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Neue Attacke auf Snapchat: Facebook testet Stories-Feature

Jetzt will auch fb Video-Schnipsel künftig selbst anbieten

Mark Zuckerberg holt zum Knockout seines Lieblingsgegners Snapchat aus. Nachdem das Tochterunternehmen Instagram im vergangenen Sommer überraschend die Stories-Funktion ausgerollt hatte, zieht die Konzernmutter nun offenbar nach. Wie Business Insider mit Verweis auf einen Unternehmenssprecher berichtet, testet Facebook in Irland das neue Feature, das unisono Facebook Stories heißt und nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie bei Instagram und Snapchat.

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Die Rivalität reicht inzwischen fünf Jahre zurück. „Hey Evan, ich bin ein großer Fan davon, was Du mit Snapchat anstellst. Ich würde mich sehr freuen, Dich einmal kennenzulernen und Deine Vision zu hören“, lautete Mark Zuckerbergs erste SMS an Evan Spiegel. 2012 war das.

Der höflich formulierte Kontaktversuch hatte freilich ein klares Ziel: Die boomende Foto-App, die damals noch als beliebtestes Kommunikationsmittel des Sexting-Trends für Schlagzeilen sorgte, zu übernehmen.

Jahrelange Versuche, Snapchat zu stoppen

Drei Milliarden Dollar bot der Facebook-Chef den Snapchat-Gründern Evan Spiegel und Bobby Murphy seinerzeit – und blitzte bekanntlich ab. Seitdem hat es sich Zuckerberg offenbar in den Kopf gesetzt, den Emporkömmling auf keinen Fall zu groß werden zu lassen.

Die ersten Konterversuche scheiterten allerdings recht kläglich: Zunächst floppte die Poke-App, dann vor zwei Jahren der direkte Versuch, Snapchat mit einer eigenständigen App namens Slingshot zu kopieren. Snapchat wuchs unbehelligt weiter und bringt es nun schon auf mehr als 150 Millionen täglich aktive Nutzer – mehr als Twitter.

Facebook testet Facebook Stories

Mark Zuckerberg startet nun die nächste Großoffensive, um Snapchats Wachstum in Schach zu halten. Snapchats spleeniges Alleinstellungsmerkmal, den Alltag möglichst umfassend mit Foto- und Video-Schnipseln zu dokumentieren, wird seit August von der Facebook-Tochter Instagram mit dem neuen Stories-Feature attackiert, das erstaunlich gut angenommen wird.

Gerade einmal fünf Monate nach dem Rollout des neuen Features kann das boomende Fotonetzwerk 150 Millionen aktive Nutzer verbuchen – und damit zu Snapchat aufschließen. Doch das reicht Zuckerberg offenbar noch nicht: Wie das Blogkonglomerat Business Insider berichtet, will Facebook das beliebte Feature künftig selbst anbieten.

Wiederholte Attacken auf Snapchat

So bestätigte ein Facebook-Unternehmenssprecher, dass das weltgrößte soziale Netzwerk Stories bereits in Irland testet und in den kommenden Monaten sukzessiv im Rest der Welt ausrollen will.

Facebook Stories soll praktisch eins zu eins wie Instagram Stories funktionieren und die Foto- und Video-Schnipsel für 24 Stunden im oberen Bereich der Mobil-App anzeigen, bevor sie wieder gelöscht werden. In der Timeline und im Profil  erscheinen Stories-Inhalte nicht.

https://www.youtube.com/watch?v=qt058NPzqO0

Um Snapchats wachsende Beliebtheit zu kontern, hatte Facebook zuletzt ebenfalls damit begonnen, mit der Kamera-Funktion zu experimentieren: Nutzer in Irland können ebenfalls seit Kurzem Fotos und Videos, die nur 24 Stunden sichtbar sind,  mit Filtern und Masken bearbeiten und an Freunde verschicken.

Torpediert Facebook Snaps Börsenpläne?

Für Snapchat kommen die wiederholten Attacken des drittwertvollsten Internetkonzerns zur Unzeit. Im Frühjahr will der Anbieter der beliebten Messenger-App Snapchat bekanntlich an die Wall Street gehen – zu einer offenkundig immer sportlicheren Bewertung.

Einen Börsenwert von 25 bis 35 Milliarden Dollar strebe das gerade mal fünf Jahre alte US-Unternehmen an, berichtete Bloomberg  – es könnten aber auch 40 Milliarden Dollar werden, war zu hören. Ob Facebooks wiederholte Attacken Snapchats Wachstum vor dem geplanten IPO beeinträchtigen, bleibt abzuwarten. Zu Wochenbeginn hatte Snapchat eine neue Suchfunktion ausgerollt, durch die Inhalte in der Schnipsel-App leichter gefunden werden sollen.

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