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Nachhaltigkeit wird zum Marketingthema für Versicherungsunternehmen

Die Versicherungsbranche sieht sich überwiegend in einer Verteidigungsposition gegen Angriffe des Verbraucherschutzes aber auch des Gesetzgebers. Auf dem 30. Meeting des Assekuranz Marketing Circle (AMC) wurde jedoch deutlich, dass die Suche nach Ideen für eine neue Positionierung begonnen hat.

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„Wir sind in einer Phase, in der der Vertrieb radikal umgebaut wird“, sagt AMC-Geschäftsführer Gerhard May. Das Versicherungsmarketing müsse neue Formen der Versicherung finden, um veränderten Kundenbedürfnissen wieder besser gerecht zu werden. Dabei gebe es große Versäumnisse, die sich in Kaufzurückhaltung und anhaltender Kritik an der Branche niederschlagen würden. Einen kritischen Überblick über die aktuelle Situation der Branche lieferte auch Professor Dr. Heinrich R. Schradin von der Universität zu Köln. Mit Blick auf Kraftfahrzeugversicherungen werde beispielsweise Wettbewerb um jeden Preis betrieben. Dagegen stünden Lebensversicherungen zu Unrecht in der Kritik. In der öffentlichen Wahrnehmung werde so getan, als seien die Versicherer als institutionelle Anleger nicht schützenswert, was die Rettungsschirme über Einlagen angeht. Dabei werde völlig übersehen, dass es um die Interessen der Versicherungsnehmer geht, wenn deren Altersvorsorge geschützt werde.

„Nachhaltigkeit ist eine Voraussetzung für langfristigen Unternehmenserfolg“, führte Sven Schulz, Leiter der Marketingkommunikation Europa bei der „Swiss Re“, hinsichtlich Definitionsansätzen zu neuen Ideen und Trends für die im AMC organisierten Marketingfachleute an. Das Thema liege nahe, weil der Rückversicherer schon sehr lange Forschung beispielsweise zum Klimawandel und den möglichen Folgen für die Ökosysteme sowie für die Menschen betreibt. Das habe auch unmittelbare Auswirkungen auf die Erstversicherung. Darüber hinaus habe das Unternehmen aber auch eigene Nachhaltigkeitsziele definiert und umgesetzt. Dazu gehörten sowohl Maßnahmen zur Umwelt- und Ressourcenschonung als auch ein drastischer Abbau der Geschäftsreisen und Ersatz durch moderne Kommunikationswege. So erkaufe sich „Swiss Re“ beispielsweise verbleibende CO2-Belastungen durch CO2-Zertifikate. Dies funktioniere im Prinzip wie eine Art Ablassbrief, mit dem Umweltschutzprojekte finanziert werden können. Auch würden die Mitarbeiter Anreize und Darlehen für grüne Projekte erhalten.

www.versicherungsjournal.de

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