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Raubkopien dominieren den Markenmissbrauch

Der weltweite wirtschaftliche Gesamtschaden von Online-Markenmissbrauch kann pro Jahr auf rund 200 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung des Unternehmens Markmonitor hervor. Die Online-Markenschutz-Experten stellen fest: Webseiten mit Angeboten raubkopierter digitaler Inhalte oder gefälschter Produkte verzeichnen pro Jahr über 53 Milliarden Besucher. Ausgehend vom Traffic-Aufkommen wurden einige der aktivsten Betrüger identifiziert und priorisiert; zudem wurden ihre Standorte erhoben.

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Der Großteil des in der Studie ermittelten Traffics entfalle auf die Raubkopien von Filmen, Musik, Spielen, Software, TV-Shows oder E-Books. Über 92 Millionen Besucher verzeichneten Webseiten, die gefälschte Produkte anbieten. Dabei betreffe der Handel mit Produktfälschungen Güter aller Art, darunter Schuhe, Unterhaltungselektronik, Luxusgüter, Sportartikel sowie Arzneimittel. Betrachtet nach Hosting-Standort spielten Westeuropa und Nordamerika die wichtigste Rolle: Laut Studienergebnissen werden 67 Prozent der Webseiten, die im Verdacht stehen, raubkopierte Inhalte zu vertreiben, in einer der beiden Regionen gehostet; gleiches gilt für 73 Prozent der Seiten im Verdacht des Verkaufes von Produktfälschungen.

Das Ausmaß des Traffics sowie die Bandbreite an Ländern, in denen die Webseiten registriert und/oder gehostet werden, machen der Untersuchung zufolge deutlich, wie komplex das Problem der Markenpiraterie und seine Bekämpfung sind. Aufgrund des geringen Stichprobenumfangs von 22 Marken vermittelt die Studie dabei nur einen Eindruck vom tatsächlichen Problem. Die große Zahl bekannter Marken lege nahe, dass tatsächlich Hunderttausende von Rechteinhabern, Marken und Schöpfern geistigen Eigentums geschädigt werden. Testkäufe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf einigen der Seiten zeigten zudem, dass die Zahlungsprozesse und Lieferungen über andere Länder als die, in denen die Webseiten gehostet werden, abgewickelt wurden. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass auch für Online-Kriminelle verlässliche Internetinfrastrukturen unabdingbare Erfolgsfaktoren sind und sie ihre Geschäfte oft international, in mehreren Ländern machen.

Frederick Felman, Chief Marketing Officer bei Markmonitor, erklärt: „Die Entwicklung effektiver Abwehrstrategien setzt die Kenntnis von Vertriebskanälen und Verkaufsförderungsmaßnahmen im Web voraus.“ Um Gegenmaßnahmen definieren und priorisieren zu können, müssten die Struktur des Traffics und Standortinformationen genau analysiert werden. Ruth Orchard, Director General bei der Anti Counterfeiting Group, der weltweit führenden Organisation im Kampf gegen Fälschungen, betont: „Es handelt sich um eine globale Epidemie mit massiven volkswirtschaftlichen Auswirkungen. Die Kriminellen sind bestens organisiert. Allein im britischen Schuh- und Bekleidungssektor wandern rund 3,5 Milliarden Pfund in ihre Taschen.“ Kunden, die im Internet nach Schnäppchen jagen, riskierten es, auf gefälschte Webseiten und andere illegale Praktiken hereinzufallen. Landesregierungen und internationale Strafverfolgungsbehörden seien gemeinsam mit der Wirtschaft aufgefordert, sowohl Kunden als auch Markenwerte vor diesen beispiellosen Bedrohungen zu schützen.

www.markmonitor.de

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