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Profit oder ernsthafter Protest? Die Outdoor-Marke Patagonia lehnt sich gegen Trump auf

Ärger zwischen dem mächtigsten Mann der USA und der rebellischen Outdoormarke Patagonia

Es ist für die Outdoor-Marke Patagonia nicht ertragbar: Trump ordnete vor ein paar Wochen an, zwei Naturschutzgebiete im US-Bundesstaat Staat Utah drastisch zu verkleinern – um mehr als 5000 Quadratkilometer. Nun verklagt die Marke den Präsidenten. Doch handelt es sich hierbei wirklich darum, das Land zu halten, oder um eine geschickte Marketingmaßnahme?

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„Der Präsident hat dein Land gestohlen“. Das steht seit einer Woche auf der Homepage der Lifestyle-Marke Patagonia. Die wollen gegen Präsident Donald Trump und seine Administration Klage einreichen. Es geht um das Naturschutzgebiet „Bears Ears“, welches 85 Prozent seiner Fläche verlieren soll und den Park „Grand Staircase – Escalante“ , welcher um etwa 50 Prozent verkleinert wird, so berichtet es Spiegel Online.

Zusätzlich zu einer erheblichen Verringerung der Größe des nationalen Denkmals zielt Trumps Administration darauf ab, ein neues Landmanagement einzuführen. So soll der Weg für die kommerzielle Fischerei und die Erschließung von Weideland auf den geschützten Flächen geebnet werden.

Rose Marcario, Präsidentin und CEO von Patagonia erklärte, dass solche „ungesetzlichen Handlungen“ zur größten Eliminierung von geschütztem Land in der amerikanischen Geschichte führen würden . „Wir haben seit unserer Gründung um den Schutz dieser Orte gekämpft und werden diesen Kampf nun vor Gericht fortsetzen.“ Kurz nach dieser Ankündigung schlugen sich viele Aktivisten auf die Seite der Outdoormarke. Natürlich äußerten sich einige Politiker kritisch über Patagonia in den sozialen Medien. Über den offizielle Twitter-Account des Repräsentantenhauses für „natürliche Ressourcen“, den Vorsitz hat der Utah-Kongressabgeordnete Rob Bishop, der sich für die Änderungen am Monument einsetzte, kam diese Aussage: „Patagonia lügt euch an. Sie wollen nicht #MonumentsForAll. Sie wollen nur euer Geld.“

Auch Ryan Zinke, der Innenminister der USA, äußerte sich gegenüber einigen Reportern nicht gerade positiv über Patagonia: „Ich finde es beschämend und entsetzlich, dass sie unverhohlen lügen, um Geld in ihre Truhen zu bekommen.“

PR-Aktion?

Patagonia glänzte schon in der Vergangenheit mit einigen Strategien, die der Marke mehr Aufmerksamkeit schenkten und gleichzeitig klare Botschaften im Bereich Umwelt nach außen trugen. Gründer Yvon Chouinard achtete bereits Ende der Achtzigerjahre – als Nachhaltigkeit noch kein Modewort war – auf das soziale Engagement seiner Firma und machte die Unterstützung von Protestbewegungen zu einem Kernbestandteil seines Geschäfts. Die Marke will sozialen Wandel und Umweltschutz vorantreiben.

So schaffen sie es Aktivismus und Philanthropie in Profit umzuwandeln. Der Kern ihrer Missionen ermöglicht oft mehr Aktivismus. Im Jahr 2016 nannte der New Yorker dieses Phänomen die „Rückkopplungsschleife von Patagonia“. Die Frage die sich stellt: Ist es verwerflich für ernst gemeinten Aktivismus, welcher in den Grundsätzen einer Markenphilosophie verankert ist, einzustehen? Dafür die Aufmerksamkeit und Präsenz einer Marke zu nutzen? Das monatliche Magazin „Outside“ fragte Corley Kenna, Senior Director of Communications der Firma, ob das Unternehmen nach der Aktion auf der Website einen Umsatzanstieg bemerkt hat. Sie schrieb: „Wir diskutieren nicht einmal, ob der Umsatz gestiegen ist. Der erste TV-Werbespot, den wir jemals in unserer Firmengeschichte gedreht haben – handelte über Bears Ears (Anm. der Red.: Nationalpark in Utah). Wir wollen diese Länder schützen und keine Kleidung darüber verkaufen. Wir machen das, weil es das Richtige ist, Punkt. „

Patagonia hat für fast 30 Jahre gekämpft, um das öffentliche Land zu schützen, und man sei „stolz“, eine Rolle bei der Gründung von mehreren Nationaldenkmälern gespielt zu haben. Die US-Outdoor-Firma argumentierte, dass die Verringerung der Größe des Nationaldenkmals „fatale Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und auf die milliardenschwere Outdoor- und Erholungsbranche haben würde, die auf Amerikas öffentliche Ländereien und Wasserstraßen angewiesen sei.

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