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Neues Fernsehkonzept: Software liefert Zusatzinformationen aus dem Internet

Im Projekt „LinkedTV“ verbinden Forscher des Fraunhofer Instituts IAIS das Angebot von Fernsehen und Internet miteinander. Eine intelligente Software scannt den Inhalt einer Sendung noch bevor diese ausgestrahlt wird und sucht themenverwandte Inhalte im Web. Das geht schneller, als wenn der Zuschauer nach Zusatzinformationen sucht.

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Die Diskussion in der Talkrunde wird immer hitziger – doch was genau steht eigentlich in dem neuen Gesetzentwurf, über den die Experten im Fernsehen gerade so heftig streiten? Solche spontanen Fragen, die während einer Sendung auftauchen, lassen sich bislang nur durch eigene Recherchen im Internet klären. Im Projekt „LinkedTV“ arbeitet das Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS mit elf Partnern aus sieben Ländern an einem neuen Fernsehkonzept.

„Wir wollen Fernsehen und Internet nahtlos verbinden, so dass die Zuschauer direkt während der Sendung auf Hintergrundinformationen zum aktuellen Programm zugreifen können, ohne selbst aufwendig danach suchen zu müssen“, erklärt Projektleiterin Heike Horstmann. Zwar gebe es bei manchen Sendern schon Ansätze zu solch einer Vernetzung von TV und Web – allerdings sei damit ein relativ hoher personeller Aufwand verbunden: Die Redaktionsmitarbeiter müssten das Internet oder das Senderarchiv nach geeignetem Material durchforsten und die Verknüpfungen zur Sendung manuell vornehmen.

Software beschleunigt Recherche der Redakteure

Die Projektpartner haben eine intelligente Software entwickelt, welche die mühsame Recherche künftig deutlich vereinfachen soll. Das Programm scannt den Inhalt einer Sendung vor deren Ausstrahlung mittels Sprachanalyse und Bildverarbeitung nach themenverwandten Inhalten aus dem Web. Da die Software ungefiltert eine sehr große Anzahl an Treffern und semantischen Verknüpfungen liefert, haben die Forscher Methoden entwickelt, um die Ergebnisse nach bestimmten Kriterien eingrenzen zu können.

„Es werden dann beispielsweise nur Inhalte angezeigt, die mit dem Jugendschutz in Einklang stehen und deren Verwendung urheberrechtlich unproblematisch ist“, erläutert Horstmann. Den letzten Feinschliff übernimmt die Redaktion: Sie überprüft die vorgeschlagenen Inhalte auf ihre Relevanz und streicht eventuelle Dopplungen aus der Trefferliste.

Informationsangebot folgt dem Nutzerverhalten

Parallel zur Ausstrahlung findet der Zuschauer dann zu jedem Beitrag einer Sendung nach Themen sortierte Zusatzinformationen. Auf Wunsch kann er Filterkriterien festlegen, welche Inhalte ihm angezeigt werden sollen – also etwa Themen definieren, die ihn besonders interessieren oder Treffer zu bestimmten Inhalten ausblenden. Darüber hinaus ist die Software auch lernfähig und passt das Informationsangebot dem Nutzerverhalten an. „Greift der Zuschauer beispielsweise immer wieder auf den Wetterbericht oder Informationen zu einem bestimmten Thema zu, werden ihm diese Inhalte priorisiert angezeigt“, sagt Horstmann.

Der Zuschauer kann Sendung und Zusatzcontent sowohl direkt auf dem Bildschirm eines internetfähigen Fernsehers ansehen oder auf einem anderen Endgerät mit Web-Zugang wie Tablet oder Laptop. Für die optimale Nutzung eignet sich die Verwendung von zwei Bildschirmen parallel und miteinander synchronisiert. In der Regel läuft dann die Sendung auf dem Fernseher, während die weiterführenden Inhalte auf dem zweiten Endgerät – dem „Second Screen“ – angezeigt werden. Heike Horstmann: „Über den Second Screen steuert der Nutzer beide Geräte. Er kann dann beispielsweise die Sendung auf dem Fernseher unterbrechen, um sich auf dem Tablet über ein bestimmtes Detail zu informieren.“

Um einen praktischen Eindruck zu vermitteln, wie das verlinkte Fernsehen aussehen könnte, haben die IAIS-Forscher gemeinsam mit den Projektpartnern zwei reale Formate – eine Nachrichtensendung des Rundfunks Berlin-Brandenburg und eine Doku-Serie des niederländischen Senders Avro – mit virtuellen Zusatzinhalten angereichert. Die Ergebnisse werden in diesem Jahr auf mehreren Fachveranstaltungen vorgestellt – unter anderem auf der IBC 2014 in Amsterdam. (Fraunhofer Gesellschaft/asc)

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