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Photoshop und Flash im Abo-Modell

Ab dem Jahr 2012 wird Adobe seine Produktvermarktungsstrategie komplett umstellen. Statt Schachteln über den Handel zu verteilen, verkauft der Softwareriese Abos direkt – auch für die großen Flaggschiffprodukte Photoshop, InDesign, Premiere, Flash und Illustrator.

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von Frank Puscher

Es war ein Paukenschlag auf der Konferenz Adobe Max 2011, den kaum einer so richtig bemerkt hat. Während die kreativen Köpfe dieser Welt im Los Angeles Convention Center auf die Enthüllung neuer Produkte warteten oder kreative Anregungen für das nächste Projekt suchten, präsentierte Chief Technology Officer Kevin Lynch einen wichtigen Aspekt der strategischen Neuausrichtung von Adobe: Beginnend 2012 können Adobe-Kunden Abonnements abschließen, die Zugang zu allen möglichen Online-Services bieten. „Wir werden in der Lage sein, unsere Produkte permanent zu aktualisieren und nicht mehr nur einmal pro Jahr“ skizziert Lynch die Aussichten. Der Konzern spart gewaltig in Sachen Logistik und Distribution, wenn das Modell Schule macht. In einen sehr sauren Apfel beißen muss dagegen der Fachhandel. Angesichts der technischen Versiertheit der Zielgruppe ist es mehr als wahrscheinlich, dass eine große Zahl an Kunden das Direktvertriebsmodell präferieren wird, wenn die Preise stimmen. Diese werden im Lauf des Novembers veröffentlicht.

Eine stärkere Fokussierung auf Online-Modelle wurde von Experten und Analysten längst gefordert. Die Flaggschiff-Programme sind weitgehend ausentwickelt. Spannende Neuheiten entstehen oft an den Rändern der Entwicklung und sind schwer in die bestehenden Programme zu integrieren. Schon vor Jahren hat Adobe daher begonnen, systematisch kleine, schnelle Softwareschmieden zu kaufen, um damit die eigene Entwicklungsgeschwindigkeit zu erhöhen. Offenbar wurde das Problem zum Beispiel im Konflikt Flash versus HTML5. Statt Flash eine bessere Exportschnittstelle zu gönnen, bekommt er zur Max 2011 ein leichtgewichtiges Brüderchen namens Edge. Das macht nichts anderes als HTML5-Animationen, die eben auch auf Tablets insbesondere unter iOs laufen.

Neben den Download-Abos bietet Lynch seinen Kunden 20 Gigabyte Speicherplatz in der so genannten Creative Cloud an. Dort gibt es eine Handvoll Werkzeuge zur Onlinezusammenarbeit. So können die Cloud-Server zum Beispiel Photoshop-Dokumente nach Ebenen auflösen und anzeigen. Ob diese Form der Onlinezusammenarbeit zur Norm wird, bleibt abzuwarten. Die dritte Säule des Pakets sind dezidierte OnlineServices. Dazu zählen Produktions-Tools wie das soeben aufgekaufte Typekit, mit dessen Hilfe verschiedene Schriften in Websites eingebunden werden können. Auch dazu gehören Usability- und Marketing-Tools wie Browserlab (Websites testen) oder Test & Target (Conversionrate-Optimierung). Strategisch ist die Ausrichtung stimmig. Die Frage ist, wie gut es Adobe gelingt, Leben in die kreative Wolke zu bringen. Zumindest hierzulande scheint es fraglich, inwieweit Grafiker und Webdesigner sich in die Karten schauen lassen wollen und bereit sind, ihre Design-Prototypen mit der Community zu teilen.

www.adobe.de

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