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Quo vadis Printprodukt? – Vom Sterben der Holzmedien

Das Zeitungssterben hat Deutschland erreicht – so die einhellige Meinung der Presse nach der Insolvenzmeldung um die „Frankfurter Rundschau“. Der augenscheinliche Grund: Das Internet und das veränderte Medienverhalten der jüngeren Generation machen das Printgeschäft kaputt. Auflage und Printumsätze gehen zurück. Daten und Fakten zum Zeitungssterben.

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Das Ende war abzusehen. 16 Millionen Euro Verlust machte die „Frankfurter Rundschau“ im laufenden Jahr. Auch die Auflage war zuletzt rückläufig. Gerüchte über Zeitungssterben prägen seit Jahren die Medienberichterstattung. Es war fast, als wartete man nur darauf, dass es endlich losgeht. Letzte Woche überschlugen sich dann die Meldungen: „Frankfurter Rundschau“ insolvent, Stadtmagazins „Prinz“ nur noch digital. Das Schicksal der Wirtschaftstitel von Gruner + Jahr ist weiter ungewiss und die Pleite der Nachrichtenagentur dapd passt ebenfalls ins Bild.

Sinkende Zahlen

Tatsächlich steht seit letzter Woche mit der „Frankfurter Rundschau“ erstmals eine der großen, überregionalen Tageszeitungen in Deutschland vor dem Aus. Das Zeitungssterben hat sich aber über zwei Jahrzehnte angekündigt, wie eine Grafik von Statista zeigt:

Abbildung 1: Die Grafik zeigt die Anzahl der Tageszeitungen 1992, 2002 und 2012 im Vergleich.

Gab es im Jahr 1992 noch 426 Tageszeitungen, sind es 2012 nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nur noch 333 Tageszeitungen. Auch die verkaufte Auflage der Tageszeitungen ist seit Jahren rückläufig. Derzeit werden täglich knapp über 18 Millionen Exemplare verkauft. Zum Vergleich: 1991 waren es 27,3 Millionen:

Abbildung 2: Die Grafik zeigt den Auflagenrückgang der täglich verkauften Tageszeitungen von 2003 bis 2012.

Auch ePaper retten Zeitungen nicht

Auch ePaper retten Zeitungen nicht

Die ePaper-Ausgaben der Zeitungen können den Auflagenschwund bisher nicht auffangen. Laut einer aktuellen Meldung des BDZV werden täglich etwas weniger als 230.000 ePaper in Deutschland verkauft. Selbst eine überregionale Zeitung wie die „Bild“ kommt nur auf eine Auflage von rund 24.000 ePaper. Und das ist noch vergleichsweise viel. Bei der nun in ihrer Existenz bedrohten „Frankfurter Rundschau“ sind es gerade einmal 1.554:

Abbildung 3: Die Grafik zeigt die Auflage der meist verkauften deutschen täglichen ePaper für das dritte Quartal 2012.

Rückgang der Werbeumsätze

Einer der Hauptgründe für das Zeitungssterben ist der Rückgang der Werbeumsätze im Printbereich. Im ersten Halbjahr 2012 haben erstmals alle Zeitungen und Magazine in den USA zusammen weniger mit Werbung verdient als Google. Oder anders ausgedrückt: Ein Unternehmen, das vor 14 Jahren gegründet wurde, erwirtschaftet mehr Geld mit Werbung als eine Branche, die es schon seit über hundert Jahren gibt. Natürlich ist dieser Vergleich eines global agierenden Konzerns mit einem nationalen Markt weder fair noch wissenschaftlich, aber er zeigt doch exemplarisch, wie sehr Printwerbung in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat:

Abbildung 4: Die Grafik zeigt die Werbeumsätze von Google im Vergleich zu amerikanischen Magazinen und Zeitungen von 2004 bis zum ersten Halbjahr 2012.

Die Zahlen sind für den amerikanischen Markt. Die Erfahrung im Medienbereich zeigt: Was auf dem amerikanischen Zeitungsmarkt zu beobachten ist, wird auch in Deutschland Realität werden – nur etwas später und etwas weniger ausgeprägt. In den USA gibt es mit New Orleans bereits eine Millionenmetropole, in der es überhaupt keine tägliche und gedruckte Zeitung mehr gibt. Selbst bei renommierten Zeitungen wie der „Los Angeles Times“ geht die Auflage zurück. Unter www.newspaperdeathwatch.com wird das Aussterben der amerikanischen Druckmedien genau protokolliert.

Quelle Grafiken: www.statista.de

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