Suche

Werbeanzeige

Opel und die Rache der französischen Automobilindustrie

Diese Woche hat PSA seine Pläne zu Opel angekündigt. Entweder will PSA mit Opel gar kein Geld verdienen und sich nur an der deutschen Automobilindustrie für Jahrzehnte lange Technologie- und Marktführerschaft rächen, oder die handelnden Personen sind tatsächlich ungeschickt in der Führung von profitablen Markenunternehmen.

Werbeanzeige

Ein Kommentar von Jürgen Gietl

Es lässt es sich einfach schwer erklären, warum PSA auf die Idee kommt, eine deutsche Marke wie Opel mit deutscher Haltung und deutsch/amerikanischer Technologie zu einer deutschen Hülle mit französischem Herz machen zu wollen.

Wachstum in gesättigten Märkten gelingt nur mit begehrten Marken

Der weltweite Automobilmarkt ist weitestgehend gesättigt. Wachstum entsteht in solchen Märkten durch absolut revolutionäre Ideen und starke Marken. Wie erfolgreiche Revitalisierung funktioniert, haben uns die asiatischen Konzerne Geely und Tata mit Jaguar und Volvo gerade gezeigt: Absolute Konzentration auf den Kern und die klare Positionierung der Marke, gepaart mit einer zeitgemäßen Umsetzung der Positionierung durch zukunftsweisende Technologien, atemberaubendes Design und klare, lustvolle Kommunikation.

Nicht das „was“ sondern das „wie“ entscheidet

Dabei geht es bei der Kritik am PSA Plan gar nicht um die Frage, ob Opel eine reine Elektromarke werden soll oder nicht. Es geht um die Herangehensweise. Opel hat nicht nur keine klar definierte Positionierung – obwohl es das kleine 1×1 der Markenführung wäre, diese zu finden – Opel soll nun auch noch die Produkte aufgeben, die der Marke den Rest an Profil geben, das ihr noch geblieben ist. Damit wird Opel zur leistungs-, seelen-, und charakterlosen Markenhülle ohne Wert. Kaufentscheidend wird in Zukunft nur noch der Preis sein. Ob Opel so jemals profitabel wird, ist zu bezweifeln.

Menschen kaufen nicht was sie brauchen, sondern womit sie sich identifizieren

In gesättigten Märkten kaufen Menschen längst nicht mehr, was sie brauchen, sondern das, womit sie sich identifizieren. Und das sind weder die E-Autos mit französischem Innenleben, noch bunte Werbung. Menschen identifizieren sich mit Menschen oder mit Ideen, Missionen und der Haltung hinter einer Marke. Doch statt Opel eine neue Mission, eine neue Haltung zu geben, gibt man der Marke eine neue Technologie. Doch Menschen kaufen keine Funktionen. Erst Marken geben Funktionen Bedeutung. Sie werden in diesem Spiel zum all entscheidenden Faktor.

Die Zukunft gehört allen, außer Opel

Opel hat vielleicht die letzte Chance verspielt, sich eine klare Haltung, einen Standpunkt, eine eindeutige Positionierung als Nukleus für alles, was eine Marke stark macht, zu geben. Unter Opel könnte man vermutlich alle Technologien erfolgreich verkaufen, wenn es nur eine klare Positionierung gäbe und diese Technologien dazu passen würden. Es ist vermutlich völlig unbedeutend, woher welche Technologie für welches Teil bei Opel kommt, so lange die Marke mit ihren Produkten und Services eine klare Position einnimmt, die es so sonst am Markt nicht gibt. Was Opel seit den 1970er Jahren nie gelungen ist, machten Marken der anderen deutschen Automobilhersteller geradezu mustergültig vor. Denn würde man weltweit Autokäufer fragen, wofür Audi, BMW oder Mercedes stehen, man bekäme wohl immer eine eindeutige Antwort. Der Charakter und die dazu passenden Spitzenleistungen dieser Unternehmen sind es, die sie zu den profitabelsten Herstellern und Weltmarktführern gemacht haben. PSA ist dies noch nie gelungen und für Opel scheint es der Mutterkonzern auch nicht vorgesehen zu haben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

War der Optimismus groß, Opel könne sich unter dem neuen Eigner besser entwickeln als unter GM, muss man leider feststellen: Das Aus von Opel wurde nun vermutlich endgültig eingeleitet. Wenn nicht doch noch ein Wunder geschieht und man sich bei PSA dazu entschließt herauszufinden, wofür Opel wirklich steht und wie man das mit Hilfe französischer Technik und deutscher Qualitätsanmutung in clevere Mobilitätslösungen verpackt.

Jürgen Gietl schreibt regelmäßig Kolumnen für die absatzwirtschaft und ist Managing Partner von Brand Trust mit langjähriger Erfahrung im operativen und strategischen Management von Marken. Seine Sachkenntnis nutzen namhafte mittelständische Unternehmen und globale Konzerne. Gietl ist ein gefragter Dozent auf zahlreichen Kongressen und an Hochschulen.

Digital

Wie treibt Künstliche Intelligenz den Unternehmenserfolg an?

Künstliche Intelligenz (KI) ist für deutsche Unternehmen längst keine Zukunftsvision mehr. Aber wie kann KI konkret auf Customer Journey,Organisation und Erfolg eines Unternehmens einzahlen? Darüber haben unsere Experten beim Roundtable am 5. Oktober gesprochen. mehr…

Werbeanzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Channel Opportunity-Management: Wie Sie die Zügel bei Vertriebspartnern straff halten

Warum setzen so viele Unternehmen auf den indirekten Vertrieb? Bei diesem Geschäftsmodell ist…

Binge Watching im Büro: Jeder Dritte schaut während der Arbeit Netflix-Serien

Wenn mal wieder Langweile im Büro herrscht, schafft Netflix offenbar für viele Angestellte…

Die Magie starker Marken: Warum Unternehmen sich für den Marken-Award bewerben sollten

Wie lenken CMOs erfolgreiche Marken? Wie meistern traditionsreiche Marken die Digitalisierung? Beim Marken-Award…

Werbeanzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

  1. Alles was in diesem minderwertigem Artikel so negativ beschrieben wurde, stimmt einfach nicht! Wenn man sich nur ein bisschen mit der Marke Opel und mit den genauen Details des PACE Plans beschäftigt, weiß man wofür Opel und dessen Zukunft steht (welcher übrigens selbstbestimmt und von PSA abgesegnet ist). Ich sehe es als notwendige und zukunftsträchtige Chance für Opel!

  2. Hier geht’s offenbar nur um negative Stimmungsmache. Sehr tendenziös. Wenn das so stimmen würde dann liessen sich Marken wie Skoda Seat VW auch nicht verkaufen,
    denn dass ist doch alles der selbe Krempel. Das wird schon was mit werden mit PSA und Opel. Auch wenn es machen nicht gefallen wird

  3. Der Autor disqualifiziert sich in diesem Artikel selbst, ohne die Markenembleme könnte man beispielsweise Skoda, Seat oder Audi auch nur schwer unterscheiden. Opel wird eine europäische Marke diese Entwicklung ist sehr positiv zu sehen ! Ich bin am Wochenende per Zufall den neuen Grandland X gefahren, absolut gelungenes Auto, eigenständig im Design, obwohl er sich laut Händler die Plattform mit dem Peugeot 3008 teilt, daher absoluter Quatsch der Artikel.

  4. Hat sich hier der Schreiber, Herr Jürgen Gietl, Boss der Brand Trust GmbH, so über etwas geärgert, dass er die Beherrschung verlor und es alle Leser merken müssen? Was haben ihm Opel oder PSA nicht geben wollen, dass er so aufgeregt ist, um so um sich zu hauen? Oder hat er von einem Wettbewerber der Verunglimpften Geld bekommen, dann wär es ja clever, aber schäbig.

    Jedenfalls unnütze Schmiererei, die offenbar nur den Markt beeinflussen soll.

  5. Audi Mercedes und BMW stehen jedenfalls für ein Autokartell und insbesondere Audi für Betrug am Kunden und der Umwelt .Damit idendifieziere ich mich jedenfalls nicht .

  6. Ein weniger gut recherchierter Artikel.
    Opel stand und steht übrigens seit jeher für bezahlbare und robuste Autos, Herr Gietl. Und so wird es auch in Zukunft sein. Image-Gehabe und geschönte Werte können andere Hersteller besser, Betrug in 11 Millionen Fällen ebenfalls. Die neue Konzern-Allianz aus Groupe PSA, Dongfeng, BNP-Paribas und Opel werden innerhalb weniger Jahre zeigen wozu sie fähig sind. Recherchieren Sie bitte einmal wie diese Firmen zusammenhängen, dann werden Sie vermutlich sehr schnell zu dem Ergebnis kommen, dass nicht Opel Angst vor der Zukunft haben muss, sondern andere.

  7. Im Gegensatz zu den Vorschreibern finde ich, dass dies der erste Artikel in diesem Zusammenhang ist, der den Nagel exakt auf den Kopf trifft (und auch nicht nach DPA Einheitsbrei klingt.)
    Auf diese Weise gibt es keine Chance für Opel!

    1. Click-bait.

      Diese Art von Aussagen beziehen sich wieder mal auf nichts anderes als persönliche, nicht nachvollziehbare, oberflächlich negative Gefühle.

      Wenn solche einseitig tendenziöse Äußerungen eine faktuelle Konzequenz hätten würde man sie gar nicht in dieser reißerisch negativer Art hinschreiben; auch nicht der Herr Gietl. Als Sprecher ist er wohl nicht anders. Die Herren Duddenhofer und Becker sehnen sich auch unnachvollziehbar nach ein negatives Ende was sich seit 10 Jahren nicht bestätigt. Insofern haben sie Allen bissher nichts sinnvolles beigetragen.

  8. Hahaha, selten so herzhaft gelacht.
    Mal im Ernst, dafür hat der Autor den Titel des schlechtesten Artikels aller Zeiten verdiehnt!

  9. Wie dumm. Er ist doch Manager. Ich kenne viele und finde den Beruf an sich auch toll aber denken meistens strategisch aber AUCH optimistisch. In diesem Artikel ist dies nicht wiederzufinden.
    Wie kann man das einfach vergessen, dass Opel gleich ‘aussterben’ konnte, hätte sich PSA nicht freiwillig dazu bereit erklärt. Wer hätte Oplel sonst auch aufnehmen können? Ford-Erstrivale, also Bestimmt Nicht. Hyundai/Kia? Schrott -Verzeihung aber lieber europäisch als asiatisch (für Opel natürlich) etc..Der Rest wäre unlogisch wo man sich Opel hinzudenken könnte. PSA hat Hervorragendes die letzten Jahre beigetragen in Sachen Marketing und Management, und ist von den meisten Konzernen nicht vollbesetzt, schaut man mal beim VW-Konzern oder der Renault-Nissan Allianz. Von daher bin ich auch der festen Überzeugung ,dass Opel Chancen hat. Positive Chancen

  10. Hochmut kommt vor dem Fall! Schauen Sie doch Mal auf die Strasse, lieber Herr Gietl, und inspizieren Sie insbesondere die Fahrzeuge, wenn Sie in unseren total verstopften Städten im Berufsverkehr im Stau stehen. Ich glaube nicht, dass die meisten sich, in irgendeiner Weise mit den Fahrzeugen in denen sie sitzen, identifizieren und „diese Kiste“ fahren, weil „sie so geil ist“. Die meisten fahren das Auto, was sie sich leisten können (auch wenn’s finanziert ist). Da bleibt nicht viel Spielraum zur persönlichen Verwirklichung.
    Ach ja, welche Haltung und Mission vertreten denn die Premiumhersteller eigentlich? Maximale Ausbeutung und Erzeugung eines Mega-Hypes á la Apple mit seinem I-Quatsch, so dass jeder kleine Handwerker meint er müsse unbedingt Audi fahren. Das hat Opel unter Anderem auch in solch eine brisante Lage gebracht.
    Einen hab‘ ich noch: Wer hat momentan Diesel-Aggregate auf dem Markt nach Abgasnorm Euro 6d; auf jeden Fall kein einziger deutscher Hersteller, dafür aber PSA Peugeot/Citroën. Danke schön!

    1. Guten Morgen ,
      welches PSA Diesel-Auto hat denn Euro 6d ??????????????
      Oder kommt da der nächste Betrug nach längeren suchen zum Vorschein ?
      Und das Thermofenster , die legale Abschalteinrichtung ,unter 17 Grad werden die Dieselabgase ungefiltert ausgeblasen , gibt es auch da noch .
      Sicher laufen PSA Diesel sehr gut , ohne Rußwolken beim Gas geben , aber
      deswegen sind die doch nicht annähernd Perfekt .

  11. Audi ist doch auch einigermassen erfolgreich geworden auf Vw, Seat, Skoda Plattform, Mercedes verkauft ihren Citan auch auf Renault Kangoo.

  12. Mit Verlaub, der größte Schwachsinn, den ich in je über diese Marke gelesen habe.
    Hier frage ich mich persönlich immer, (wer oder) was den Verfasser bewegt, so etwas zu schreiben.

  13. So etwas kann nur jemand schreiben, der noch nie einen asiatischen Markt wirklich erlebt hat. Die Menschen dort sind gierig nach deutschen Produkten. Ein Phänomen, dass man manchmal mit einem rationalen Denkansatz nicht erklären kann. Eine deutsche Flagge auf dem Produkt wirkt in China, Vietnam, Korea oft als zusätzlicher Kaufanreiz, eben emotional.
    Diese Chance hatte Opel trotz guter Produkte nie richtig nutzen können.
    Herr Tavares macht das schon sehr, sehr clever, indem er solche Chancen nutzt.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige