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Radio-MA: 56 Sender legen zu – trotz Zensus-bedingter Bevölkerungs-Schrumpfung

Die Angst der Radiobranche war weitgehend unbegründet: Obwohl erstmals die Daten des Zensus 2011 einberechnet wurden, der die Grundgesamtheit der MA um 1,8% schrumpfen ließ, gewann fast die Hälfte der werberelevanten Sender Hörer hinzu. Große, über den Zensus hinaus gehende Verluste gibt es bei einigen großen Sendern allerdings auch.

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Von Jens Schröder, meedia.de

Weil es so wichtig für die aktuellen Media Analysen der AGMA ist, ein paar Erläuterungen zum Zensus: Erstmals wurden diese für 2011 erhobenen Bevölkerungsdaten in die MAs einberechnet. Dadurch schrumpfte die für die Radio-MA relevante Zahl der Deutschsprachigen Menschen im Alter von mindestens 10 beispielsweise von 73,5 Mio. um 1,8% auf 72,2 Mio. Der Grund für den Bevölkerungsschwund waren u.a. vorher doppelt gezählte Leute, die mehrere Wohnsitze haben, Ausländer, die Deutschland schon wieder verlassen hatten, etc.

Daten nur bedingt vergleichbar

Nun ist es aber so, dass nicht einfach gesagt werden kann, dass jeder Hörer-Verlust, der unter 1,8% liegt, automatisch eigentlich ein Gewinn ist – und jeder, der über 1,8% liegt, ein echter Verlust. Zum einen können die Zensus-bedingten Veränderungen und die tatsächlich Befragungs-bedingten Veränderungen nicht getrennt werden, zum anderen sind die Zensus-bedingten Bevölkerungsverluste regional sehr unterschiedlich. So gab es in Berlin und Hamburg mit einem Minus von 4,4% bzw. 4,3% viel größere Verluste als Rheinland-Pfalz (-0,2%) oder Bremen (-0,7%).

Ein Vergleich der aktuellen Daten mit denen der früheren MAs ist somit nur sehr bedingt möglich. Wie die großen Vermarkter ARD und RMS bieten aber auch wir diesen Vergleich an, da er durchaus ein paar interessante Erkenntnisse liefert.

Starke Zugewinne trotz Zensus

So verbesserten sich trotz der geringeren Grundgesamtheit immerhin 56 Sender. Auch die große Nummer 1 radio NRW konnte noch einmal zulegen; 1,667 Mio. Leute erreicht der Lokalsender-Verbund laut MA in der werktäglichen Durchschnittsstunde von 6 bis 18 Uhr – ein Plus von 1,5%. Auch für die Radio-Kombi Baden-Württemberg, das Bayern Funkpaket und Bayern 3 ging es innerhalb der Top Ten bergauf, Hit Radio FFH legte auf Rang 12 der Sender-Charts sogar um sensationelle 13,4% zu. Auch MDR Sachsen-Anhalt vertzeichnet auf Platz 25 zweistellige Zuwächse.

Verluste, die nicht allein mit dem Zensus zu erklären sind, gibt es hingegen u.a. für die Nummer 2 Antenne Bayern. Nach Zugewinnen in den drei vorigen MAs ging es diesmal um satte 12,6% nach unten. 176.000 Hörer weniger schalteten Antenne Bayern ein. Ebenfalls klar über den Zensus-bedingten Rückgängen liegen in der Top 25 NDR 2, MDR 1 Radio Sachsen, SWR1 BW und MDR Jump.

ma 2015 Radio II: Die Top 50 der Sender (nur Werbeträger)
Hörer pro Stunde 2015 II vs. 2015 I
Platz Sender (Mo-Fr, 6-18 Uhr) abs. in %
1 radio NRW 1.667.000 25.000 1,5
2 Antenne Bayern 1.220.000 -176.000 -12,6
3 Radio-Kombi Baden-Württemberg 1.156.000 29.000 2,5
4 SWR3 1.091.000 -32.000 -2,9
5 1Live 1.059.000 -17.000 -1,6
6 WDR 2 1.027.000 -39.000 -3,7
7 Bayern 1 1.011.000 -8.000 -0,7
8 Bayern Funkpaket 934.000 41.000 4,6
9 Bayern 3 827.000 16.000 1,9
10 NDR 2 823.000 -60.000 -6,8
11 WDR 4 709.000 -11.000 -1,5
12 Hit Radio FFH 541.000 64.000 13,4
13 SWR4 BW 519.000 -16.000 -3,0
14 MDR 1 Radio Sachsen 437.000 -65.000 -12,9
15 radio ffn 389.000 -6.000 -1,5
16 SWR1 BW 383.000 -33.000 -8,0
17 MDR Jump 322.000 -21.000 -6,2
18 hr3 305.000 -10.000 -3,3
19 Antenne Niedersachsen 303.000 24.000 8,8
20 radio SAW 250.000 8.000 3,1
21 MDR Thüringen 245.000 22.000 9,8
22 Radio Regenbogen 244.000 2.000 0,7
23 hr4 234.000 12.000 5,2
24 SWR4 RP 232.000 4.000 1,9
25 MDR Sachsen-Anhalt 222.000 24.000 12,1
Aufgrund von Änderungen der Grundgesamtheit durch den Zensus ist ein Vergleich mit der vorigen MA nur eingeschränkt möglich. Siehe dazu die Erläuterungen im Artikel
Quelle: ma 2015 Radio II / Tabelle: MEEDIA

Auch auf den Rängen 26 bis 50 gibt es große Gewinner, so wie große Verlierer. So stemmten sich vor allem bigFM Der neue Beat und Rock Antenne gegen die kleinere Grundgesamtheit, Rock Antenne gewann sogar unglaubliche 47,8% hinzu und zog damit in die Top 50 ein. Satte 33,6% eingebüßt hat hingegen Bayern 2, mehr als 10 zudem Antenne Brandenburg, RPR1., Radio PSR, 104.6 RTL, 89.0 RTL und R.SA. Diese Sender können sich bei ihren Verlusten auf keinen Fall nur auf den Zensus berufen.

ma 2015 Radio II: Die Top 50 der Sender (nur Werbeträger)
Hörer pro Stunde 2015 II vs. 2015 I
Platz Sender (Mo-Fr, 6-18 Uhr) abs. in %
26 antenne 1 205.000 13.000 6,7
27 Antenne Brandenburg 199.000 -30.000 -12,9
28 Ostseewelle Hit-Radio Mecklenburg-Vorpommern 193.000 -19.000 -9,0
29 bigFM Hot Music Radio 191.000 -5.000 -2,7
30 RPR1. 191.000 -23.000 -10,9
31 SWR1 RP 190.000 10.000 5,3
32 R.SH Radio Schleswig-Holstein 190.000 -1.000 -0,3
33 Radio Hamburg 188.000 3.000 1,8
34 Radio PSR 185.000 -33.000 -15,3
35 104.6 RTL 184.000 -22.000 -10,5
36 Radio 7 184.000 8.000 4,3
37 hr1 183.000 9.000 5,1
38 Sachsen Funkpaket 165.000 5.000 3,2
39 bigFM Der neue Beat 164.000 15.000 10,3
40 BB Radio 161.000 -13.000 -7,4
41 89.0 RTL 154.000 -18.000 -10,3
42 Klassik Radio 153.000 -11.000 -6,6
43 Antenne Thüringen 150.000 0 -0,2
44 RTL Radio 149.000 9.000 6,7
45 Radio Brocken 149.000 5.000 3,8
46 B5 aktuell 131.000 2.000 1,5
47 R.SA 130.000 -26.000 -16,5
48 Rock Antenne 126.000 41.000 47,8
49 planet radio 118.000 2.000 1,3
50 Bayern 2 114.000 -58.000 -33,6
Aufgrund von Änderungen der Grundgesamtheit durch den Zensus ist ein Vergleich mit der vorigen MA nur eingeschränkt möglich. Siehe dazu die Erläuterungen im Artikel
Quelle: ma 2015 Radio II / Tabelle: MEEDIA

Hit Radio FFH führt mit seinem Plus von 64.000 Hörern unterdessen die Aufsteiger-Top-Ten an. Dahinter folgen das Bayern-Funkpaket und die sensationellen Gewinner Rock Antenne und BR-Klassik, die sich um 47,8% bzw. 66% steigerten.

ma 2015 Radio II: Die 10 größten Gewinner (nur Werbeträger)
Hörer pro Stunde 2015 II vs. 2015 I
Platz Sender (Mo-Fr, 6-18 Uhr) abs. in %
1 Hit Radio FFH 541.000 64.000 13,4
2 Bayern Funkpaket 934.000 41.000 4,6
3 Rock Antenne 126.000 41.000 47,8
4 BR-Klassik 91.000 36.000 66,0
5 Radio-Kombi Baden-Württemberg 1.156.000 29.000 2,5
6 radio NRW 1.667.000 25.000 1,5
7 Antenne Niedersachsen 303.000 24.000 8,8
8 MDR Sachsen-Anhalt 222.000 24.000 12,1
9 MDR Thüringen 245.000 22.000 9,8
10 Bremen Eins 112.000 17.000 18,4
Aufgrund von Änderungen der Grundgesamtheit durch den Zensus ist ein Vergleich mit der vorigen MA nur eingeschränkt möglich. Siehe dazu die Erläuterungen im Artikel
Quelle: ma 2015 Radio II / Tabelle: MEEDIA

Der größte Verlierer der aktuellen MA ist logischerweise Antenne Bayern, das sich von 176.000 Hörern verabschieden musste. Mit MDR 1 Radio Sachsen, NDR 2, Bayern 2, WDR 2 und SWR1 BW folgen dahinter gleich fünf Öffentlich-Rechtliche. Ein Trend, der sich auch in den Vermarkter-Gesamtzahlen zeigt: Während die ARD 2,1% ihrer Reichweite einbüßte, sind es bei dem Privat-Vermarkter RMS nur 0,9%. Insgesamt erreichen die ARD-Sender mit 11,415 Mio. aber weiterhin mehr Leute als die RMS-Sender (10,256 Mio.).

ma 2015 Radio II: Die 10 größten Verlierer (nur Werbeträger)
Hörer pro Stunde 2015 II vs. 2015 I
Platz Sender (Mo-Fr, 6-18 Uhr) abs. in %
1 Antenne Bayern 1.220.000 -176.000 -12,6
2 MDR 1 Radio Sachsen 437.000 -65.000 -12,9
3 NDR 2 823.000 -60.000 -6,8
4 Bayern 2 114.000 -58.000 -33,6
5 WDR 2 1.027.000 -39.000 -3,7
6 SWR1 BW 383.000 -33.000 -8,0
7 Radio PSR 185.000 -33.000 -15,3
8 SWR3 1.091.000 -32.000 -2,9
9 You FM 92.000 -32.000 -26,1
10 Antenne Brandenburg 199.000 -30.000 -12,9
Aufgrund von Änderungen der Grundgesamtheit durch den Zensus ist ein Vergleich mit der vorigen MA nur eingeschränkt möglich. Siehe dazu die Erläuterungen im Artikel
Quelle: ma 2015 Radio II / Tabelle: MEEDIA

Erstmals auch mobile Befragung

Eine weitere Änderung, die im Schatten des Zensus etwas untergeht, ist die, dass die Radio-MA 2015-II die erste MA mit einer Mobilfunkstichprobe ist. Sprich: Befragte wurden nicht nur auf dem Festnetz, sondern auch auf dem Handy angerufen. “Damit trägt die ma 2015 Radio II der Entwicklung Rechnung, dass immer mehr Menschen in Deutschland teilweise, überwiegend oder sogar ausschließlich per Handy erreichbar sind”, so die AGMA.

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