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Qualitätssiegel im Energiemarkt schaffen nur wenig Vertrauen

Ob ein Qualitätssiegel bei der Kaufentscheidung berücksichtigt wird, hängt maßgeblich von der Vergabeinstanz ab. Verbraucher vertrauen vor allem den bekannten Siegeln wie Stiftung Warentest, Öko-Test sowie den TÜV-Siegeln. Sie haben wenig Lust, sich mit den getesteten Inhalten im einzelnen auseinander zu setzen, wie eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstitutes Harris Interactive im Energiemarkt ergab.

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Befragt wurden im November 2013 rund 1.000 Personen in Deutschland, die Entscheider oder Mitentscheider bei der Wahl des Energieversorgers sind. „Qualitätssiegel versprechen schnelle Orientierung bei schwierigen Kaufentscheidungen, oft gerade dort, wo die Bewertung der Entscheidungskriterien als lästig oder langweilig empfunden wird“, erläutert Dr. Thomas Rodenhausen, Vorstandssprecher der Harris Interactive AG. „Mittlerweile gibt es jedoch eine Siegel-Inflation. Umso wichtiger ist es, dass die Vergabeinstanz für seriöses Testen und Verbraucherschutz steht. Nur diese Reputation macht Verbrauchersiegel aus Konsumentensicht entscheidungsrelevant.“

Verbraucher halten Stromsiegel für käuflich

Generell ist das Vertrauen in Qualitätssiegel im Strombereich eher gering ausgeprägt. Fast kein Kunde glaubt, dass man Stromsiegeln bedingungslos vertrauen kann. Rund ein Drittel stimmt sogar der Aussage zu, dass Stromsiegel käuflich sind und nicht die Leistung eines Anbieters widerspiegeln. Nur zehn Prozent stimmen der Aussage zu, dass Anbieter oder Angebote mit Siegeln grundsätzlich glaubwürdiger sind als solche ohne Siegel.

Im Gesamtkontext aller Entscheidungskriterien für oder gegen einen Stromanbieter spielen Siegel insgesamt eine untergeordnete Rolle. Am wichtigsten ist die Preisersparnis, am zweitwichtigsten der Anbieter. Bei diesen beiden Aspekten reagieren die Kunden am sensibelsten auf Veränderungen. Dennoch ziehen die meisten Verbraucher es vor, wenn ein Qualitätssiegel vorhanden ist. Und es lassen sich Siegel identifizieren, die im Vergleich zu anderen Siegeln einen höheren Nutzen stiften.

Thema Ökostrom interessiert am meisten

Grundsätzlich gilt: Je höher das Vertrauen beziehungsweise die Glaubwürdigkeit ist, desto stärker wird das Siegel bei Entscheidungen berücksichtigt. Und tendenziell gilt auch: Je bekannter ein Siegel ist, desto stärker findet es Berücksichtigung bei der Entscheidung für einen Stromanbieter oder sein Angebot. Wichtige Kriterien bei der Beurteilung der Vergabeinstanz sind die Unabhängigkeit, der gute Ruf und die Bekanntheit. Bei den Inhalten der Siegel bevorzugen die Verbraucher im Energiemarkt das Thema Ökostrom. Darauf folgen der Service beziehungsweise die Servicequalität, Preisaspekte sowie andere Aspekte der Vertragsgestaltung.

Detailwissen über die bewerteten Inhalte liegt kaum vor. Am ehesten findet es sich bei den hoch bekannten Siegeln Stiftung Warentest und Ökotest. Ausnahmen bilden die Ökosiegel OK-Power und das Grüne-Strom-Label, bei denen trotz geringerer Bekanntheit insgesamt ein höheres Detailwissen zu den Siegelinhalten speziell bei den Personen zu finden ist, die das Siegel kennen.

Die separate Betrachtung verschiedener Zielgruppen belegt, dass es bezüglich der Entscheidungsberücksichtigung von Siegeln durchaus Unterschiede gibt. Diese zeigen sich zwischen den Kunden unterschiedlicher Anbieter, beim Thema Ökostrom, in Abhängigkeit von der Wechselaffinität eines Kunden, in den verschiedenen Entscheidungstypen, aber auch beim Alter und Geschlecht.

(Harris Interactive / asc)

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