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Elektro-Antreiber Neumann verlässt Opel und wird durch Finanzvorstand abgelöst

Dr. Karl-Thomas Neumann Vorsitzender der Geschäftsführung der Opel Group GmbH

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat seinen Chefposten in Rüsselsheim aufgegeben. Nachfolger wird Michael Lohscheller, der seit 2012 dem Opel-Vorstand angehört.

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Karl-Thomas Neumann – seit 2013 Vorstandsvorsitzender von Opel – trat gestern von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung bei Opel zurück. Allerdings bleibt er noch solange Mitglied der Geschäftsführung, bis der Besitzerwechsel von Opel an den französischen Konzern PSA Peugeot-Citroën vollzogen ist. Erwartet wird der Verkauf durch den amerikanischen Mutterkonzern General Motors im Herbst.

„Schwierige, persönliche Entscheidung“

Offiziell beschreibt Neumann seinen Rücktritt als „eine schwierige, persönliche Entscheidung, Opel/Vauxhall mit dem Übergang an die PSA-Gruppe zu verlassen. Ich bin stolz auf das Team und darauf, was wir gemeinsam erreicht haben. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Opel/Vauxhall mit dem Wechsel zur PSA-Gruppe noch erfolgreicher und stärker aufgestellt sein wird. Ich werde mich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren und anschließend die Zeit nehmen, über meine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden.“

Zu wenig Elektro-Ambitionen

Der tatsächliche Grund für Neumanns Austritt ist laut Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) allerdings vielmehr dessen Sorge, dass die Franzosen die einschneidende Wirkung der Elektromobilität nicht richtig erkennen. Denn Neumann wolle Opel zu einem reinen Elektroauto-Anbieter umwandeln. Die „Welt“ hingegen vermutet die Abwehrhaltung gegenüber Neumanns Elektrooffensive eher bei den Amerikanern, schließlich sei PSA mit Citroën ein Pionier unter den E-Autobauern. Die Welt zitiert zudem eine weitere Annahme eines Insiders, der Opel und Neumann gut kenne: „Es war klar, dass KTN den Autobauer nicht ferngesteuert nach den Direktiven aus Paris lenken will, nur noch als Beifahrer. Dazu ist er zu selbstbewusst.“ Wohin Neumann wechseln wird, ist unklar. Vermutet wird eine eventuelle Rückkehr in den VW-Konzern. Dort war er seit Ende 2009 Konzernbeauftragter für Elektro-Traktion und Generalbevollmächtigter. In dieser neu Position war er für die Entwicklung von Elektroantrieben verantwortlich. Seit 1. September 2010 war Neumann President & CEO der Volkswagen Group China, verlor diese Posten wegen Umbesetzungen im Management Mitte 2012 aber wieder und wurde schließlich 2013 Cehf von Adam Opel.

Neumann stärkte das Markenimage

Dr. Wolfgang Schäfer-Klug, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates von Opel, sagte: „Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat respektieren die Entscheidung von Herrn Dr. Neumann. Er hat für Opel wieder Anerkennung, ein verbessertes Markenimage und ein gestärktes Selbstbewusstsein erreicht. Hinzu kommt die Entwicklung wettbewerbsfähiger und aufregender, neuer Fahrzeuge. Die Entscheidung, CFO Michael Lohscheller zum neuen Opel-Chef zu machen, wird von uns ausdrücklich begrüßt.“

Der neue Chef

Dr. Karl-Thomas Neumann (links) mit dem neuen Opel-Chef, Michael Lohscheller

Neuer Chef wird Michael Lohscheller. Er gehört seit September 2012 dem Opel-Vorstand an und ist seit dem 1. Juli 2014 Finanzvorstand und Geschäftsführer Finanzen der Opel Group. Damit werde die Kontinuität für das Geschäft und alle Stakeholder des Automobilherstellers gesichert – ebenso wie ein nahtloser Übergang des Unternehmens an PSA mit der wichtigsten Aufgabe, einen neuen strategischen Plan für Opel zu erarbeiten. Für den Diplom-Kaufmann ist die Automobilbranche kein unbekanntes Terrain, denn schon vor seiner Zeit bei Opel arbeitete er bei Daimler, Mitsubishi und Volkswagen. „Ich danke dem Aufsichtsrat für das Vertrauen. Wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und als Teil der PSA-Gruppe weiter an Schlagkraft gewinnen“, sagte Michael Lohscheller. „Denn hier entsteht nach dem erwarteten Closing des Vertrags ein neuer europäischer Champion. Ich freue mich auf die neue Aufgabe und darauf, gemeinsam mit der Führungsmannschaft für die rund 38.000 Opel-Mitarbeiter und alle Stakeholder an einer erfolgreichen Zukunft für Opel/Vauxhall zu arbeiten.“

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