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„Repertoire der Desinformation“: Ex-Piratin Marina Weisband entlarvt Trumps Lügentaktik

US-Präsident Trump wittert die nächste Verschwörung. Und zwar gegen seine Tochter

Mit Fakten ist es so eine Sache: In der Trump-Regierung werden schon mal alternative Versionen bemüht, um die eigene Lesart der Wahrheit herauszuarbeiten, wie bei der Posse um die Zuschauerzahlen zur Amtsvereidigung von Donald Trump zu beobachten. Warum versucht die Trump-Administration Legenden zu stricken, wenn sie sich doch von Zahlen und Fotobeweisen so leicht widerlegen lassen? Ex-Piratin Marina Weisband hat in der Trump-Rhetorik die gleiche Taktik wie in der früheren Sowjetunion ausgemacht – und für ihre These viel Zuspruch im Netz geerntet. 


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NBC-Moderator Chuck Todd landete den Zinger des Wochenendes: „Alternative Fakten sind keine Fakten. Es sind Lügen“, ließ Todd Trump-Beraterin Kellyanne Conway im hitzigen Wortgefecht um die Zuschaueranzahl bei Trumps Vereidigung denkbar schlecht aussehen.

Vorausgegangen waren Legendenbildungen von Trump selbst und seinem Pressesprecher Sean Spicer, der trotz gegenteiliger Fotobeweise erklärt hatte: „Das war die größte Menschenmenge, die jemals einer Amtsvereidigung beigewohnt hat. Punkt.“

Bei all der Entrüstung über den Umgang der Trump-Administration mit der Wahrheit, drängt sich eine andere Frage auf: Warum hat es die neue Regierung nötig, bereits am ersten Tag offenkundige Falschaussagen zu verbreiten – und an diesen mit aller Vehemenz festzuhalten?

Marina Weisband: „Dieses Lügen über Offensichtliches hat System“

Die Ex-Piratin Marina Weisband hat für die fragwürdige Rhetorik der Trump-Regierung eine interessante Erklärung parat, die im Netz hohe Wellen schlägt. „Es scheint lustig und erbärmlich, wie Trumps Pressesprecher über etwas lügt, das alle eindeutig mit eigenen Augen widerlegen können“, schreibt Weisband in einem Post auf ihrer Facebook-Seite.

„Aber dieses Lügen über Offensichtliches hat System. Die Sowjetunion nutzte es, auch im heutigen Russland gehört es noch zum Repertoire der Desinformation.“

Nach Einschätzung der 29-Jährigen verfolgen die offenkundigen Lügen eine tiefer liegende Taktik: „Wenn du steif und fest behauptest, der Himmel sei grün, ist dein Ziel nicht, dass ich dir glaube. Dein Ziel ist, das so lange zu tun, bis ich sage: „Das ist deine Meinung. Ich habe meine. Niemand kann objektiv sagen, welche Farbe der Himmel hat.“ So legitimiert man das offensichtlich Falsche.“

Laut Weisband gehe die „Alternative Facts-„Taktik auf, „weil der Mensch nur begrenzte Ressourcen hat, um kognitive Dissonanz, also widersprüchliche Informationen, auszuhalten.“ Im Social Web erntet Weisband für ihren Erklärungsversuch, der auf Facebook über 1600 Mal geteilt und 4600 Likes erhielt, viel positive Resonanz:

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