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Online-Publisher testen Fernsehwerbung im Internet

Der Vormarsch von Pop-Up-Blockern fördert die Experimentierfreude US-amerikanischer Online-Publisher. Die Ankündigung von Microsoft, auf Wunsch zahlreicher User auch dem Internet Explorer eine Blocker-Funktion hinzuzufügen, stößt bei Publishern und Werbern auf Besorgnis.

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Der User untergrabe mit seiner Entscheidung gegen Pop-Ups gleichzeitig das Modell des Gratis-Internets, berichtet die New York Times (NYT). Da aber am Wunsch der User kein Weg vorbei führt, starten mehrere Websites in den USA, darunter MSN, ESPN und Lycos, einen sechswöchigen Test, mit dem der TV-Werbespot den Sprung ins Internet schaffen soll.

„Mit dem Format können Werber die Internet-User nun mit dergleichen Wirkung wie im Fernsehen erreichen“, ist Dick Hopple überzeugt. Er ist Chairman und CEO des New Yorker Werbeunternehmens Unicast, das die Software für den Test entwickelt hat. Im Gegensatz zu früheren Video-Formaten sollen die Online-Spots 30 Vollbilder pro Sekunde abspielen und so TV-Qualität bieten. Die Werbespots werden für den User unsichtbar geladen während er die jeweilige Website besucht. Wenn der User die Seite wieder verlässt, wird der Spot auf der gesamten Bildschirm-Oberfläche abgespielt. Dabei umgeht die Software die gefürchteten Pop-Up-Blocker. Mit einer Skip-Funktion kann der User den Werbefilm unterbrechen und sofort zur nächsten Website weitersurfen.

Die Online-Publisher wollen das neue Format zunächst sehr sparsam einsetzen. Die auf individuelle Computer versendeten Werbungen können so limitiert werden, dass beispielsweise ein User einen Spot auf einer bestimmten Webseite nur einmal täglich zu sehen bekommt. Bis Ende Februar sollen so 100 Mio. Werbespots ausgeliefert werden. 50 bis 75 Mio. davon werden sich die User auch ansehen, hofft Unicast. Sollte das neue Online-Werbeformat ein Erfolg werden, könnte es zu einem würdigen Nachfolger des bei den Usern unbeliebten, aber aus Sicht der Publisher erfolgreichen Pop-Ups heranwachsen. Für die Publisher ist es laut NYT vor allem wegen dem Preis von 35 Dollar pro 1.000 versendete Werbespots lukrativ. Der durchschnittliche Preis für Online-Werbung pro 1.000 User liegt demnach in den USA bei zehn Dollar pro 1.000 Zuseher.

Die Verwendung von Pop-Up-Blockern nimmt rasant zu. Laut einer Untersuchung des Online-Werbers AdvertismentBanners.com haben rund 20 bis 25 Prozent der US-User einen Pop-Up-Blocker aktiviert, berichtet die NYT. Das sind doppelt so viele User wie noch ein Jahr zuvor. In Österreich hat eine Erhebung des IAB-Austria im Vorjahr ergeben, dass rund drei bis fünf Prozent der User Pop-Ups blockieren. Eine neue standardisierte Technik des IAB-Austria garantiert den Werbekunden, dass sie nur für Pop-Ups zahlen, die sich auch tatsächlich öffnen. Der sinkenden Effektivität des Formats angesichts des Vormarsches von Pop-Up-Blockern dürfte dies aber nicht entgegensteuern. (Ende)

www.nyt.com

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