, nahm in der vergangenen Woche eine erhebliche Wertberichtigung seiner Mode-Beteiligungen von Rocket Internet vor.

Enorme 38 Prozent der Beteiligung an Rockets Global Fashion Group (GFG) schrieb Kinnevik ab – Rocket zog wenig später mit einer noch happigeren Wertberichtigung nach. Die Bewertung der Global Fashion Group, die aus sechs in den Schwellenländern vertretenen Start-ups (Dafti, Namshi, LaModa, JaBong, Zalora und The Iconic) besteht, wurde mal eben von 3 auf 1,1 Milliarden Dollar korrigiert – und durch eine Finanzierungsrunde von 300 Millionen Euro gestützt. Eine härtere „Downround“ hat man nach der Finanzkrise kaum gesehen.

„Kurzfristige Optimierung des Börsenkurses kein Thema mehr“

Der anhaltende Absturz der Rocket-Aktie scheint Konzernchef Oliver Samwer allerdings inzwischen kaum mehr zu interessieren. „Die kurzfristige Optimierung des Börsenkurses und der Kommunikation ist für mich kein Thema mehr“, erklärte er gestern im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

„Schauen Sie sich alleine dieses Jahr an, da ist die Rocket-Internet-Aktie rauf und runter gegangen, vielleicht 50 Prozent Kursschwankungen in nur vier Monaten. Ich kann Ihnen eines sagen: Unsere Firma verändert sich in vier Monaten nicht um 50 Prozent“, erklärte Samwer der SZ.

„Ich dusche immer so lange, bis die Zweifel weg sind“

Was der Rocket-Chef dabei gerne verschweigt: Die wilden Kursschwankungen seit Jahresbeginn sind bereits nach einem schweren Absturz erfolgt. Seit dem IPO haben Aktionäre bis heute bereits mehr als 55 Prozent an Wert verloren.

Sorgen macht der rasante Wertverfall Samwer trotzdem nicht: „Ich dusche immer so lange, bis die Zweifel weg sind“, erklärte der Rocket-Chef der SZ. „Wenn ich aus der Dusche rauskomme, ist alles in Ordnung. Am Tag ist für Zweifel keine Zeit.“

„In fünf oder zehn Jahren müssen wir besser verstanden werden“

Auf lange Sicht soll alles besser werden: „In fünf oder zehn Jahren müssen wir besser verstanden werden“, findet Samwer. Anleger, die im September 2014 hoffnungsfroh Aktien von Rocket Internet zum Ausgabekurs von 42,50 Euro gezeichnet haben, dürfte die Fokussierung auf das nächste Jahrzehnt kaum vertrösten.

Entsprechend fiel die Rocket-Aktie zum Beginn der neuen Handelswoche in Reaktion auf das SZ-Interview weitere fünf Prozent auf nur noch 19 Euro zurück. Damit liegt das Papier nur noch ganze acht Prozent vom Allzeittiefs entfernt, das die Internet-Beteiligungsgesellschaft im Februar aufgestellt hatte.

Kommunikation

„Ich bin dann mal weg“: In manchen Firmen kann der Arbeitnehmer selbst bestimmen, wie viel Urlaub er braucht. Funktioniert das?

Sie hätten gerne 32 Tage Urlaub, aber haben in Ihrem Vertrag zur 26 stehen? Dann arbeiten Sie wohl im falschen Unternehmen. Denn einige Firmen experimentieren mit dem Konzept des unbegrenzten Urlaubs. Es soll zu einem Aufbrechen von starren Strukturen führen und die Urlaubsplanung weniger kompliziert machen. Kann es funktionieren, wenn Mitarbeiter in Abstimmung mit Kollegen ihren Urlaubsumfang selbst bestimmen und flexibel auf die private Situation anpassen können? mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Anti-Shitstorm-Police: Immer mehr Firmen schützen sich mit Versicherung gegen die Wut der Kunden

Schutz gegen den Shitstorm: Die Angst vor negativen Stimmen in den sozialen Netzwerken…

Leichte Handhabe, keine komplizierten Prozesse: Neun Regeln für den unternehmenseigenen App Store

Brauchen Mitarbeiter Business-Software führt ihr Weg immer häufiger direkt in den unternehmenseigenen App…

Abmahnwellen gegen Influencer und Blogger: Warum plötzlich alles als Anzeige gekennzeichnet werden muss

Influencer haben es dieser Tage schwer. Immer wieder flattern Abmahnungen und Urteile wegen…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige