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Neue Ratenkaufmodelle fürs Web

Bislang ist die Ratenzahlung im Internet wahlweise mit hohen Risiken für die Shop-Betreiber oder mit einer Menge Papierkram für die Kunden verbunden. Jetzt starten zwei neue Payment-Anbieter, die eine risikolose und bequeme Teilzahlung versprechen.

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von Vera Hermes

Da ist dieses schier unwiderstehliche Paar Winterstiefel im Online-Shop, das super zum neuen Herbst-Outfit passen würde. 325 Euro sollen die Stiefel kosten, aber egal, schließlich muss man sich auch mal was gönnen können, warum also nicht mit einem Klick zum Stiefelglück? Weil, so lautet bislang noch häufig die schnöde Antwort, Ende des Monats und das Konto ziemlich abgeräumt ist. Also keine Stiefel. Gäbe es in genau diesen Einkaufsmomenten – die Begehrlichkeit ist groß, die Liquidität gering – die Möglichkeit des Ratenkaufs, würden Shop-Betreiber mehr Umsatz machen, ist das Team des Start-ups Ratepay in Berlin überzeugt.

Das Ende 2009 gegründete Unternehmen bietet E-Commerce-Lösungen für die Ratenzahlung und den Kauf auf Rechnung ohne Medienbruch. Die Otto Group fand das Geschäftsmodell offenbar so gut, dass sie im Juni mit ihrem Tochterunternehmen EOS zu 51 Prozent bei Ratepay einstieg. Die Geschäftsführer Miriam Wohlfarth, Dr. Michael Röbbecke und Alexis Giesen werden Ratepay erstmals Ende September auf der Mail Order World in Wiesbaden offiziell vorstellen; Mitte Oktober soll Ratepay starten. Nahezu zeitgleich kommt der schwedische Anbieter Klarna – laut Eigenaussagen Skandinaviens führender Anbieter von Zahlungslösungen im Internethandel – mit einem ähnlichen Angebot auf den deutschen Markt. Beide Unternehmen vergeben online eine Sofortzusage für den Ratenkauf, kümmern sich um die komplette Zahlungsabwicklung und übernehmen das Ausfallrisiko für den Versender.

Um das Risiko klein zu halten, arbeitet Ratepay mit einem Echtzeit-Scoring und dafür mit Risikomanagement-Anbietern wie Schufa, Bürgel und Arvato Infoscore zusammen. Zudem sollen zusätzliche eigene Prüfungsverfahren für ein Höchstmaß an Zahlungssicherheit sorgen. „Wir haben eine Lösung entwickelt, die sich dem Prozess anpasst und alle Regularien erfüllt. Es ist ein sehr modernes, performantes System: Wir können sehr schnell sehr viele Risikoparameter abfragen“, sagt Miriam Wohlfarth, Geschäftsführerin für Marketing und Vertrieb.

Klarna und Ratepay sind mit ihrem Angebot des Ratenkaufs im Web allein auf weiter Flur. Zwar gibt es derzeit mächtig Bewegung auf dem Payment-Markt: Anbieter wie etwa Billpay, Paymorrow oder Billsafe fokussieren sich aber auf den Kauf per Rechnung. Bislang boten zwar einige große Versender ihren Kunden den Ratenkauf an, dabei handelte es sich aber um sogenannte Händlerkredite, die mit Systemen „Marke Eigenbau“ betrieben werden. Auch Banken mischen im Teilzahlungsgeschäft mit, deren Verfahren produzierte allerdings hohe Abbruchquoten: Weil es sich dabei um klassische Kredite handelt, müssen die User Formulare herunterladen, ausdrucken und sich dann per Postident-Verfahren bei der Post identifizieren – da vergeht dem einen oder anderen schon mal die Lust am Einkauf.

Dass die unkomplizierte Ratenzahlung den Online-Shops mehr Umsatz bringt und von Kunden gern angenommen wird, steht für die beiden Wettbewerber Klarna und Ratepay fest. „Bei Versendern, die Ratenzahlung heute schon anbieten, ist die Nutzung extrem hoch“, bekräftigt Wohlfarth. Das neue Verfahren soll den Versendern auch die Ratenzahlung bei kleineren Beträgen schmackhaft machen, denn: „Es ist sehr attraktiv, auch das Segment zwischen 100 und 500 Euro zu finanzieren.“ … für manche Kundin ist dann nämlich auch das Paar Stiefel zum Monatsende locker drin.

www.ratepay.de,
www.klarna.com

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