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Unternehmen und Nachhaltigkeit – ein schwieriges Paar?

Da geht noch was – so könnte man das Fazit des Nachhaltigkeitsreports der Ratingagentur Oekom zusammenfassen. Sie vergleicht die Nachhaltigkeitsbestrebungen börsennotierter Unternehmen weltweit mit den Zielen der UN-Generalversammlung von 2015.

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Der Katalog der so genannten „Sustainable Development Goals“ (SGD) umfasst 17 Ziele, darunter etwa sauberes Wasser für alle, Geschlechtergleichstellung, der Kampf gegen Hunger und Klimawandel. Bis 2030 sollen alle UN-Mitglieder diese Ziele so weit wie möglich umsetzen.

Die Privatwirtschaft war an der Formulierung der SDGs beteiligt, soll laut UN einen wesentlichen Beitrag zu deren Erreichung leisten – und hat noch jede Menge zu tun. Das geht aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsreport der Ratingagentur Oekom hervor, den diese jährlich herausgibt.

Nachhaltigkeit wird wichtiger, ist aber noch nicht wichtig genug

Basis der Untersuchung sind 3700 börsennotierte Unternehmen weltweit, besonders groß und aus konventionellen Branchen oder mit einer besonderen Nähe zum Thema Nachhaltigkeit wie etwa aus den Bereichen der erneuerbaren Energien oder der Wasseraufbereitung. Auch nicht börsennotierte Emittenten von Anleihen gehören zur Untersuchungsgruppe sowie supranationale Organisationen (World Bank) und Eisenbahngesellschaften.

Insgesamt bescheinigen die Autoren den Unternehmen einen leichten Anstieg des Nachhaltigkeitsbewusstseins, allerdings gehe dieser nur sehr langsam vonstatten. In dem Report heißt es: „Zwar ist nach wie vor dem Großteil (47,85 Prozent) ein unzureichendes Engagement im Bereich Nachhaltigkeit zu bescheinigen, diese Zahl ist aber seit 2013 rückläufig. Der Trend zeigt sich auch im Positiven: Inzwischen gibt es bereits bei 35,87 Prozent der Unternehmen zumindest erste Ansätze von Nachhaltigkeitsbestrebungen – auch hier also eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.“ 2014 waren es nur 34,1 Prozent. Der Anteil von Unternehmen mit unzureichendem Engagement lag bei 47,85 Prozent.

Deutsches Unternehmen steht an der Spitze des Nachhaltigkeitsrankings

In dem Oekom-Bewertungssystem gibt es maximal 100 Punkte für einen fairen Umgang etwa mit Lieferanten, Mitarbeitern, Transparenz oder Umwelt. Von den untersuchten Branchen schafft es keine auf einen Durchschnittswert von mehr als 50 Punkten. Am besten schneiden da noch Hersteller von Haushalts- und Pflegeprodukten mit 47,4 Punkten ab, an zweiter Stelle folgen immerhin Automobilhersteller (44,4 Punkte), an dritter Stelle Unternehmen aus der Branche Transport & Logistik/Rail (38,5 Punkte).Bildschirmfoto 2016-03-29 um 11.19.23

 

Am weitesten von den Nachhaltigkeitszielen entfernt sind Unternehmen aus dem Immobilien- und Rohstoffmarkt. Die nachhaltigsten Unternehmen kommen laut Report wiederum aus Frankreich. Der soziale Aspekt des Wirtschaftens sei dort sehr stark ausgeprägt, sagte Kristina Rüder,  Head of Research bei Oekom, unlängst gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Zudem müssen etwa Vermögensverwalter über den CO2-Fußabdruck ihrer Investments berichten. Ein solches Gesetz gibt es in Deutschland noch nicht. Nichtsdestotrotz stellt die Bundesrepublik nach Frankreich und Großbritannien die meisten Unternehmen in den Top Drei jeder Branche. Mit Henkel steht sogar ein deutsches Unternehmen an der Spitze der besten Branche und damit auf dem insgesamt ersten Platz im Nachhaltigkeitsreport.

(jwa)

 

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Kommentare

  1. Erstaunlich das Immobilien Unternehmen in diesem Ranking hinterherhinken. Gerade das Thema „nachhaltiges Wohnen“ wird immer wichtiger. Außerdem achtet der Endkonsument immer mehr auf die Umwelt und richtet auch sein Kaufverhalten auf nachhaltige Aspekte aus. Unternehmen punkten ja oft schon mit kleinen „grünen“ Maßnahmen, wie beispielsweise die Verwendung von Ökostrom. Das wird ja auch zum Teil als Marketinginstrument genutzt, wie auch hier in diesem Blogartikel http://www.boss.energy/energieblog/blog-detail/news/oekostrom-als-marketinginstrument-so-gehts/ sehr gut berichtet wird.

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