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Obama zwitschert, Romney liked – Facebook und Twitter im US-Wahlkampf

Die großen Auftritte, TV-Duelle und Reden von Romney und Obama sind fast geschafft. Doch der Kampf um das Weiße Haus, wird auf den letzten Metern entschieden – da sind sich die Experten einig. Obama könnte da seinen Onlinevorteil nutzen. Denn im sozialen Netz hat er seinen Konkurrenten längst abgehängt. Heute in unserer US-Wahlkampf-Serie: Facebook, Twitter, Instagram und Co.

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Von Anne-Kathrin Keller

Geht es nach Twitter wird das Wahlergebnis mehr als eindeutig und Obama bleibt Präsident. Barack Obama führt klar im sozialen Netz vor seinem Herausforderer Mitt Romney. Facebook und Twitter sind inzwischen genauso wichtige Wahlkampfinstrumente wie TV-Spots, Reden und Plakate. Alleine das erste Fernsehduell zwischen Obama und Romney produzierte 10,3 Millionen Tweets in nur 90 Minuten. Es war das am häufigsten auf Twitter kommentierte Ereignis überhaupt.

Im Wahlkampf 2008 haben die Demokraten den Social-Media-Wahlkampf erfunden. Barack Obama war der erste Politiker, der das Web 2.0 effektiv für sich nutzen konnte. Im Zentrum seiner Strategie stand Facebook. Heute sind es viel mehr Kanäle, die er bedienen muss. Obama kam damals zugute dass sein Konkurrent McCain mit 71 Jahren die modernen Medien gar nicht in den Blick genommen hat. Heute wissen die Republikaner, dass sie auch im sozialen Netz auf Wählerfang gehen müssen.

Die Präsenz auf Facebook und Co. dient nicht nur dem Wählerfang, sondern auch der Finanzierung ihres Wahlkampfes. Unverzichtbar ist der „Donate“-Button auf allen Seiten. Damit treiben die Kandidaten Spendengelder ein. Im sozialen Netz ist die Spendenbereitschaft bei den Nutzern zwar verhältnismäßig klein, aber dafür ist die Zielgruppe groß. Zudem ist der Wahlkampf im Netz günstig. Eine Studie des Marktforschers „e-marketer“ belegt, dass trotz immer mehr Einsatz im Netz weiterhin 98,5 Prozent der Wahlkampfausgaben für klassische Medien wie Fernsehen und Zeitung anfallen.

Social Media Bilanz in Zahlen

Sowohl Obama als auch Romney haben ihre Spuren in allen Portalen des sozialen Netzes hinterlassen. Sie sind auf Facebook und Twitter genauso wie bei Pinterest, Google Plus oder Instagram und posten ihre Lieblingssongs auf der Musikseite Spotify. Barack Obama hat 20,7 Millionen Follower auf Twitter. 7.500 Tweets haben er und sein Wahlkampfteam in den vergangenen Wochen und Monaten verschickt. Bei Facebook hat der amtierende Präsident 31,5 Millionen Fans, bei Pinterest sind es 34.600 Follower. Bei Instagram postet Obama regelmäßig Bilder aus Wahlkampf und Privatleben hat 1,5 Millionen Anhänger.


US-Wahlkampf auf absatzwirtschaft.de

Bis zu den US-Wahlen am 6. November nehmen wir die relevanten Vermarktungskanäle der Präsidentschaftskandidaten auf absatzwirtschaft.de unter die Lupe. .In den vergangenen Wochen erschienen:

>>>Obama führt im US-Wahlkampf auf Youtube
>>>Wie der Kanal TV den US-Wahlkampf bestimmt


Romney kann bei solchen Zahlen nicht mithalten. Zum einen sind seine Anhänger deutlich weniger onlineaffin, zum anderen steckt er in seinem Wahlkampf auch deutlich weniger Energie in soziale Medien. Bei Twitter hat er gerade einmal 1,4 Millionen Follower, an die er und sein Wahlkampfteam knapp 1.500 Tweets verschickt haben. Bei Pinterest – das Portal, das generell am wenigsten als Wahlkampfinstrument genutzt wird – sind es 1.300 Follower. Bei Facebook knapp 11 Millionen Fans, bei Instagram schlappe 50.000 Anhänger.

Weniger eindeutig ist der Twindex. Der „Twitter Political Index“ ist ein Twitter-Tool, das die Tweets zum US-Präsidentschaftswahlkampf trackt und anhand einer automatisierten Tonalitätsanalyse ein Beliebtheitsranking erstellt. Die Punkte reichen von null sehr negativ bis 100 sehr positiv. Die Twitterstimmungslage verändert sich täglich. Meist liegt Obama vor, aber eben nicht immer. Die Punkt variieren etwa zwischen 25 und 40 Punkten.

Fans sind noch keine Wähler

Fans sind noch keine Wähler

War der Einsatz von Social Media beim letzten Wahlkampf noch etwas Neues, wird es heute erwartet. Da ist Obama klar im Vorteil: Er und sein Team haben 2008 genug Erfahrung gesammelt und ihre Anfängerfehler in einer Zeit gemacht, wo sie noch verziehen wurden. Sie kennen die Spielregel deutlich besser als Romney. Der muss feststellen, dass es längst keine Auszeichnung mehr ist, wenn Politiker Soziale Medien überhaupt nutzen. Der Nutzer erwartet, dass auch Politiker, die einzelnen Kanäle nach ihren Besonderheiten bedienen.

Die einzelnen Kanäle haben ihre eigenen Charakteristika. Daher kann nicht ein und dieselbe Nachricht über alle Portale gleich laufen. Obama hat das verstanden. Bei Facebook lässt er sich auch mal längere Nachrichten zu, bei Twitter unterschreibt er wegen der geringen Zeichenanzahl mit BO, bei Reddit diskutiert er mit Wählern. Bei Pinterest andererseits ist seine Frau aktiv. Das Netzwerk ist besonders bei Frauen beliebt, daher teilt Michele Obama da Familienfotos und Kochrezepte. Auch Romneys Frau kocht auf Pinterest – allerdings auf ihrem eigenen Profil.

Obamas profitiert von seinem Einsatz. „PeekAnalytics“ meldet, dass er im Internet zehnmal so einflussreich ist wie Romney. Dennoch: Follower sind keine Wähler. Erfolge im sozialen Netz sind schwer messbar. Daher werden die Kandidaten auch nie ganz erfahren, ob sich ihre Mühe auszahlt. Fest steht nur: Soziale Medien sind – zumindest in den USA – aus dem Wahlkampf nicht mehr wegzudenken.

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