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Neues Energie-Label könnte TV-Hersteller um Einnahmen bringen

Eine neue Version der bekannten Energie-Etikette soll europäische Konsumenten verstärkt zum Kauf Strom sparender Geräte motivieren. Wie eine Studie des Instituts für Ökologie und Wirtschaft der Universität St. Gallen (IWÖ-HSG) belegt, könnte dieses Vorhaben das Ziel jedoch verfehlen. Die Ergebnisse sind nach Informationen der HSG-Forscher aus insgesamt 2148 Beobachtungen abgeleitet worden, die in der Befragung deutscher Konsumenten zum Kauf von Fernsehgeräten gewonnen wurden.

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Danach drängen sich immer mehr Geräte am oberen Ende der Skala, wobei in einigen Sortimentsbereichen sogar 80 Prozent der angebotenen Produkte mit einem A-Label versehen seien, und drohe das EU-Energielabel ein Opfer seines eigenen Erfolgs zu werden. Um dieses Problem zu lösen, habe die EU-Kommission einen Vorschlag des europäischen Dachverbands der Haushaltsgerätehersteller aufgegriffen, die bestehende Skala von A bis G um drei weitere Unterkategorien zu ergänzen. Am oberen Ende der Skala sollen Verbraucher statt „A, A bis 20 Prozent, A bis 40 Prozent und A bis 60 Prozent“ unterscheiden können, wobei „A bis 60 Prozent“ energieeffizienter sein soll als das A-Rating. Der Untersuchung des IWÖ-HSG zufolge würde die Umsetzung des Vorschlags für ein neues Energielabelsystem für TV-Geräte aber nicht nur bei Konsumenten für Unklarheiten sorgen, sondern auch Herstellern zum Nachteil gereichen.

Während eine Hälfte der Befragten mit dem bestehen Label konfrontiert worden sei, hätte die andere Hälfte einen Fragebogen erhalten, der auf die vorgeschlagenen neuen Kategorien verwies. Das habe zu dem Ergebnis geführt, dass das Energielabel bei der Verwendung der neuen Kategorien von 34 auf 24 Prozent und damit stark an Bedeutung bei der Kaufentscheidung verlor. Dagegen hätten sich die Teilnehmer stärker am Preis orientiert, dessen Bedeutung von 35 auf 44 Prozent gestiegen sei. Konkret würden Konsumenten beispielsweise den Unterschied zwischen „A bis 40 Prozent“ und „A bis 20 Prozent“ als signifikant geringer als die Differenz zwischen A und B im alten System betrachten, obwohl dieser Unterschied eine ähnliche Differenz im zugrundeliegenden Energieverbrauch widerspiegle.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass das Festhalten am etablierten, unkomplizierten und leicht verständlichen Format des A bis G-Labels sinnvoll ist“, sagt Professor Dr. Rolf Wüstenhagen von der HSG. Ein System von fein abgestuften Variationen der A-Kategorie würde den EU-Zielen von weniger Energieverbrauch entgegenwirken sowie der Elektronikindustrie nicht gestatten, die erhöhte Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für erkennbar energieeffiziente Produkte abzuschöpfen. „Die neue Etikettierung könnte zur Vernichtung von Marktwert bei den TV-Herstellern und im Detailhandel führen“, erklärt Wüstenhagen. Nachdem eine Mehrheit des Europäischen Parlaments diesen Vorschlag für Fernsehgeräte zurückgewiesen sowie angeregt habe, die bisher verwandte Skala beizubehalten, habe das Europäische Parlament die Kommission ersucht, bis Ende September einen überarbeiteten Vorschlag vorzulegen.

www.unisg.ch

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