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„RIP Musical.ly“, „Welcome to TikTok“: Bytedance vereinigt LipSync-App mit chinesischer Videoplattform

Das war's, die LipSync-App Musical.ly ist passé: Deren Besitzer Bytedance hat die vor allem bei Jugendlichen beliebte Anwendung nun mit der chinesischen Videoplattform Tik Tok verschmolzen. Der Mutterkonzern hatte Musical.ly erst vor zehn Monaten für knapp eine Milliarde US-Dollar gekauft und vollzieht damit einen Strategiewechsel.

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Im neuen Logo sind die Spuren von Musical.ly nur noch klein im unteren rechten Bildrand zu sehen. Dominiert wird das Logo fortan durch das Symbol der Videoapp Tik Tok, die künftig beide Apps vereint. Im Kurznachrichtendienst Twitter läuft die Imagekampagne zum Relaunch seit 1. August unter dem Hashtag #MakeEverySecondCount. Wer nun in den sozialen Netzwerken nach Musical.ly sucht, wird keine aktiven Accounts mehr finden. Lediglich ein einziger sichtbarer Tweet war kurzzeitig online: „RIP.“ Bytedance hat Musical.ly erst vor zehn Monaten für einen geschätzten Preis von 800 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar gekauft und verfolgt mit der Zusammenlegung gleich zwei Ziele.

Zur neuen Video- und Entertainment-Plattform werden

Auf der einen Seite hatte das 2014 als LipSync-App gestartete Netzwerk trotz inhaltlicher Öffnung auch 2018 noch mit dem alten Image zu kämpfen. Dies bestätigte die Musical.ly-Europachefin Verena Papik auf einem Pressetermin Anfang Februar in Berlin (asw berichtete). Durch den „neuen“ Namen sind zumindest jene Assoziationen dahin. Außerdem liegt die Vermutung nahe, dass man damit dem eigenen Anspruch näher kommt, als generelle Video- und Entertainment-Plattform wahrgenommen zu werden. Zudem hatte das junge Startup zuletzt immer wieder mit Kritik zu kämpfen, dass die Inhalte der oft jungen Mädchen und Frauen, Pädophile anziehen würden. Das Fargo Police Department in den USA hatte Eltern erst vor zwei Tagen davor gewarnt, dass die App Kinder zum Teilen von sexuell expliziten Videos verleiten könnte. Außerdem animiere das Konzept die Nutzer dazu, anzügliche Posen einzunehmen.

Tik Tok ist das chinesische Pendant zu Musical.ly, gehört ebenfalls Bytedance und ist vor allem im asiatischen Raum beliebt. Die App (auch bekannt als Douyin) erreichte in China laut Medienberichten im Juni dieses Jahres 150 Millionen aktive Nutzer täglich und weltweit rund 500 Millionen monatliche Nutzer. Die europäische Schwester erfreute sich vor allem bei weiblichen Teenies großer Beliebtheit und hatte laut Geschäftsführung über 250 Millionen registrierte Accounts. Davon sind monatlich etwa 100 Millionen Nutzer in Europa und den USA mindestens einmal aktiv. Bytedance versucht mit dem nun vollzogenen Schritt – auf der anderen Seite – die Nutzerzahlen in den verschiedenen Regionen zu kombinieren und damit die Reichweite zu erhöhen. Tik Tok soll, so die strategische Ausrichtung, mehr und mehr für Vlogs, Comedy und Unterhaltung stehen.

Globaler Marktführer bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz

„Musical.ly und Tik Tok teilen die gleiche Mission. Deshalb ist es ein logischer Schritt, aus zwei Plattformen eine zu machen“, sagte Alex Zhu, Musical.ly-Gründer und „Senior Vice President“ von Tik Tok, in einem Statement. Mit vereinten Kräften soll nun mehr Wachstum erzielt und auch eine ältere Zielgruppe angesprochen werden. Die Plattform wurde vor vier Jahren von Zhu und seinem langjährigem Freund Luyu Yang in Shanghai gegründet. Durch die Vereinigung mit Bytedance, das sagte Verena Papik im Februar, „haben wir einen Partner, der eine Technologie bietet, die unser Produkt verbessert“. Bytedance gilt als einer der globalen Marktführer bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

Ganz überraschend kommt die Fusion nicht: Bereits im Juni legte Musical.ly die eigene Livestreaming-App Live.ly still und forderte Nutzer dazu auf, zu LiveMe zu wechseln, einer zu Cheetah Mobile gehörenden Anwendung. In eben jenes Unternehmen investierte Bytedance erst vor Kurzem 50 Millionen US-Dollar. Tik Tok ist im Google Play Store und im App Store von Apple erhältlich. Nutzer von Musical.ly bekommen beim nächsten Update automatisch die Tik Tok auf ihr Smartphone. Alle existierenden Accounts sollen erhalten bleiben.

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