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Netz sagt „Au revoir Merci!“, Facebooks alternativlose AGB und Fleischbällchen ohne Fleisch

Für Storck hagelt es jede Menge Kritik, BMW schaltet witzigen Werbespot, Go Daddy floppt mit seiner Kampagne und Ikea steht auf Vegan. © Merci 2015; Screenshot; Ikea 2015

Süßwarenriese Storck geht gegen einen Familienbetrieb vor und bekommt Recht. In den sozialen Netzwerken hagelt es dafür wenig süße Worte. Facebook ändert seine ziemlich alternativlosen Geschäftsbedingungen und Ikea springt mit fleischlosen „Köttbullar“ auf den veganen Zug.

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Der Ärger der Woche: Storck im Merci-Shitstorm

„Merci, dass es dich gibt.“ Seit Jahrzehnten wirbt der Süßwarenhersteller Storck mit diesen Worten für seine kleinen Pralinenriegel. Sie gelten bestimmt genauso lange als kleine Aufmerksamkeit, mit der man einfach „Danke“ sagen kann. Doch dieses Markenimage bröckelt in diesen Tagen. Denn dass es im Taunus mehrere kleine Läden mit dem Namen „Café Merci“ gibt, schmeckt dem Konzern ganz und gar nicht. Seit 2011 liefert sich Storck einen Rechtstreit mit Cafébesitzerin Anja Klügling, denn der Name ist dem Hersteller ein Dorn im Auge. Nach einer gescheiterten Klage, mit der Storck die Betreiberin zur Namensänderungen zwingen wollte, trifft man sich erneut vor dem Richter. Dieses Mal wegen „Verwechslungs- und Markenverwässerungsgefahr“ – und Storck bekommt Recht. Bis 2016 müssen die Läden umbenannt werden. Kostenpunkt: Rund 250.000 Euro.

Dieser ungleiche Kampf kratzt nun mächtig am Image der Marke „Merci“. Die Geschichte des „Cafés Merci“ löst einen Shitstorm auf dem Facebook-Auftritt von Merci aus, den „Handelsblatt Online“ zusammengefasst hat. Viele Nutzer regen sich über das harte Vorgehen des Riesens gegen die kleine Kaffeekette auf, rufen sogar zum Boykott auf. Ein Nutzer fragt sich, wann Storck gegen Frankreich vorgehen will, um den Gebrauch des Wortes „Merci“ verbieten zu lassen. Auf die harte Kritik hat das Unternehmen mit einer Erklärung auf Facebook reagiert. Die Welle der Empörung ist sogar bis zu Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei Deutschlands, geschwappt. Mehr dazu lesen Sie auf „Handelsblatt Online“.

Die Änderung der Woche: Facebook mit neuen Geschäftsbedingungen

Wer auf dem Laptop ein neues Programm installiert, sich auf einer Internetseite mit einem Benutzerkonto registriert oder eine Online-Bestellung aufgibt muss am Ende ein Häkchen setzen bei „Ich habe die AGBs gelesen und stimme diesen zu“. Hand auf’s Herz: Eigentlich fast immer eine glatte Lüge. Denn wie oft arbeitet man sich tatsächlich durch die Bleiwüste einer Geschäftsbedingung? Diesen Schritt umgeht das größte soziale Netzwerk der Welt jetzt vollständig. Wer sich nach dem 30. Januar mit seinem Zugang auf Facebook einloggt, stimmt den neuen AGB automatisch zu. Und die haben es in sich, denn das Nutzerverhalten wird viel detaillierter verfolgt, Nutzerdaten im Hintergrund gesammelt und stärker miteinander verknüpft. Das klingelt in den Ohren der Datenschützer. Und die neuen AGB sind alternativlos. Neben der automatischen Zustimmung bleibt nur eins: Sein Profil auf Facebook löschen. Mehr dazu auf „Handelsblatt Online“.

Das Angebot der Woche: Vegane „Köttbullar“ bei Ikea

Für die einen klingt es paradox, für die anderen nach einer kleinen Revolution. Die Tierschutzorganisation Peta meldet in dieser Woche, dass der schwedische Möbelriese Ikea ab April vegane „Köttbullar“ in seinen Restaurants weltweit anbieten wird. Fleischlose Fleischbällchen, ganz ohne Tier. Für Peta ein großer Erfolg, denn die Tierschützer hatten weltweit Unterschriften dafür gesammelt. Gleichzeitig ist das für Ikea ein schlauer Schachzug. Denn die vegetarische und vegane Ernährung wird immer populärer – und der Zug scheint noch lange nicht abgefahren. Für die Möbelhäuser eine gute Chance, auch Veganer und Vegetarier während der Shopping-Tour wieder in die hauseigenen Restaurants zu locken.

Das Video der Woche: BMWs Zeitreise für den Super Bowl

Vier Jahre war BMW abstinent, für den diesjährigen Super Bowl meldet sich der Autohersteller wieder zurück. Mit einem wirklich witzigen Werbevideo für den elektrischen i3. Und der spielt erst sogar nur eine Nebenrolle. Denn im ersten Teil geht es um ein Stück amerikanische TV-Geschichte, als NBC-Moderatoren Katie Couric und Bryant Gumbel 1994 zum ersten Mal eine Emailadresse für Zuschauereinsendungen präsentierten. Den ganzen Spot beleuchtet „Meedia“.

Eklat der Woche: Unternehmen zieht Werbevideo zurück

Das hat es noch nie gegeben und ist ein echter Eklat, oder eine geschickt inszenierte Kampagne: Erstmals in der Geschichte des Super Bowls zieht ein Unternehmen einen Werbespot vor dem wichtigsten und größten Medienevent der USA zurück. Denn: Nach der ersten Ausstrahlung des Spots war ein Shitstorm über den Internetdienstleister Go Daddy eingebrochen.In dem 30-Sekunden-Spot macht sich ein Hund unter großen Gefahren auf den Weg nach Hause. Dort angekommen, freut sich die Besitzerin ungemein über den Rückkehrer – weil sie ihn über eine auf von Go Daddy gehostete Webseite gerade verkauft hat. Auf den Shitstorm vieler Tierschützer reagierte das Unternehmen mit dem Rückzug – und einer formellen Entschuldigung. „Wir haben verstanden, Botschaft angekommen“, teilte das Unternehmen über Social-Media-Kanäle mit.

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