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Online-Werbeausgaben übertrumpfen in Großbritannien erstmals die TV-Spendings

Großbritannien ist der erste größere Wirtschaftsmarkt, in dem die Werbeausgaben im Online-Bereich bereits diejenigen im Fernsehen überholt haben. Wie ein aktueller Bericht des britischen Internet Advertising Bureau (iab) und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers feststellt, haben Werbetreibende in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Rekordsumme von 1,75 Mrd. Pfund (rund 1,93 Mrd. Euro) für entsprechende Maßnahmen im Internet ausgegeben.

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Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 4,6 Prozent. Die Online-Werbeausgaben kletterten somit auf den Gesamtmarkt gerechnet auf den Höchstwert von 23,5 Prozent und konnten erstmals den TV-Sektor übertrumpfen, der es lediglich auf 21,9 Prozent Marktanteil geschafft hat. „Die Online-Werbung hat alle Erwartungen übertroffen und in den schwersten Marktbedingungen ein ordentliches Wachstum hingelegt“, erklärt Guy Phillipson, Chief Executive des iab.

Wie stark diese Entwicklung tatsächlich sei, werde erst klar, wenn man sich verdeutliche, das der Werbemarkt in Großbritannien im selben Zeitraum insgesamt gerechnet mit mehr als 1,5 Mrd. Pfund (rund 1,65 Mrd. Euro) weniger an Investitionen auskommen musste. Anzeigenwerbung im Internet habe angesichts dieser finanziellen Einschnitte im Vergleich zu anderen Bereichen wie TV, Print und Radio eine „besonders gute Performance“ hingelegt. Ausschlaggebend hierfür sei vor allem die Tatsache, dass die Werbetreibenden mittlerweile erkannt hätten, dass Online-Werbung eine hohe Bedeutung, Steuerbarkeit und Messbarkeit zukommt. Für die weitere Entwicklung des Werbemarktes in diesem Jahr geht Phillipson von einer eher turbulenten zweiten Jahreshälfte aus.

In Anbetracht der gegenwärtigen Zahlen aus Großbritannien stellt sich nun natürlich die Frage, ob der dortige Trend auch auf andere europäische Länder überschwappen könnte.

Immerhin prognostiziert der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. für Deutschland, dass Online-Werbung in diesem Jahr hinter klassischer TV- und Zeitungswerbung Platz drei einnehmen könnte. „Trotz angespannter Wirtschaftslage wird Online-Werbung in diesem Jahr Brutto um zehn Prozent zulegen. Das Nettowachstum schätzen wir auf zwei bis drei Prozent“, sagt OVK-Vorsitzender Paul Mudter. Demnach wird das Bruttowerbevolumen der Online-Werbung auf über vier Milliarden Euro zulegen.

Im Vergleich zu 2008 würde der Online-Werbemarkt in diesem Jahr seinen Anteil am Gesamtwerbemarkt um zwei Prozent auf 16,6 Prozent ausbauen. Damit würde Online-Werbung erstmalig das Werbesegment der Publikums- und Fachzeitschriften mit einem Anteil von insgesamt 15,8 Prozent (Publikumszeitschriften: 14,1 Prozent, Fachzeitschriften: 1,7 Prozent) überholen. Nach TV- und Zeitungswerbung mit 36,7 beziehungsweise 21,9 Prozent würde Online-Werbung somit den dritten Platz im Bruttowerbekuchen aller Mediengattungen einnehmen. Gründe dafür sind eine konstant zunehmende Investitionsbereitschaft in Online-Werbung im ersten Halbjahr 2009 sowie die Stagnation beziehungsweise rückläufige Entwicklung der klassischen Werbung im gleichen Zeitraum.

www.pwc.com , www.iabuk.net

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