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Nazi-Codes in Edekas Weihnachtsspot: Absicht oder Fauxpas?

Diese Nummernschilder sorgten für Aufsehen

Nach #heimkommen wollte Edeka auch dieses Jahr mit einem emotionalen Spot bei den Zuschauern punkten. Mit dem Weihnachtsspot #Zeitschenken scheint das nicht zu gelingen. Vor allem deswegen nicht, weil zwei Autokennzeichen für Wirbel sorgen: Die Buchstaben- und Zahlenkombination machten die Zuschauer stutzig.

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Zeit mit der Familie und den Freunden verbringen, ist das größte Geschenk, das man geben kann. Die neue Weihnachtskampagne von Edeka macht genau das zum Thema und weist darauf hin, doch „Zeit“ zu verschenken. Doch leider steht seit dieser Woche die Zeit für Edeka still. Ein Shitstorm entlädt sich über dem Unternehmen. Warum? Wegen Nazi-Symbolen im Spot.

Autokennzeichen sorgen für Furore

Der herannahende Volvo im Spot trägt das Nummernschild MU-SS 420. Auf den ersten Blick erkennt man das Wort „Muss“, das den Video-Inhalt und den Song unterstreichen soll: „Muss noch dies, muss noch das“, heißt es in der ersten Zeile des Lieds. Ein paar Einstellungen später dann das Nummernschild „SO-LL 3849“. Doch was haben alle die Buchstaben- und Zahlenkombinationen mit dem Nazireich zu tun?

Im Manager-Magazin spricht Extremismusexpertin Sabine Bamberger-Stemmann über die Symbolik: „Da ist das Kennzeichen ‚MU SS 420‘. Die Buchstaben SS sind gerade wegen der Anlehnung an die NS-Zeit in Deutschland im Autokennzeichen verboten. Da das verboten ist, ist es nicht vertretbar, das in einem Werbespot zu nutzen, auch wenn es sich um ein fiktives Kennzeichen handelt.“ Auch die Zahl „420“ kann man falsch verstehen: Als „Four-Twenty“, oder 20.4. gelesen, fallen die Zahlen auf den Geburtstag von Adolf Hitler. Bei der Zahl 84 handelt es sich um „Heil Deutschland“.Für Bamberger-Stemmann ist klar, dass es sich hier nicht um einen Zufall handeln kann: „Dies bedeutet in rechten Kreisen im Umkehrschluss Antisemitismus. Damit ist die Aussage klar. Diese rechtsextremen Codes sind leicht im Internet recherchierbar.“

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„Muss“ und „Soll“

Die Macher des Spots „Jung von Matt“ hielten sich bis jetzt mit einer Stellungnahme zurück und verweisen auf MEEDIA-Anfrage an Edeka.

Auch wenn so ein Fehler der Kreativschmiede Nummer Eins nicht unterlaufen darf: Absicht ist den Machern der Werbeagentur Jung von Matt kaum zu unterstellen. Ihre Detailverliebtheit in Sachen Autokennzeichen, zeigt erst einmal nur, dass sie die Worte „Muss“ und „Soll“ hin den Vordergrund rücken wollten. Die Extremismusexpertin wirft den Machern vor „ein tiefes Unverständnis für die deutsche Historie“ zu haben, um die Buchstabenkombinationen MUSS und SOLL für ein Autokennzeichen zu nutzen.

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Eine Entschuldigung folgt prompt

Edeka reagierte inzwischen und entschuldigte sich unter anderem direkt auf YouTube. Die Reaktionen in den sozialen Medien kann Edeka nun aber nicht mehr aufhalten: Unter dem Hashtag #Zeitschenken und #Edeka wird nicht mehr nur über die besinnliche Botschaft gesprochen, sondern auch viel über die angebliche Nazi-Symbolik.

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Kommentare

  1. Wenn man in allem einen versteckten Code sehen will, leidet man unter Verfolgungswahn oder hat zuviel Zeit und muss diese totschlagen.

    Weiters muss sich Deutschland mal von den ewigen Vorwürfen von Nazi-Deutschland befreien. Dies war eine sehr dunkle Zeit die nie wieder vorkommen darf, aber niemand muss für diese Vergehen Rechenschaft ablegen, der nicht dabei war.

    Wer kann eine einzige Zahl nennen, die nicht negativ belegt ist? Der werfe den ersten Stein. (7,53 – 8,11 – sind diese Zahlen jetzt auch verwerflich?)

    1. Aber der Code ist doch für diejenigen, die ihn lesen können, eben nicht versteckt. Soviel Zufälle kann es doch gar nicht geben. Natürlich „passen“ die Nummernschilder zum Songtext, klar. Aber wenn gleichzeitig die Ziffern auch noch etwas in einer Geheimsprache bedeuten, die viele von uns gar nicht kennen, dann kann man doch nicht von Zufall reden. Also entweder reibt sich ein Nazi unter den Werbetextern jetzt die Hände, weil er seine Botschaft untergebracht hat, oder ein überinspirierter Werbemensch schlägt sich auf die Schenkel. Aber von Verschwörung zu reden, bei Dingen, die man (noch) nicht weiß, ist schon sehr blauäugig. Da hilft in der Tat nur der Glaube.

  2. Ich verlange hiermit, dass sofort ein Deutsches Importverbot für das US-Autofabrikat Chevrolet, „THE 2016 SS“ beschlossen wird. Dieses Auto darf auf Deutschen Straßen niemals oder nur unter Umbenennung gefahren werden.

    Weiterhin sind sämtlich Passagen und Artikel der Bibel, die mit Kapitel 4,20 oder 20,4 gekennzeichnet sind zu entfernen. Zudem müssen zukünftig in Agendas alle Punkte die mit 4,20 oder 20,4 beschrieben werden über sprungen werden. Artikel 20 Abs. 4 des GG ist auch zu streichen.

    Was ich damit sagen möchte, man kann hinter jedem etwas erkennen wollen oder etwas hinein interpretieren. Aber auch so kann man sich wichtig machen und seine Existenzberechtigung als Extremismusexpertin begründen.

    Mir war es in dem Werbespot noch nicht einmal aufgefallen, weil mich diese Dinge absolut nicht interessieren.

    Und noch eine Frage an die Verfasserin des Artikels. Sie schreiben, Zitat… Da das verboten ist, ist es nicht vertretbar, das in einem Werbespot zu nutzen, auch wenn es sich um ein fiktives Kennzeichen handelt…. Weiterhin nach einigen Zahlenerklärungen … Für Bamberger-Stemmann ist klar, dass es sich hier nicht um einen Zufall handeln kann…

    Möchten Sie damit zum Ausdruck bringen, dass Frau Bamberger-Stemmann der Werbeagentur Vorsatz unterstellt. Jedenfalls könnte man das so aus Ihren geschrieben Zeilen interpretieren.

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